Gigafactory

Das plant Elon Musk in Kalifornien und Deutschland

Der medial höchstwirksame Tesla-CEO hat großes vor. In Fremont will er eine Fertigungslinie für Batteriezellen aufbauen. In Deutschland wurden wiederum Förderanträge bei Bund und Land eingereicht, die Gelder für den Bau einer Gigafactory nahe Berlin bringen sollen.

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Tesla versucht mit allen Mitteln den Output an Batteriezellen für die eigenen Baureihen zu erhöhen. Medienberichten zufolge plant Tesla eine Pilot-Fertigungslinie zur Herstellung von Batteriezellen in Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien einzurichten. Bereits auf der Hauptversammlung 2019 sollen entsprechende Pläne durchgesickert sein, in denen es um die Erhöhung der Batteriezellenproduktion ging. Nun scheinen die Pläne immer konkretere Formen zu werden.

Gezielte Unternehmenszukäufe aus der Vergangenheit kommen Tesla hierbei zugute. Erst vor Kurzem hat der kalifornische E-Autobauer das Unternehmen Hibar Systems übernommen. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Produktionsanlagen für Batteriezellen spezialisiert. Außerdem berichtet "electrive.net" auf Berufung einer Quelle, dass in einer Stellenausschreibung Fachkräfte gesucht werden, die sich mit der Batteriezellenfertigung auseinandersetzen sollen. Weiters holten sich die Kalifornier im vergangenen Jahr den Kondensator-Spezialisten Maxwell an die Seite. 

Das Unternehmen hat sich zuletzt auf sogenannte Superkondensatoren spezialisiert. Diese können sehr viel schneller ge- und entladen werden als konventionelle Kondensatoren. Elon Musk hatte sich bereits im Jahr 2013 via Twitter als "großer Fan" der Ultrakondensatoren-Technologie geoutet. "Ich wollte an der Stanford Universität meine Doktorarbeit darüber schreiben." Man benötige einen Durchbruch bei der Energiedichte, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, soll er gesagt haben. 

Elon Musk holt sich Bundes- und Landes-Förderung 

Batteriezellen aus dem Hause Tesla wären aber eine echte Premiere, denn bisher dominierte der Zukauf. Bislang bezog Tesla diese von Panasonic. Künftig wird die Tesla-Gigafactory in Shanghai neben den Batteriezellen von Panasonic auch welche von CATL beziehen. In der Zwischenzeit hat Tesla scheinbar einen Antrag auf Förderung in Brandenburg gestellt. wie mehrere Medien berichten. Laut Tillmann Stenger, dem Vorstandschef der zuständigen Investitionsbank des Landes Brandenburg, ist der Förderantrag des kalifornischen Unternehmens eingegangen. „Die Unterlagen werden nun sukzessive vervollständigt“, so Stenger. Ein entsprechender Investitionsplan stünde aber noch aus, ohne den eine Bewilligung des Antrages nicht möglich sei. Stenger schätzt, dass die Fördersumme „weit über 100 Millionen Euro“ liegen wird, der genaue Betrag könne aber noch nicht beurteilt werden. Notwendig sei auch ein Notifizierungsverfahren bei der EU-Kommission in Brüssel, was gerade vorbereitet werde. 

Am Wochenende hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier auch eine Förderung durch den Bund in Aussicht gestellt. Wie Altmaier der „Welt am Sonntag“ sagte, müssten Unternehmen für eine staatliche Förderung „bestimmte Anforderungen an die Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit der Batterien erfüllen“. „Außerdem dürfen nicht nur verlängerte Werkbänke in Deutschland entstehen. Es muss auch Forschung und Entwicklung und Wertschöpfung in Deutschland stattfinden“, so der Minister.

Grünheide wird scheinbar für Gigafactory vorbereitet 

Alle Firmen, die diese Kriterien erfüllen, hätten eine Chance auf eine Förderung. Er habe in seinen Gesprächen mit Tesla-Chef Elon Musk immer darauf hingewiesen, „dass es keine Privilegierung, aber auch keine Diskriminierung gibt“, sagte Altmaier der Zeitung. Einen potenziellen Umfang der Förderung nannte der CDU-Politiker aber nicht. Während eine finale Förderzusage noch aussteht, scheinen die Arbeiten in Grünheide nahe Berlin offenbar voranzuschreiten.

Berichten zufolge hat Tesla am Freitag die Genehmigung erhalten, den Baumbestand auf dem Gelände roden zu dürfen. Diese Information ist allerdings noch nicht bestätigt, sie bezieht sich lediglich auf einen Twitter-Nutzer, der dies behauptet. Ungeachtet der möglichen Genehmigung wurden am Wochenende aber wohl weitere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt und sogar schon mit dem Verlegen von Leerrohren begonnen.