Automotive Talk

Wie Crash-Tests die Fahrzeugsicherheit vorantreiben

Fahrzeug teilweise zerstört nach Crash-Test

5 Sterne sind das maximale Ziel bei den Crash-Tests von Euro NCAP. Diese erreichte zum Beispiel der Renault Megane E-Tech 2022

- © Euro NCAP

Was passiert, wenn zwei Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von jeweils 50 Stundenkilometern frontal zusammenprallen? Dr. Max Lang ist Experte für Crash-Tests bei Euro-NCAP und Fahrzeugsicherheit beim ÖAMTC und geht genau solchen Fragen auf den Grund. In unserem Automotive Talk Spezial gewährt der Experte spannende Einblicke in das Testen der Fahrzeuge sowie aktuelle Trends und Entwicklungen bei aktiver und passiver Sicherheit im Automobil. Dabei leisten die Testingenieure mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Fahrzeugsicherheit und spornen die Autoindustrie zu Höchstleistungen an. Schließlich will kein Hersteller wegen schlechten Abschneidens beim NCAP-Test in die Schlagzeilen kommen. Sicherheit ist damit im Marketing von Autos ein wesentlicher Aspekt geworden, der Innovationen in der Industrie vorantreibt. Ziel der meisten Automarken ist es, die begehrten fünf Sterne des NCAP-Tests zu erreichen und damit ein Höchstmaß an Fahrzeugsicherheit zu garantieren. Davon profitieren letztlich die Fahrzeuginsassen im Falle eines Unfalls. Aber nicht nur: denn inzwischen ist auch die Sicherheit vulnerabler Verkehrsteilnehmer, wie etwa das Verletzungsrisiko von Fußgängern außerhalb des eigenen Fahrzeugs, ein Kriterium bei den Crashtests. Und das Test-Prozedere entwickelt sich weiter. So steht inzwischen nicht mehr nur die passive Fahrsicherheit im Fokus, sondern es werden auch aktive Fahrerassistenzsysteme zur Vermeidung von Unfällen geprüft. Das mach Sinn, denn der sicherste Unfall ist schließlich jener, der gar nicht erst passiert.

Crash-Test-Experte Dr. Max Lang beim Automotive Talk Spezial mit Ludwig Fliesser

Ständige Weiterentwicklung bei Sicherheit und Tests

Obwohl der Verkehr ständig zugenommen hat, ist die Zahl der tödlichen Unfälle im Straßenverkehr seit den 1970ern kontinuierlich zurückgegangen. Neben wichtigen Meilensteinen wie etwa der Helm- und Gurtpflicht, ist das vor allem auf eine verbesserte Infrastruktur und die technische Weiterentwicklung im Bereich der Fahrzeugsicherheit zurückzuführen. Daran hat auch Euro NCAP als unabhängige Testorganisation einen wesentlichen Anteil. 25 Jahre nach der Gründung nimmt neuerdings die Republik Österreich seit Jänner 2022 als achte staatliche Institution direkt am Euro NCAP-Programm teil. Die offizielle Vertretung in der Organisation erfolgt durch das Bundesministerium für Klimaschutz (BMK), technische Unterstützung kommt von der Technischen Universität Graz. Als treibende Kraft hinter der Mitgliedschaft Österreichs im Euro NCAP-Konsortium gilt Professor Dr. Hermann Steffan, Leiter des Instituts für Fahrzeugsicherheit an der TU Graz. Die Fahrzeugtests sollen in den Safety Labs Austria durchgeführt werden. Diese bestehen aus dem neu entwickelten DSD-Testzentrum in Hofkirchen im Traunkreis in Zusammenarbeit mit ALP.Lab für aktive Sicherheit, Capgemini Engineering Austria in Gratkorn für passive Sicherheit sowie dem Forschungszentrum Virtual Vehicle und dem Institut für Fahrzeugsicherheit der TU Graz für ihre Expertise auf dem Gebiet der virtuellen Tests.

Auch die Tests entwickeln sich weiter: So werden neben Pkw auch Transporter von Euro NCAP getestet. Neben der passiven Sicherheit rücken auch aktive Sicherheitseinrichtungen wie Fahrerassistenzsysteme und Notbremsassistenten zunehmend in den Vordergrund

- © Euro NCAP