Kraftstoffe & Emissionen : Biodiesel-Beimischung als kurzfristiger Hebel für Flottenemissionen
Seit der Einführung der Biokraftstoffbeimischung in Österreich konnten bereits rund 30 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden.
- © Münzer BioindustrieNach Angaben der Münzer Bioindustrie leisten Biokraftstoffe bereits heute den größten Beitrag zur CO₂-Reduktion im österreichischen Verkehrssektor. Durch ihren Einsatz werden jährlich mehr als 1,6 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Seit Beginn der Beimischung von Biokraftstoffen vor rund 20 Jahren summiert sich die Einsparung laut ministeriellem Sachstandsbericht auf 30 Millionen Tonnen CO₂.
Begrenzte Beimischung bremst Emissionsminderung
Derzeit ist in Österreich eine Biodiesel-Beimischung von maximal 7 Prozent (B7) erlaubt. Diese Begrenzung gilt laut Münzer Bioindustrie als konservativ und verhindert, dass vorhandene heimische Produktionskapazitäten vollständig genutzt werden. Gleichzeitig wird damit eine höhere Emissionsminderung verhindert, obwohl diese technisch möglich wäre.
Nachhaltiger, abfallbasierter Biodiesel wird in der Europäischen Union produziert, ist sofort verfügbar und kann die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 Prozent reduzieren. Er kann in bestehenden Dieselfahrzeugen eingesetzt werden, ohne dass technische Anpassungen oder zusätzliche Infrastruktur erforderlich sind.
B10 als kurzfristig verfügbare Option
Eine Anhebung der erlaubten Beimischung auf 10 Prozent Biodiesel (B10) würde den erneuerbaren Anteil im Kraftstoff unmittelbar erhöhen und die Emissionen pro Liter senken. In mehreren Ländern ist dieser Schritt bereits umgesetzt: Frankreich und Portugal nutzen höhere Beimischungen wie B10 oder B15, Deutschland und Irland haben B10 Anfang 2024 eingeführt. Außerhalb Europas sind in Südamerika Beimischungen von B20 oder B30 verbreitet.
Nach Einschätzung von Münzer Bioindustrie wären die Voraussetzungen für eine Einführung von B10 auch in Österreich gegeben. Die Produktionskapazitäten seien vorhanden, die Fahrzeugflotte sei kompatibel und die Technologie bereits im Einsatz. Eine Anhebung der Beimischung gilt daher als kurzfristig wirksamer und erprobter Ansatz zur Reduktion der Verkehrsemissionen.
Neben dem Klimaschutzeffekt würden höhere Beimischungen auch zur Versorgungssicherheit beitragen und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern.