Kapsch TrafficCom

Die Verkehrswende stockt – digitale Tools könnten Beschleunigung bringen

Die Wetterextreme der vergangenen Wochen und Monaten verändern auch die Sichtweise der Österreicherinnen und Österreicher hinsichtlich Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Den Ergebnissen einer Umfrage zufolge bewerten 74 % der Befragten Emissionen kritischer und halten den aktuellen Stand beim Klimaschutz für nicht länger akzeptabel.

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Staus bedeuten Stress, erhöhten Treibstoffbedarf und damit auch höheren CO2-Ausstoß

Für den Großteil der für den Kapsch-TrafficCom-Index 2021 Interviewten (81 %) dauert besonders der Umstieg auf CO2-freie Pkw zu lange. Auch das von der EU in Aussicht gestellte Verbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035 wird an der schleppenden Entwicklung beim Klimaschutz wenig ändern. Hingegen könnten Staus, die mitunter einen hohen Anteil von CO2-Emissionen haben, mittels wirksamer Werkzeuge wie digitalen Ampelschaltungen oder Smartphone—Apps von Stadtverwaltungen reduziert werden.

82 % rechnen damit, dass der Autoverkehr kurzfristig weiter steigen wird, weil Personen zu Zeiten der Covid-19-Pandemie lieber das eigene Fahrzeug als öffentliche Verkehrsmittel bevorzugen. 71 % geben an, dass sie Angst vor verstärkten Gesundheitsproblemen aufgrund von Verkehrsstaus und Emissionen haben. Als die größten Hindernisse benennt der Kapsch-TrafficCom-Index 2021 die mangelnde Teilhabe der Bevölkerung an Mobilitätskonzepten und die schleppende Vernetzung von Autos und Ampeln.

Verbote hemmen die Umsetzung

87 % der Interviewten sind aber auch stark oder sehr stark der Meinung, dass die Verkehrswende häufig auf Verbote setzt und damit die Umsetzung gehemmt wird. Gewünscht werden Mobilitätsstrategien zum Mitmachen – Smartphone-Apps kommt hier eine Schlüsselrolle zu. 79 % halten es für wichtig, dass eine Smartphone-App den Nutzern unterschiedliche Abfahrtzeiten vorschlägt, damit sie flüssiger durch den Straßenverkehr kommen. Außerdem halten es 67 % für wichtig, dass ihnen eine „Grüne Welle“ durch die Smartphone-App angezeigt wird. Für Fahrten von A nach B wünschen sich 72 % der Befragten, unabhängig vom Transportmittel so schnell wie möglich an ihr Ziel zu kommen und 76 %, ohne Staus an Ampeln mit „Grüner Welle“ zu fahren.

15 % Spriteinsparung durch flüssigeren Verkehr

Ein flüssigerer Autoverkehr kann beispielsweise mit der digitalen Verkehrslenkung erzielt. Kapsch ist mit der Beteiligung Traffic Technology Services (TTS) in diesem Bereich tätig, den ersten Service dieser Art realisiert der Fahrzeugbauer Audi unter der Bezeichnung „Traffic Light Info“. „Hierbei werden die Ampelschaltungen der nächsten Minuten vorhergesagt und den Fahrern mitgeteilt, wann sie Grün bekommen und bei welcher Geschwindigkeit sie in der ‚grünen Welle‘ mitschwimmen können“, erklärt Georg Kapsch, CEO von Kapsch TrafficCom. Damit können bis zu 15 % Treibstoff eingespart werden, zudem erfolgt die Fahrt deutlich stressfreier. Aber es ist noch mehr möglich: „Wenn wir auch noch Routenführung und Navigation mit dem Verkehrsmanagement verbinden, können wir den Verkehr optimal im Netz verteilen und den Stau in Städten zumindest halbieren“, ergänzt Michael Ganser, Mobilitätsexperte bei Kapsch TrafficCom.