Fuhrpark

Langes Warten für Flottenbetreiber auf neue Fahrzeuge

Im Oktober fehlten in Deutschland 100.000 Pkw und führten zu einem unüblich niedrigen Monatsniveau bei den Pkw-Neuzulassungen. Ein Bild, dass sich auch auf andere Länder umlegen lässt.

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Der Mangel an Fahrzeugen - egal ob Pkw oder Nutzfahrzeug - machte sich im Oktober deutlich bemerkbar, denn es fehlten an die 100.000 Stück. Es wurden 178.683 Neufahrzeuge bei den deutschen Zulassungsstellen registriert. Damit lagen die Pkw-Neuzulassungen überdeutlich unter dem üblichen Monatsniveau, wie das Marktforschungsinstitut Dataforce feststellte. Das Minus gegenüber Oktober 2020 beträgt 34,9 Prozent. Gerade für Flottenbetreiber stellt sich somit mühsames warten ein – nicht nur in Deutschland.

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Bei gleichzeitig hoher Nachfrage türmt sich der Auftragsbestand weiter auf. Die Hersteller müssen entscheiden, welche Bestellungen sie zuerst bedienen und das schlägt sich in den Ergebnissen der Verkaufskanäle wieder. So haben sich die Neuzulassungen im relevanten Flottenmarkt etwas besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Mit einem Minus von 31,2 Prozent bleibt es dennoch ein schmerzhafter Einschnitt. Der Privatmarkt lag mit -34,8 Prozent fast genau gleichauf mit der Gesamtmarktentwicklung.

Fahrzeugbau und Fahrzeughandel hätten schon 2020 weniger Pkw als üblich zugelassen, schreibt Dataforce. Dennoch schrumpften ihre Eigenzulassungen mit -38,0 und -36,5 Prozent überdurchschnittlich. Nochmal schwerer hatten es die Autovermieter, sich mit Fahrzeugen zu versorgen. Ihr Neuzulassungen sanken und 41,2 Prozent. Schuld an allem dem, ist der bereits mehrfach genannte Mangel an Vorprodukten wie Halbleitern, der zu massiven Lieferverzögerungen führt. 

Auch Transporter sind aktuell Mangelware

Bei bei leichten Nutzfahrzeugen und ihren Pkw-Derivaten stockt ebenfalls die Produktion. Die Neuzulassungen im Transportermarkt gaben im Oktober um 29,6 Prozent nach. Leidtragende waren vor allem die Flottenkunden, die 31,7 Prozent weniger Fahrzeuge erhielten. Einige Unternehmen müssen sich inzwischen auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen, um ihren Betrieb aufrecht zu erhalten.

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Bei den Kraftstoffarten geht der Umbruch weiter

Zugleich wurde  festgestellt, dass der Anteil an vollelektrischen Autos und Plug-in-Hybriden weiter zunimmt. Zum ersten Mal überhaupt machten die Stromer mehr als 30 Prozent der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland aus. Bei Flotte und Privaten waren es sogar mehr als ein Drittel.

Dabei blieb der Anteil der BEVs unverändert bei 17,1 Prozent, der Marktanteil der Plug-In Hybride vergrößerte sich (bei leicht rückläufigen Volumen) auf den neuen Höchststand von 13,3 Prozent. Vor allem Flottenkunden setzen nach wie vor häufiger auf die Teilzeitstromer, damit die Fahrzeuge bei Bedarf größere Fahrleistungen abdecken können. Im Privatmarkt fiel der Anteil der Benziner und steckerlosen Benzinhybride erstmals überhaupt unter 50 Prozent.