Studie

Deloitte-Studie sieht E-Autos auf der Überholspur

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmen prognostiziert, dass in zehn Jahren weltweit bereits jeder dritte verkaufte Neuwagen mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein wird.

Elektrofahrzeuge sind laut einer Deloitte-Studie auf der Überholspur: In zehn Jahren wird weltweit bereits jeder dritte verkaufte Neuwagen mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein. Zu diesem Schluss kommt das Beratungsunternehmen in einer aktuellen Analyse. Demnach wird die Gesamtzahl der in einem Jahr verkauften Elektrofahrzeuge bis 2030 voraussichtlich auf 31,1 Millionen ansteigen. Ein wachsendes Angebot und immer bessere Rahmenbedingungen treiben aktuell die Etablierung von E-Autos voran.

Automobilbranche im Umbruch 

Die Corona-Krise hat den Automobilsektor und dessen Zuliefererindustrie schwer getroffen. Viele Branchenvertreter klagen über tiefgreifende Umsatzeinbrüche. Trotzdem rechnet Deloitte heuer mit insgesamt 2,5 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen weltweit. Und auch auf lange Sicht scheint der Trend hin zu elektronisch betriebenen Autos ungebrochen zu sein: Das Beratungsunternehmen prognostiziert in den folgenden Jahren ein steiles Wachstum für die Verkaufszahlen am E-Automarkt.

„Ausgehend von einer jährlichen Durchschnittswachstumsrate von 29 Prozent wird die Verkaufszahl bis 2025 bei 11,2 Millionen liegen. Für 2030 ist demnach mit 31,1 Millionen verkauften E-Autos zu rechnen“, analysiert Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. „Vor allem vollelektrische Modelle sind stark im Kommen und werden bis dahin 81 Prozent der neu verkauften Elektrofahrzeuge ausmachen.“

Laut Deloitte Prognose werden E-Autos bis 2030 einen globalen Gesamtmarktanteil von 32 Prozent ausmachen. In Europa wird sogar mit 42 Prozent Marktanteil gerechnet, in China mit beachtlichen 48 Prozent. Die USA hinken hinterher und werden voraussichtlich rund fünf Jahre hinter dem europäischen Markt zurückliegen.

Neue Modelle und bessere Rahmenbedingungen

Der Schlüssel für den Erfolg der Elektrofahrzeuge liegt in der positiveren Grundhaltung vieler Konsumenten. Neben dem wachsenden Umweltbewusstsein lösen sich ursprüngliche Bedenken und Hindernisse hinsichtlich des E-Auto-Kaufs zunehmend auf. So bessert sich etwa das regulatorische Umfeld für die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges und finanzielle Anreize in Form von Förderungen unterstützen bei der Kaufentscheidung. Auch die Entwicklung neuer Modelle spielt eine wesentliche Rolle für die Etablierung der E-Autos: Sowohl niedrigpreisige als auch luxuriöse Marktsegmente müssen bedient werden.

„Neben der immer größeren Auswahl an neuen Elektrofahrzeugen ist auch der wachsende Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos ein Grund, warum ein Elektroantrieb für immer mehr Konsumenten eine Option wird. Ein weiterer Hebel für die breite Etablierung findet sich auf Unternehmensebene: Firmenwagen und Unternehmensflotten machen den größten Teil bei Neuwagenverkäufen aus“, so Marterbauer. „Die noch teils eingeschränkte Reichweite und unzureichende Ladeinfrastruktur sind jedoch Punkte, an denen angesetzt werden muss. Hier sind sowohl die Automobilbranche als auch der öffentliche Sektor gefordert.“

Automobilbranche erst 2024 wieder auf Vor-Corona-Niveau

Durch die Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wurden die internationalen Lieferketten erheblich gestört und viele Händler mussten vorübergehend schließen. Das hat Spuren hinterlassen: Laut Deloitte werden die jährlichen Autoverkäufe erst ab 2024 wieder das Vor-Krisen-Niveau erreichen. Es wird aber erwartet, dass sich das Elektrofahrzeuge-Segment schneller als der Rest des Automarktes erholen wird.

„Die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen haben sich in einigen Regionen trotz Krise gut entwickelt. Das unterstreicht nochmals das Zukunftspotenzial dieser Technologie. Im Gegensatz dazu ist damit zu rechnen, dass der Marktanteil von Benzinern und Dieselfahrzeugen immer mehr abnehmen wird“, betont Gerhard Marterbauer abschließend.