Morning Briefing - 12.07.2019

Deutsche Bundesregierung erachtet CO2-Steuer als zielführend  - Daimler macht Milliardenverlust und senkt Prognose erneut - Volkswagen-Konzern konnte Auslieferungen im Juni steigern 

Das Wichtigste in Kürze zusammengefasst.

Von

Deutsche Bundesregierung erachtet CO2-Steuer als zielführend  

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hält eine CO2-Steuer auf Sprit und Heizöl für den schnellsten Weg zu den Klimazielen für das Jahr 2030. Die Steuer müsse aber regelmäßig angepasst und die Einnahmen allein für den Klimaschutz verwandt werden, heißt es in dem Gutachten der fünf sogenannten Wirtschaftsweisen, das Kanzlerin Angela Merkel am Freitag überreicht wurde. Sollte der Weg einer CO2-Steuer gegangen werden, plädieren die Experten für einen Preis zwischen 25 und 50 Euro pro Tonne ausgestoßenem CO2. Je niedriger der Einstiegstarif, desto schärfer müssten künftige Erhöhungen ausfallen. Zur Einordnung: Eine Steuer von 35 Euro würde den Spritpreis an Tankstellen um etwa zehn Cent pro Liter erhöhen. Deutschland hinkt seinen internationalen Verpflichtungen besonders im Verkehr und im Gebäudesektor hinterher. Bis 2030 muss der Treibhausgas-Ausstoß um 55 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen. Bislang sind dies nicht einmal 30 Prozent. 

Daimler macht Milliardenverlust und senkt Prognose erneut

Wegen der Dieselabgas-Affäre, Airbag-Rückrufen, Produktionsproblemen und Absatzschwierigkeiten werde das Betriebsergebnis im laufenden Jahr nicht stagnieren, sondern deutlich sinken, teilte der Autobauer mit. Im zweiten Quartal schrieb Daimler einen operativen Verlust (Ebit) von 1,6 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 2,6 Milliarden im Vorjahresquartal. Die Daimler-Aktie sackte zu Börsenbeginn um bis zu 4,5 Prozent ab und riss auch die Titel der Konkurrenz mit. Volkswagen und BMW fielen jeweils um bis zu 1,5 Prozent. Zur Begründung für die Neueinschätzung nannte der Konzern höhere Rückstellungen für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags, behördlichen und gerichtlichen Verfahren hinsichtlich Dieselfahrzeugen, eine Umsortierung des Produktportfolios von Mercedes-Benz Vans, verlangsamte Produktionshochläufe und eine Wachstumsschwäche der Automobilmärkte. 

Volkswagen Konzern konnte Auslieferungen im Juni steigern 

Die Auslieferungen des Volkswagen Konzerns stiegen im Juni um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 974.400 Fahrzeuge. Treiber dieser positiven Entwicklung war vor allem China, wo 15 Prozent mehr Fahrzeuge als im Juni 2018 an Kunden übergeben wurden. Dort gilt seit 1. Juli 2019 die neue Emissionsnorm C6, was zu vorgezogenen Autokäufen im Juni führte. Anders sieht die Situation auf dem europäischen Automobilmarkt aus: In der Region Europa wurden 435.000 Fahrzeuge ausgeliefert, das entspricht einem Rückgang um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bedingt durch die Umstellung auf den Prüfzyklus WLTP lagen die Auslieferungen im Juni 2018 dort durch vorgezogene Käufe auf höherem Niveau. In der Region Nordamerika entwickelten sich die Märkte unterschiedlich. Insgesamt war bei den Auslieferungen ein leichter Rückgang um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 80.700 Fahrzeuge zu verzeichnen.