Dienstwagenbesteuerung : Wirtschaft warnt: E-Auto-Sachbezug könnte Firmenflotten ausbremsen

ChatGPT/OpenAI (KI-generiert)

Die geplante Einführung eines Sachbezugs für Elektro-Dienstwagen stößt auf Kritik aus Wirtschaft und Branchenverbänden. Sie warnen vor negativen Auswirkungen auf die Elektromobilität in Österreich.

- © ChatGPT/OpenAI (KI-generiert)

Die geplante Einführung eines Sachbezugs für privat genutzte Elektro-Dienstfahrzeuge sorgt weiterhin für Kritik aus mehreren Bereichen der Wirtschaft. Branchenvertreter sehen darin ein Signal, das den Umstieg auf elektrische Antriebe bremsen und Investitionen in nachhaltige Mobilität erschweren könnte.

Ausgangspunkt der Diskussion sind die im Rahmen des Doppelbudgets 2027/2028 angekündigten Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Elektro-Dienstfahrzeugen. Bislang sind rein elektrische Firmenwagen bei privater Nutzung vom Sachbezug befreit. Diese Regelung galt in den vergangenen Jahren als wichtiger Anreiz für Unternehmen, ihre Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Unternehmen als zentrale Treiber der E-Mobilität

Nach Angaben des Verbands österreichischer Leasing-Gesellschaften werden rund 70 Prozent aller neu zugelassenen Elektroautos von Unternehmen angeschafft. Die bisherige Sachbezugsbefreiung habe dabei eine wesentliche Rolle gespielt. Durch die geplante Änderung könnte die Attraktivität von Elektrofahrzeugen im Firmenbereich sinken.

Auch der österreichische Fahrzeughandel warnt vor möglichen Auswirkungen auf die Mobilitätswende. Laut Bundesgremium Fahrzeughandel wurden zuletzt 66 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge auf Unternehmen angemeldet. Gleichzeitig verfügten sechs von zehn Neuzulassungen bereits über einen Hybrid- oder Elektroantrieb.

Burkhard Ernst, stellvertretender Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels, sieht die Pläne kritisch: „Es wäre ökologisch und ökonomisch der völlig falsche Weg, nun einen Sachbezug einzuführen und könnte die Bereitschaft zum Umstieg ersticken.“

Kritik an fehlender Planungssicherheit

Mehrere Branchenvertreter verweisen auf langfristige Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Fahrzeuge würden häufig über mehrere Jahre kalkuliert und angeschafft. Änderungen bei steuerlichen Rahmenbedingungen könnten daher Auswirkungen auf bestehende Investitionsrechnungen haben.

Alexander Nekolar, Präsident des Verbands österreichischer Leasing-Gesellschaften, fordert verlässliche Rahmenbedingungen: „Unternehmen brauchen klare und verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie ihre Fahrzeugflotten langfristig und wirtschaftlich planen können.“

Auch die österreichischen Automobilimporteure sprechen sich gegen eine Abschaffung oder Einschränkung der bisherigen Regelung aus. Die Sachbezugsbefreiung sei ein wichtiges Instrument der österreichischen Klima-, Mobilitäts- und Standortpolitik.

Auswirkungen auf Ladeinfrastruktur und Energiewende befürchtet

Kritik kommt zudem aus dem Elektrohandel. Dort wird argumentiert, dass Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, Photovoltaik und Speicherlösungen eng miteinander verbunden seien. Eine geringere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen könnte daher auch Investitionen in angrenzende Bereiche bremsen.

Robert Pfarrwaller, Obmann des Bundesgremiums des Elektro- und Einrichtungsfachhandels in der Wirtschaftskammer Österreich, warnt: „Wer Unternehmen jahrelang in Richtung E-Mobilität lenkt und dann plötzlich die steuerlichen Spielregeln ändert, beschädigt Vertrauen, Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft.“

Die Bundesregierung hat die Einführung eines Sachbezugs für Elektro-Dienstfahrzeuge im Zuge der Budgetmaßnahmen angekündigt. Details zur konkreten Ausgestaltung der Regelung liegen derzeit noch nicht vor.