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EL-Motion 2020: Die Suche im Detail

Bereits im vergangenen Jahr ging es in Sachen Elektromobilität ganz schön zur Sache. Mittlerweile hat die Euphorie allgemein ein wenig nachgelassen. Die heurige EL-Motion stand ganz im Zeichen der Flotten und Nutzfahrzeuge. Ein Resümee.

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Der Nebel lichtet sich und mittlerweile weiß wohl jeder, was es mit der Elektromobilität auf sich hat. Zunächst einmal zusätzliche Investitionen, um den Fuhrpark mit entsprechenden Fahrzeugen auszustatten. Daran ist die Bereitstellung einer Ladeinfrastruktur geknüpft - ebenfalls mit Kosten verbunden. Aber gut, die E-Auto-Lobby sieht bei einer Benützung von über 50.000 Kilometern bereits die Kosten eines E-Fahrzeugs amortisiert, zudem gibt es ja Förderungen vom Staat. Auf der bereits zehnten E-Mobilitätsveranstaltung "EL-Motion" letzte Woche wurde nicht nur versucht, Kontakte zu pflegen beziehungsweise diese auszuweiten, sondern auch wieder eine gehörige Portion Lobbyarbeit betrieben. 

Doch hier beginnt es bereits ambivalent zu werden: So ist der Abschied von fossiler Energie für das neue Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie zwar eindeutig, doch soll die Mobilität dadurch keinesfalls erschwert werden. Klimafreundliche Alternativen sollen vielmehr fehlende fossile Energieträger kompensieren können. Was das genau bedeutet, wird sich weisen, Konkretes gibt es in der Politik selten. Das Umweltbundesamt präsentierte immerhin drei Szenarien, wie der aktuelle Bestand an Fahrzeugen zu Hundertprozent auf Elektro umgestellt werde könnte. Fakt ist: Ohne den entsprechenden Ausbau an Photovoltaik, Windkraft und Wasserkraft ließe sich dies nicht bewerkstelligen. Für Österreich wäre der Ausbau aber zu stemmen, hieß es. 

Einen konkreten Auftrag sieht der Klima- und Energiefonds, der nun drei Bereiche verstärkt auf die Agenda setzt: Erstens die Mobilitätsforschung, zweitens die Abwicklung des Aktionspakets der Bundesregierung und drittens die Beschleunigung der Verbreitung der E-Mobilität in der Praxis durch den Abbau von Hürden und Bewusstseinsbildung. Als Beispiel nannte Geschäftsführer Ingmar Höbart die Unterstützung der Immobilienwirtschaft bei der Planung und Errichtung von Ladestationen in Bestandswohnanlagen, wodurch ein neues Feld an Infrastruktur erschlossen wird. Im Mobilitätssystem der Zukunft wird das E-Auto einer von vielen Puzzlesteinen sein, statt zu besitzen werden Modelle für Carsharing in den Vordergrund treten. Im Bereich der Mobilitätsforschung geht es vor allem darum, durch Innovationen „Made in Austria“ Chancen für den heimischen Wirtschaftsstandort am globalen Markt zu eröffnen.

Doch wie die Transformation am besten gelingt, stand in auf der diesjährigen EL-Motion nicht im Vordergrund, präsentiert wurde durch die Vortragenden vielmehr, was im Bereich der E-Mobilität bereits getan wurde. So zeigte Daimler oder MAN zum Beispiel die bereits vorhandene Palette an Elektrofahrzeugen, ein weiterer Vortragender, was es im Wohnbau bereits an Ansätzen hinsichtlich der Ladeinfrastruktur gibt oder wie die Kreislaufwirtschaft der Fahrzeugakkus bei der Renault-Gruppe funktioniert. Einiges wirkte etwas oberflächlich, doch konnte bereits das ein oder andere Resümee gezogen werden.

Zum Beispiel, dass ein Wille zu emissionsarmer Mobilität vorhanden ist, der Weg zur Klimaneutralität 2050 aber keinesfalls einfach sein wird. Ohne einen entsprechenden Verzicht an Mobilität werden sich die CO2-Emissionen nicht in dem Ausmaß einsparen lassen, wie es die Klimaziele erforderlich machen. Ideen zu sammeln, wie auf der EL-Motion der Fall, ist aber keine schlechte Sache. Mit knapp 400 Teilnehmern - ob Kritiker der E-Mobilität oder nicht - war das Interesse an beiden Veranstaltungstagen vorhanden.