Sensortechnik

emotion3D bringt Know-how in neuartige Sicherheitstechnologie ein

Derzeit sind die Möglichkeiten passiver Sicherheitssysteme überschaubar. Passive Sicherheitssysteme in Fahrzeugen, wie Airbags, funktionieren aufgrund von fehlenden technischen Möglichkeiten für eine durchschnittliche männliche Physiologie am besten, alle anderen werden benachteiligt. Das soll sich ändern. In enger Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer Veoneer und AVL aus Graz bringt das junge in Wien ansässige Unternehmen emotion3D eine Technologie zur Marktreife, die auch Kinder, ältere Menschen und Frauen besser schützt.

Von

„Heutzutage gibt es keine Möglichkeit, passive Sicherheitssysteme präzise auf die Fahrzeuginsassen abzustimmen – mit schwerwiegenden Folgen“, betont Benedikt Spannocchi, Head of Business Development bei emotion3D. Gemeinsam mit Veoneer und AVL soll sich das ändern. 

Gemeinsam mit Veoneer und AVL entwickelt emotion3D über die nächsten zwei Jahre eine neue Sicherheitstechnologie für Fahrzeuge.  Die drei Projektbeteiligten gaben bekannt, die Technologie auf ein neues Sicherheitsniveau heben zu wollen und das weltweit erste "personalisierte" und smarte Rückhaltesystem auf den Markt zu bringen. Diese Technologie (engl. „Restraint Control System“) steuert alle passiven Sicherheitssysteme, wie zum Beispiel Airbags, die während eines Crashes aufgehen. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei Sensoren und Mikroprozessoren im Fahrzeug.

Sicherheitssysteme auf Fahrinsassen abstimmen 

„Die Entwicklung des Projekts ‚Smart-RCS‘ erfolgt im Rahmen des EU-Förderprogramms ‚Horizon 2020: Fast Track to Innovation‘ und befindet sich schon sehr nah an der Produktreife“, erklärt Benedikt Spannocchi, Head of Business Development bei emotion3D. Er bringt für das firmenwagen-Magazin auf den Punkt, um was es dabei im Kern geht: „Heutzutage gibt es keine Möglichkeit, passive Sicherheitssysteme präzise auf die Fahrzeuginsassen abzustimmen – mit schwerwiegenden Folgen“, betont Spannocchi. „Für alle Menschen, die von den in den Testprotokollen festgelegten Crash-Test Dummies abweichen, funktionieren Airbagsysteme nur suboptimal. Mit unserem Projekt bearbeiten wir dieses Problem“, so Spannocchi.  Das Ziel ist der optimale Schutz der Fahrzeuginsassen. Zusätzlich werden die Funktionen der Fahrerassistenzsysteme zunehmend das Crashverhalten von Fahrzeugen und damit die Körperdynamiken der Insassen verändern – auch hier müssen Passive Sicherheitssysteme dringend nachziehen, betont der Experte.

Der "Durchschnittsmann" ist heute klar im Vorteil 

Derzeit sind die Möglichkeiten überschaubar. Passive Sicherheitssysteme, wie Airbags, funktionieren aufgrund von fehlenden technischen Möglichkeiten für eine durchschnittliche Physiologie am besten. Der „Durchschnittsmann“ wird zum Beispiel als 1,75 m groß und 78 Kilogramm schwer definiert. Auf diese Werte ist dann auch das passive Sicherheitssystem abgestimmt. Das ist jedoch ein Nachteil für alle jene Menschen, die von diesen Durchschnittswerten abweichen - darunter Kinder oder ältere Menschen. Auch die Physiologie der Frau wird aktuell nicht optimal berücksichtigt.

3D-Sensor bringt Erkenntnis über Fahrinsassen 

Eine Studie der Universität von Virginia ergab, dass weibliche Insassen einem bis zu 73% höheren Risiko ausgesetzt sind, schwere Verletzungen zu erleiden als männliche Insassen. Solange passive Sicherheitssysteme nicht auf individuelle Eigenschaften eingehen können, ist es unmöglich, optimalen Schutz für alle Lenkerinnen und Lenker und Passagiere zu bieten, sind sich die Projektpartner einig. Unter Verwendung eines 3D-Sensors, zum Verständnis des Fahrzeuginnenraums, wird das System eine Vielzahl relevanter individueller und situativer Faktoren wie Körperbau, Position und Haltung, Gewicht und Geschlecht berücksichtigen können, heißt es in einer aktuellen Aussendung zu diesem Thema. 

"Smart-RCS wird personalisierten und situationsgerechten Schutz für jeden bieten. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit im Auto zu erhöhen.", sagt Tom Herbert, Product Director bei Veoneer. Die Einführung von personalisierten Rückhaltesystemen wird es erforderlich machen, neue Test- und Validierungsmethoden zu entwickeln. "Wir bei AVL freuen uns, unsere Technologie und Expertise im Bereich Automotive Testing und Validation in dieses Projekt einbringen zu können", sagt Theodor Sams, Leiter Forschung und Innovation bei AVL.

Mehr zu emotion3D:

Wie die Innenraumkamera den Firmenwagen sicherer macht