Kfz-Leasing

Chinesen leasen am liebsten

Zwar werden im Reich der Mitte besonders viele Auto-Leasingverträge abgeschlossen, aber schon an zweiter Stelle eines weltweiten Leasing-Rankings rangiert ein europäisches Land.

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Das Neuwagengeschäft in Österreich boomte im ersten Halbjahr 2018 – allein schon wegen der Vorzieheffekt durch den Prüfzyklus WLTP. Doch im Neuwagensektor boomt noch etwas anderes ganz besonders: das Kfz-Leasing. Das schlägt sich auch mit einem mit einem Plus von 13,3 Prozent und aktuell 2,9 Milliarden Euro nieder. Fahrzeugleasing wird für Privatleute immer beliebter, vor allem Verträge mit der Option zum späteren Kauf.

Doch auch das Bestandsvolumen an Fuhparkmanagement-Verträgen wuchs im ersten Halbjahr um 12,7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, wie eine Erhebung durch den österreichischen Leasingverband (VOL) ergab. Bereits mehr als jeder Zweite setzt auf Leasing als Finanzierungsform und lässt die betriebliche Leasingquote auf sensationelle 54,7 Prozent (+ 5,9 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich) steigen. Weiterhin stark gefragt ist das externe Management von Firmenflotten durch Fullservice-Lösungen: Leasingverträge dieser Art konnten zuletzt ein Wachstum von 11,3 Prozent verzeichnen.

Der Kaufpreis ist nicht entscheidend

Im Nachbarland Deutschland ist mittlerweile jedes vierte Auto geleast. Für Autohändler bietet das neue Chancen, Kunden an sich zu binden, denn Leasingangebote können die Treue zu einer Automarke steigern, ergab eine Studie des Finanzunternehmens Consors. Das glauben zumindest mehr als die Hälfte (55 Prozent) der weltweit Befragten. In Deutschland sind es 38 Prozent. Besonders überzeugt von Leasing sind Chinesen (75 Prozent) und Polen (63 Prozent).

„Autofahrer wollen vor allem flexibel sein“, betont Bernd Brauer, Head of Automotive Financial Services von Consors Finanz. “Sie binden sich nicht allzu lang an ein Modell, sondern haben nach wenigen Jahren alle Optionen, sich neu für ein Auto zu entscheiden - für ein anderes Modell, einen anderen Antrieb, ein neues Lebensgefühl“, ergänzt Brauer.

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72 Prozent der Befragten tragen bei der Entscheidung für ein neues Auto die Sorge, bei dem stetigen Wandel auf dem Automobilmarkt etwas Neues oder Bahnbrechendes zu verpassen. 23 Prozent wechseln die Automarke aus reiner Neugierde.

Hinzu kommen finanzielle Aspekte: Allein ein günstiger Kaufpreis ist für die Kunden nicht mehr ausschlaggebend. "Sie suchen vielmehr nach der Gesamteinsparung während der Nutzungszeit", weiß Brauer. Ziel ist, dass die laufenden Kosten für die Mobilität nicht jeden Monat ein riesiges Loch in die Haushaltskasse reißen. Daher seien etwa feste monatliche Leasing-Raten wichtig. Für die Studie wurden insgesamt 10.600 Autobesitzer weltweit befragt, die ihren Wagen vor weniger als fünf Jahren gekauft haben.

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