Morning Briefing - 11.04.2019

US-Autobauer berechnet optimalen Standort für E-Ladesäulen - Infineon baut Entwicklungszentrum für autonomes Fahren in Graz - Schweizer planen Akku-Pack für mehr als 1000 Kilometer Reichweite 

Das Wichtigste des Tages in Kürze zusammengefasst.

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US-Autobauer berechnet optimalen Standort für E-Ladesäulen

Ford tüfelt an einem Algorithmus, mit dem sich vorteilhafte Standorte für E-Ladestationen ausfindig machen lassen. Datenwissenschaftler des Unternehmens haben hierfür Fahrdaten, die auf einer Gesamtstrecke von mehr als einer Million Kilometer gewonnen wurden, in ihre Berechnungen einfließen lassen. Berücksichtigt wurden insbesondere Orte, an denen Fahrzeuge abgestellt und geparkt wurden. Der Algorithmus orientiert sich am tatsächlichen Einsatz von Fahrzeugen und soll Fahrern von Elektrofahrzeugen dabei helfen, das Aufladen in den Alltag zu integrieren. Nach eingehender Analyse im Großraum London kam das Forscherteam zu der Schlussfolgerung, dass es möglich wäre, den Zugang zum mobilen Laden schon durch den Einsatz einer relativ kleinen Anzahl von strategisch sinnvoll positionierten Schnellladestationen deutlich zu verbessern. Im Rahmen des Ford City Data Solutions Report, der im Dezember 2018 veröffentlicht wurde, hat Ford 160 Transportfahrzeuge mit einem Gerät zur Datenerfassung ausgestattet. Umfassende Daten wurden mit Zustimmung der Teilnehmer gewonnen und ausgewertet. Die Analyse bietet Erkenntnisse aus umgerechnet mehr als 15.000 Fahrzeug-Einsatztagen. Gefahren wurde mit 160 speziell ausgerüsteten Lieferwagen. Die Flotte legte dabei insgesamt mehr als eine Million Kilometer zurück - das entspricht 20 Erdumrundungen - und lieferte 500 Millionen Einzeldaten. Datenaufzeichnungen darüber, wohin Fahrzeuge gefahren sind, wo und wie lange sie geparkt wurden, ermöglichen die künftige Integration von Ladevorgängen in reguläre Fahrten. Profitieren könnten insbesondere Unternehmen, deren Fahrer unterwegs mehrmals ihr Fahrzeug abstellen, zum Beispiel im Zuge von Auslieferungen. 

Infineon baut Entwicklungszentrum für autonomes Fahren in Graz

Der Chiphersteller Infineon will künftig an Sensoren für autonomes Fahren in der Steiermark forschen. Dazu entsteht ein neues Entwicklungszentrum am Grazer Standort, das bis 2020 fertigstellt werden soll. Der Spatenstich für den Ausbau in der Metahofgasse, nur unweit des Hauptbahnhofs, wurde gestern getätigt. Bereits jetzt verfügt der Chiphersteller über 9.000 Quadratmeter Büro- und Laborflächen - verteilt auf vier Gebäude. "Nun kommt Gebäude Nummer 5 mit einer Fläche von 4.500 Quadratmetern dazu", sagte der Leiter des Infineon-Entwicklungszentrums in Graz, Stefan Rohringer. Wir werden Sensoren entwickeln für das autonome Fahren.“ Technologien, damit das Auto wisse, was rundherum passiert, so Rohringer. Eine dieser Technologien nennt sich LiDAR und arbeitet mit Laserstrahlen, um im Fernbereich des Fahrzeugs Objekte zu erkennen und den Abstand zu diesen zu bestimmen. Der Standort Graz spiele eine essentielle Rolle im Infineon Konzern - nicht nur im Bereich Automotive und Sensorik, sagt die Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria, Sabine Herlitschka. „Wir haben viele Aktivitäten im Bereich Sicherheitstechnologien, kontaktlose Sicherheitstechnologien. Wenn Sie heute zum Beispiel ihre Bankomatkarte schon verwendet haben oder ihre E-Card, dann funktionieren die mit Sicherheitstechnologien von uns“, so Herlitschka. Aktuell beschäftigen sich in Graz 430 Mitarbeiter mit der Entwicklung neuer und sicherer Lösungen für autonomes Fahren. Im neuen Entwicklungszentrum soll Raum für 290 Arbeitsplätze im Bereich „Forschung und Entwicklung“ sein. Rund 200 dieser Stellen werden von bereits bestehenden Mitarbeitern besetzt.

Schweizer planen Akku-Pack für mehr als 1000 Kilometer Reichweite 

Das aus der Schweiz stammende Unternehmen Innotlith forscht an einem Reichweiten-Durchbruch für Elektroautos: Eine Batterie, die über 1000 Kilometer an Reichweite ermöglicht (1000 Wh/Kilogramm) - und zwar mit einer einzigen Ladung. Laut dem Unternehmen macht sich die Batterie beim chemischen Aufbau eine innovative Umsatzreaktion zu eigen, um die hohe Energiedichte in jeder Zelle zu erreichen. Entwickelt wird sie in einem deutschen Labor des Unternehmens. Dadurch sollen sich die Kosten erheblich senken lassen, da sie ohne kostspielige Materialien auskommt und zudem eine sehr hohe Energiedichte bietet. Überdies soll es sich um die  erste nicht brennbare Lithiumbatterie für Elektrofahrzeuge handeln, denn sie enthält keine brennbaren organischen Elektrolyte. „Die EV-Revolution wird derzeit noch von den Einschränkungen der verfügbaren Batterien gebremst“, erläutert Sergey Buchin, Geschäftsführer von Innolith. „Die Kunden wünschen eine ausreichende Reichweite pro Batterieladung in einem kostengünstigen Elektrofahrzeug sowie die Gewissheit, dass die Batterie nicht in Flammen aufgeht." Innolith will seine Energy Battery zunächst über eine Pilotproduktion in Deutschland auf den Markt bringen, gefolgt von Lizenzpartnerschaften mit führenden Batterie- und Automobilherstellern. Die Entwicklung und Vermarktung der Innolith Energy Battery wird voraussichtlich zwischen drei und fünf Jahren in Anspruch nehmen.