Ladepark : Autohaus Ortner bietet große E-Ladeinfrastruktur
Harald Großauer, Geschäftsführer ÖAMTC Oberösterreich, Marcella Kral, Senior Manager B2B-Kooperationen-Elektromobilität ÖAMTC und Walter Kreisel, Gründer von neoom
- © Oliver KochIm September fand beim Autohaus Ortner in Wartberg ob der Aist (Mühlviertel, Oberösterreich) die feierliche Eröffnung des Ladeparks statt. Der sogenannte „Grüne Ladepark Ortner“ erzeugt mithilfe einer eigenen Photovoltaikanlage grünen Strom – genug für etwa 350 Haushalte.
20 Ladepunkte in Wartberg
Die Dimensionen sind dabei beeindruckend. Insgesamt weist der Ladepark 20 Ladepunkte mit bis zu 400 kW (Kilowatt) Ladeleistung auf. Zusätzlich gibt es am Standort einen LKW-Ladepunkt, mit einem Megawatt Spitzenladeleistung. Zur Abrundung können dort auch E-Bikes geladen werden – diese übrigens kostenlos.
Vier Ladepunkte verfügen dabei über eine Leistung von 400 kW, sechs können die E-Autos und Plug-ins mit bis zu 200 kW "auftanken". Was waren die Gründe für dieses Millionenprojekt? Hier nennt Firmenchef Michael Ortner mehrere Gründe: "Die E-Mobilität erobert immer mehr Marktanteile. Wir können Strom unabhängig von Anbietern erzeugen und vermarkten. Und wir nehmen auch Verantwortung wahr, denn es ist ein Beitrag für mehr Grünstrom." Die bestehende Infrastruktur sei zudem noch nicht ausreichend, "auch da leisten wir unseren Beitrag", so Ortner. Die Lage sei zudem äußerst günstig: Nur wenige Meter von der Mühlkreisautobahn entfernt und direkt neben der stark frequentierten B124 gelegen. „Die E-Mobilität gewinnt immer mehr an Bedeutung. Und das Laden erfolgt eben nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs. Darauf haben wir als Autohaus natürlich reagiert", sagt Michael Ortner.
Abrechnung erfolgt über den ÖAMTC
Und Stichwort Abrechnung. Diese erfolgt über den ÖAMTC, was speziell für Kunden den großen Vorteil bringt, dass de facto sämtliche Ladekarten bei den Schnellladesäulen akzeptiert werden. Die Abrechnung erfolgt also ausschließlich nach tatsächlich geladenen Kilowattstunden (kWh). Dazu noch angemerkt: Das gilt für das gesamte ÖAMTC ePower Lade- und Partnernetz mit rund 24.000 Ladepunkten in Österreich. „Mit der ePower-App bietet der ÖAMTC seinen Mitgliedern eine einfache, transparente und flächendeckende Lösung für das Laden von Elektrofahrzeugen – mit Echtzeitinformationen, fairer kWh-basierter Abrechnung und Zugang zu tausenden Ladepunkten österreichweit“, erklärt diesbezüglich Harald Großauer, seines Zeichens Geschäftsführer des ÖAMTC Oberösterreich bei der Eröffnung. Roaming ist ebenfalls möglich – auch außerhalb des ÖAMTC-Netzes. Die Zusatzkosten wie Blockiergebühren sind ebenso klar geregelt und die Bezahlung und Kontrolle erfolgen digital und benutzerfreundlich. Beim Ladepark Ortner kann darüber hinaus jeder, der keine Ladekarte besitzt, kann auch mit Kreditkarte bezahlen. Laut Großauer sei der Ladepark „ein Vorzeigeprojekt, nicht nur in Oberösterreich, sondern weit über die Bundeslandgrenzen hinaus“. Ortner ist darüber hinaus Mitglied einer lokalen Energiegemeinschaft. Das bringt weitere Vorteile mit sich. Denn generell unterliegt Strom, der innerhalb der Gemeinschaft erzeugt und verbraucht wird, reduzierten Netzentgelten und geringeren Abgaben – das senkt die Stromkosten deutlich. Was daraus folgt: Elektroautos können gezielt dann geladen werden, wenn lokal erzeugter Strom verfügbar ist.
Amortisation binnen weniger Jahre
Allein das Investment in die Speicherkomponenten des komplexen Systems belief sich auf ungefähr drei Millionen Euro. Dank des intelligenten Zusammenspiels von Energiegemeinschaft, PV-Anlage, Speicherlösung und Lademanagement liege aber laut Walter Kreisel, Geschäftsführer des Mühlviertler Unternehmens neoom, das die Speicherlösung installiert hat, die Amortisationszeit bei „deutlich weniger als zehn Jahren“. Während der Ladezeit haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, diese in angenehmer Atmosphäre zu überbrücken – sei es im 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffneten Genussladen, in der überdachten Halle oder in der Lounge mit WLAN. Das Sortiment des Genussmarktes umfasst unter anderem Grillspezialitäten, servierfertige Mahlzeiten, Milch, Eier, Wurst und Käse - alles aus der Region.