Automatisiertes Fahren

Warum Daimler und eine chinesische Suchmaschine Hand in Hand gehen

Der chinesische Markt gilt für den Stuttgarter Automobilhersteller Daimler schon seit längerem als ein ideales Versuchsterrain, um automatisiertes Fahrtests durchzuführen. Ohne die enge Zusammenarbeit mit dem größten chinesischen Suchmaschinenbetreiber wird es aber nicht gehen. Beide versprechen sich viel.

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Baidu und Daimler planen in China große Schritte, wenn es um automatisiertes Fahren und Vernetzung geht. 

Eigentlich arbeitet Daimler mit dem chinesischen Suchmaschinenbetreiber Baidu bereits seit 2013 zusammen. Damals war der Stuttgarter Fahrzeugriese angeblich der erste Hersteller, der Baidus Street View Funktion, das Pendant zu Google Street View, in seine Fahrzeuge integrierte. Ende 2014 wurde in Peking ein Mercedes-Benz Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet, dass sich seither aktuellen digitalen Trends und der Umsetzung für den chinesischen Fahrzeugmarkt widmet. Erst 2016 führte Daimler die Fahrzeug-Smartphone-Integrationslösung Baidu CarLife für in China verkaufte Mercedes-Benz-Modelle ein.

Vor Kurzem wurde nun eine Absichtserklärung unterschrieben, die die deutsch-chinesische Kooperation nun auch in Sachen Automatisierung stärken soll. Laut Daimler werden beide Unternehmen zudem neue Felder für Konnektivitätsdienste für Fahrzeuge erkunden. Doch es geht noch weiter: Baidus offene Plattform für selbstfahrende Autos namens Apollo soll in Erprobungsfahrzeugen von Mercedes auf Teststrecken und dafür freigegebenen Straßen eingesetzt werden. Vernetzte Anwendungen von Baidu sollen außerdem in das neueste Multimediasystem der Schwaben, Mercedes-Benz User Experience (MBUX), integriert werden.

Der chinesische digitale Plattformanbieter erhoffe sich davon eine verstärkte branchenübergreifende Zusammenarbeit von Autobauern und Technologieunternehmen, erklärte Baidu-Chef Robin Li. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, autonomes Fahren und Vernetzung von Autos entwickelten sich in China rasant. „Für unseren dauerhaften Erfolg reicht es nicht, diesen Trends nur einen Schritt voraus zu bleiben, sondern wir müssen führen.“

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