Energie

Wenn aus altem Speiseöl Diesel wird

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Dieselmotoren mögen es heiß und fettig und wählerisch sind sie auch nicht sonderlich, denn Diesel aus Altspeiseöl mögen sie genauso gern wie anderen Bio-Diesel auch. Das Verfahren aus dem Diesel aus Altspeiseöl erzeugt wird, nennt sich “Co-Processing”. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch der Mineralölkonzern OMV, denn der Weg von der Fritteuse bis zum Tank eines Autos ist komplex und lang. Bei der "Co-Processing"- Technologie, die in der Raffinerie Schwechat eingesetzt werden soll, wird der biogene Rohstoff gemeinsam mit dem Erdöl verarbeitet, während bei der herkömmlichen Methode der Kraftstoff erst nach der Produktion zugemischt wird. Übrig bleibt ein reiner Kohlenwasserstoff, der chemisch gesehen dem fossilen Dieselkraftstoff sehr ähnlich und außerdem sehr hochwertig ist und deshalb auch im Fahrzeug problemlos eingesetzt werden kann. Das Co-Processing ermöglicht durch die hochwertige Produktqualität, den Bioanteil auf bis zu 25 Prozent zu erhöhen und damit den CO2-Fußabdruck sehr viel stärker zu reduzieren.

Raffinerie Schwechat will Biodiesel produzieren

In Planung ist eine Großanlage, die jährlich bis zu 160.000 Tonnen biogene Rohstoffe verarbeiten kann. Damit ist die OMV eines der ersten Unternehmen in Europa, das Co-Processing in einem industriellen Maßstab betreiben wird. "Theoretisch kann die Anlage das Rohöl gemeinsam mit allen möglichen anderen Ölen verarbeiten - Raps-, Sonnenblumen- oder eben auch Altspeiseöl. Genauso wie Rohöl müssen diese Rohstoffe jedoch eine gewisse Qualität vorweisen, dafür gibt es klare Spezifikationen, zum Beispiel gibt es ein Limit wieviel Phosphor oder andere Metalle es beinhalten darf", Gudrun Kollmitzer, Abteilungsleiterin Bio & Feedstock, OMV Downstream GmbH.

Anfangs sollen in der Co-Processing Anlage in Schwechat vor allem Pflanzenöle verarbeitet und damit Biokraftstoffe der ersten Generation hergestellt werden. Dazu zählen Kraftstoffe, denen Öl, Zucker oder Stärke aus Pflanzen wie Raps, Sonnenblumen, Soja, Zuckerrüben zugesetzt wird. Bereits jetzt schon befasst sich die OMV mit der Ausweitung des Biokraftstoffe-Portfolios. Die nächsten Phasen umfassen einerseits die Verarbeitung von Altspeiseölen, also die Biokraftstoffe der zweiten Generation dessen Herausforderung in der Verfügbarkeit des Altspeiseöls und in der Qualität liegt. Diese werden als Abfall- und Reststoffe von Pflanzen, etwa aus der Holzproduktion, Lebensmittelerzeugung oder Kompostierung, zum Beispiel Altspeiseöl, Gülle, Stroh, Holzabfälle verwendet. Und andererseits geht es um die fortschrittlichen Biokraftstoffe der dritten Generation. Die OMV ist auf der Suche nach alternativen Rohstoffquellen, auch Öle von Algen und Cashewnuss-Schalen werden in Betracht gezogen. "Es tut sich weltweit sehr viel auf dem Gebiet, es gibt laufend neue Entwicklungen. Für uns ist wichtig, am Ball zu bleiben und abzuschätzen, ob für uns die Verfügbarkeit und auch die Produktausbeute der unterschiedlichen Rohstoffe stimmen", so Gudrun Kollmitzer.

Noch ist nicht abzusehen, welcher Rohstoff sich durchsetzen wird. Aber eines ist klar: An der CO2-Reduktion führt kein Weg vorbei. Autos mit Verbrennungsmotoren werden aufgrund ihrer langen Lebensdauer noch lange das Straßenbild prägen, auch wenn die Bedeutung von alternativen Antriebsarten wie Elektro bereits zulegt. Umweltfreundliche Alternativen für diese konventionellen Kraftstoffe sind daher ein Muss. Biokraftstoffe der dritten Generation sind sogenannte „fortschrittliche Kraftstoffe“ aus zum Beispiel Algen. (Anm.d.Red.: Quelle: Verband der Mineralölindustrie in der WKO, OMV Aktiongesellschaft)