Tesla

Elon Musk verkündet Stellenabbau gerne zu früher Stunde

Der Tesla-CEO raubt seinen Mitarbeitern noch den letzten Schlaf. Warum es um die Work-Life-Balance des Personals offenbar nicht gut bestellt ist, erfahren Sie hier.

Von

Wenn die Mitarbeiter des kalifornischen Elektroautoherstellers Tesla gerade in ihren Betten träumen, schickt der ruhelose Tesla-Chef Elon Musk gerne E-Mails mit sehr negativem Inhalt aus - und zwar um 1:00 morgens. So geschehen am vergangenen Freitag, als per E-Mail verkündet wurde, dass rund sieben Prozent der Vollzeitstellen im Unternehmen gestrichen werden.

Dabei handelt es sich bereits um die bereits zweite Entlassungswelle, die die Mitarbeiter des Unternehmens trifft: Erst im Juni 2018 hatte Tesla angekündigt, rund neun Prozent seiner Angestellten zu entlassen und machte dies auch gleich via Twitter publik. Damals waren es angeblich die Firmen-Hierarchien gewesen, die flacher gestalten werden sollten, zudem waren manche Position angeblich doppelt besetzt.

Nun würden die personellen Einschnitte bei den Angestellten aus einem anderen Vorwand erfolgen: Damit der kalifornische E-Autohersteller die einzelnen Herausforderungen bewältigen kann, die vor ihm liegen. "Der Weg vor uns ist sehr schwierig", schrieb Tesla-CEO Musk in einem Brief an die Mitarbeiter. Damit ist die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens gegenüber dem Mitbewerb gemeint.

Eigene Autos, Akkus und Solarprodukte herzustellen sei sehr kostenintensiv, außerdem handle es sich dabei um Produkte, die, wie der Tesla-Chef selbst zugibt „für die meisten Menschen noch viel zu teuer sind“. An der Preisschraube muss also gedreht werden, entsprechende Einsparungen lassen sich mit dem Abbau von Stellen erzielen. 

"Work-Life-Balance bei anderen besser"

Leicht haben es die Angestellten unter dem Dach von Tesla ohnehin nicht: So meinte Musk selbst, dass seine Angestellten viel härter arbeiten müssten als bei anderen Autoherstellern. Die "Work-Life-Balance" sei laut Musk bei anderen, größeren Unternehmen besser, und bei jenen, die einem weniger kompetitiven Bereich sind. Der Versuch Produkte herzustellen, die „grün“ und leistbar sind - und das in großer Stückzahl - würde extremen Einsatz erfordern. Dafür müssten demnach auch die Mitarbeiter Opfer bringen. Ob Musk seiner eigenen Rhetorik immer Glauben schenkt, bleibt wohl ein gut behütetes Geheimnis.

Der erneute Abbau von Arbeitsplätzen trifft die Belegschaft jedenfalls hart. Der Konzern werde nur die wichtigsten Zeitarbeiter und freien Mitarbeiter behalten, soll Firmenchef Musk geschrieben haben. Mitte Oktober hatte Musk die Zahl der Beschäftigten mit 45.000 beziffert, das würde also den Abbau von gut 3.000 Stellen bedeuten. 

Es dürfte diesmal vor allem den Bereich der Produktion treffen und dort die Fertigung der höherpreisigen Model S und Model X. Wie der US-Elektroautohersteller bestätigte, wurden die Produktionsstunden für diese Modelle gekürzt. Erst vor rund zwei Wochen wurde die 75-kWh-Batterie-Version des Model S und Model X vom Markt genommen.Damit gibt es nur mehr die teurere Variante mit "Langstrecken-Akku“.

In Medienberichten wird diesbezüglich ein Tesla-Sprecher zitiert:  „Als Folge dieses Schritts und zur Effizienzsteigerung unserer Produktionslinien haben wir die Produktionsstunden von Model S und X entsprechend reduziert". Zusätzlicher Druck könnte dem kalifornischen Elektroautobauer bereiten, dass die staatlich gewährte Steuererleichterung in den USA seit Anfang des Jahres abnimmt.

Die Marke liegt bei bis zu 200.000 verkaufen Elektroautos. Das macht Fahrzeuge von Tesla für Kunden seit dem 1. Januar um 3.750 Dollar teurer. Ab Juli wird sich diese Situation nochmals verschärfen, dann halbiert sich die Gutschrift nochmals, ehe sie Ende 2019 vollständig entfällt. 

Projekt "Titan" verliert Mitarbeiter

Tesla ist aber nicht das einzige Unternehmen aus dem Silicon Valley, das Stellen abbaut. Apple hat erst 200 Mitarbeiter der Forschungseinheit für autonomes Fahren entlassen, wie der US-amerikanische Fernsehsender "CNBC" auf seiner Website berichtet hat. 

Untypisch für den ansonsten eher verschwörerischen Umgang von Apple mit dem Thema, habe ein Sprecher des Unternehmens die Informationen auf Nachfrage sogar bestätigt und ergänzt, dass einige der betroffenen Mitarbeiter in andere Abteilungen des Unternehmens versetzt würden.

"Wir haben bei Apple ein unglaublich talentiertes Team, das an autonomen Systemen und damit verbundenen Technologien arbeitet", wird der Sprecher in dem Bericht zitiert. Einige Angestellte würden ihr Fachwissen künftig in anderen Bereichen einbringen, etwa beim Machine Learning. 

Folgen Sie dem Autor auf: @lukasklamert