Ladeinfrastruktur : So soll intelligentes Laden von Dienstwagen günstiger werden

Von links nach rechts: Andreas Wallén, Erik Yesayan (beide go-e), Nick Verhoeven (Kraken), Susanne Palli (go-e), Stanislav Remezov (Kraken)

V.l.: Andreas Wallén, Erik Yesayan (beide go-e), Nick Verhoeven (Kraken), Susanne Palli (go-e), Stanislav Remezov (Kraken)

- © go-e/Hölzl

Der österreichische Anbieter von AC-Ladelösungen go-e und das Energieplattform-Unternehmen Kraken haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel der Kooperation ist die Integration der go-e-Ladegeräte in das Energie-Ökosystem von Kraken, um das intelligente Laden von Elektrofahrzeugen im privaten Bereich europaweit zu ermöglichen.

Durch die Zusammenarbeit sollen Energieversorger das Laden von Elektrofahrzeugen automatisch steuern können. Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Stromverbrauch in Zeiten verlagern, in denen Energie günstiger, sauberer und in größerem Umfang verfügbar ist. Laut den Unternehmen soll dies Lastspitzen im Stromnetz reduzieren, Ladekosten senken und die Integration erneuerbarer Energien unterstützen.

Intelligente Steuerung des Ladevorgangs

Die Ladegeräte von go-e werden in die Plattform von Kraken integriert, die nach Unternehmensangaben mehr als 90 Millionen Kundenkonten von Energieversorgern auf mehreren Kontinenten verwaltet. Das System übernimmt die automatische Steuerung des Ladevorgangs und soll Energieverbrauch sowie Ladezeiten optimieren.

Die Unternehmen sehen darin einen Beitrag zu einem flexibleren und dekarbonisierten Energiesystem. Gleichzeitig sollen Nutzerinnen und Nutzer von niedrigeren Energiekosten profitieren, ohne ihr Ladeverhalten manuell anpassen zu müssen.

Kooperation soll Energie und Mobilität verbinden

„Diese Ankündigung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt“, sagt Erik Yesayan, CEO von go-e. Er verweist darauf, dass die Beschäftigung im Bereich erneuerbarer Energien in Großbritannien mittlerweile jene der fossilen Industrie übersteigt und in der Europäischen Union bereits 1,8 Millionen Menschen in diesem Sektor tätig sind. Gleichzeitig erzeugten Solar- und Windenergie heute mehr Strom als fossile Energieträger, während die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und intelligenten Ladelösungen weiter wachse.

Nach Angaben von Yesayan übernimmt Kraken zentrale Funktionen moderner Energiemärkte, darunter Abrechnung, Kundenservice, Netzflexibilität und die Steuerung intelligenter Geräte. go-e ergänzt dieses System mit seinen Ladelösungen für Elektrofahrzeuge. Gemeinsam entstehe eine skalierbare Lösung für energiebezogene Anwendungen rund um das Laden von Elektrofahrzeugen.

Energiewende als gemeinsames Ziel

Auch Kraken sieht in der Kooperation einen Beitrag zur weiteren Elektrifizierung des Verkehrs. „Mit der Abkehr von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird Strom zu einem der wichtigsten Bestandteile der Haushaltsausgaben. Der Erfolg der Energiewende hängt davon ab, dass Verbraucher mühelos an einem modernen, flexiblen Energiesystem teilnehmen und von der günstigsten und saubersten verfügbaren Energie profitieren können“, sagt Devrim Celal, Chief Flexibility Officer bei Kraken.

Nach Angaben der beiden Unternehmen soll die Zusammenarbeit Fahrerinnen und Fahrern von Elektrofahrzeugen dabei unterstützen, intelligenter zu laden, Energiekosten zu senken und gleichzeitig ein flexibles Stromsystem in Europa zu fördern.