Biosprit

ÖAMTC: Einsatz alternativer Kraftstoffe statt Steuererhöhungen

Der Autofahrerclub sieht in der Beimengung von Biosprit zu Benzin und Diesel mehr Sinn, als Autofahrer mit Verboten oder Steuererhöhungen zu belasten.

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Verbote und Steuererhöhungen sind nach Ansicht des Autofahrerklubs ÖAMTC nicht der richtige Weg um den CO2-Autstoß des Autoverkehrs zu verringern. Besser wäre es, dem Diesel und Benzin mehr Biosprit beizumengen, empfiehlt der ÖAMTC und unterstreicht das mit einer Studie, die er bei der Österreichischen Energieagentur in Auftrag gegeben hat. Viele Menschen könnten sich ein neues Auto mit alternativem Antrieb nicht leisten, argumentiert Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Fast die Hälfte des österreichischen Pkw-Bestandes ist vor 2010 erstzugelassen worden und fast 70 Prozent der Pkw-Flotte seien unter 10.000 Euro wert. "Maßnahmen zum Klimaschutz dürfen nicht auf dem Rücken der sozial Schwachen umgesetzt werden", teilte auch ARBÖ-Sprecher Sebastian Obrecht mit. Kernstück der Energieagentur-Studie ist ein "Zielpfad" mit sieben kurz- oder mittelfristig umsetzbaren Maßnahmen, die nach Ansicht der Studienautoren eine zusätzliche Einsparung von 1,2 bis 1,5 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr ermöglichen würden. "Damit würde der Verkehr seinen Ausstoß an fossilem CO2 im Jahre 2030 um weitere 5 bis 6,5 Prozent reduzieren", sagte Wiesinger.

Konkret wird unter anderem vorgeschlagen, künftig keinen Diesel mehr ohne Bioanteil zu verkaufen, den Bioethanol-Anteil bei Benzin von 5 auf 10 Prozent zu erhöhen (E10), Biokraftstoffe bei den Flottenzielen zu berücksichtigen, Anreize für die Reinverwendung von Bio-Diesel in geschlossenen Flotten zu schaffen, dem Diesel künftig einen geringen Anteil an palmöl-freiem HVO (hydrierte Pflanzenöle) beizumengen und Forschung im Bereich der neuen alternativen Kraftstoffe zu fördern. "Eine Strategie zur spürbaren, schnellen und nachhaltigen Emissionsreduktion muss auch alternative Kraftstoffe berücksichtigen", so Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.

Von der künftigen Bundesregierung fordert der ÖAMTC darüber hinaus unter anderem Steuererleichterungen für Unternehmen, die Mitfahrgemeinschaften fördern, die Erlaubnis zum Befahren von Busspuren für Fahrgemeinschaften, einen Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder Maßnahmen zur Förderung von Gasautos. Österreichs Autofahrer haben im vergangenen Jahr 3,25 Milliarden Liter Sprit getankt, das waren im Schnitt 775 Liter pro Auto, verweist der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Zahlen der Statistik Austria. Pro 100 Kilometer hatten Diesel-Pkw einen Verbrauch von 6,6 Litern, Benziner verbrauchten 7,0 Liter auf 100 Kilometer.

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