Morning Briefing - 11.10.2019

Dyson legt Pläne für sein Elektroauto auf Eis - Audi-Betriebsrat fordert Arbeitsplatzsicherung für Neckarsulm - Porsche und Boeing arbeiten am Flugzeug für Stadtverkehr

Das Wichtigste in Kürze.

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Dyson legt Pläne für sein Elektroauto auf Eis 

Aus dem Auto des Staubsaugerherstellers wird doch nichts. Es sei nicht "kommerzialisierbar", hieß es in einer Aussendung. "Unser Automotive-Team hat in den letzten Jahren ein fantastisches Elektroauto entwickelt, allerdings sehen wir aufgrund der aktuellen Situation im Bereich Automotive keine Möglichkeit, das Produkt kommerziell gewinnbringend zu vertreiben", erklärte Dyson am Donnerstag. Das Autoprojekt werde deshalb eingestellt, hieß es in der Erklärung. Dyson, bekannt vor allem für seine beutellosen Staubsauger, hatte 2017 angekündigt, ein Elektrofahrzeug zu entwickeln und dafür rund 2,8 Milliarden Euro zu investieren. Noch im Mai hatte Firmengründer James Dyson erklärt, man liege beim anvisierten Marktstart zum Jahr 2021 weitgehend im Plan und habe die Kosten im Griff. Dyson betonte jetzt in einer E-Mail an die Mitarbeiter, die Aufgabe der Autopläne sei "weder auf Mängel beim Produkt noch auf ein Versagen des Entwicklungsteams zurückzuführen". Dyson habe auch versucht, einen Käufer für das Projekt zu finden - "was allerdings bisher leider erfolglos geblieben ist". Die Firma werde aber von der für das Auto entwickelten Batterietechnologie profitieren. 

Audi-Betriebsrat fordert Arbeitsplatzsicherung für Neckarsulm 

Alexander Reinhart fand auf der Betriebsversammlung deutliche Worte zur aktuellen Situation im Unternehmen. Dem Betriebsrat fehle es weiterhin an verlässlichen Plänen zur Zukunftssicherheit des Werks Neckarsulm. Die Elektrifizierung des Standorts sei bereits vor zwei Jahren vereinbart worden. Doch die Verbindlichkeit von Zusagen habe zuletzt stark gelitten. „Wir Audianer wollen uns aufeinander verlassen können. Das müssen wir auch, denn die Branche steht vor einem nie dagewesenen Wandel, den wir nur gemeinsam schaffen“, betonte Betriebsrat Alexander Reinhart vor rund 3.000 Beschäftigten. Betriebsrat und Belegschaft fordern seit Monaten eine klare Perspektive für das Werk Neckarsulm. Im Kern geht es um eine Verbesserung der anhaltend schlechten Auslastung, zukunftsträchtige Technikprojekte und die Einrüstung von zukunftsfähigen Fahrzeugen. Der ersehnte Aufbruch lässt jedoch auf sich warten. Die Werkbelegung der nächsten Jahre ist weiterhin unklar. Gemachte Zusagen des Vorstands stehen auf dem Prüfstand: „Sie haben Neckarsulm zwei volumenstarke E-Modelle und eine Batteriemontage zugesichert. Halten Sie ihr Wort und nehmen Sie die rund 17.000 Menschen am Standort von Beginn an mit in die Elektromobilität“, forderte Alexander Reinhart unter viel Applaus.

Porsche und Boeing arbeiten am Flugzeug für Stadtverkehr

Die Zuffenhausener hat sich für sein im vergangenen Jahr angekündigtes Projekt eines Elektro-Hubschraubers mit dem US-Flugzeugbauer Boeing zusammengetan, berichtet "Reuters". Ingenieure beider Unternehmen sollten die Zukunft “urbaner Fluggeräte” untersuchen und ein Konzept für ein elektrisches Flugzeug entwickeln, das senkrecht starten und landen könne, teilte Porsche am Donnerstag mit. Gemeinsam soll das potenziell wichtige Marktsegment der Zukunft angegangen werden, erklärte Porsche-Vertriebschef Detlef von Platen. Die Consulting-Tochter des Sportwagenbauers geht davon aus, dass der Markt für solche Verkehrsmittel ab 2025 rasch wachsen wird. Es gibt bereits einige Projekte von Firmen für Flugshuttles, mit denen betuchte Kunden Staus in Großstädten überfliegen könnten. Das deutsche Startup Volocopter, an dem Daimler und Intel beteiligt sind, strebt eine Zulassung für 2021 an. Boeing-Rivale Airbus arbeitet an einem CityAirbus und an einem Einsitzer namens Vahana. Offen ist, ob die Bevölkerung in Großstädten mit viel Auto- und manchmal auch Flugverkehr zusätzlich noch das Surren vieler Flugtaxis über dem Kopf verträgt.