E-Mobilität in Europa : EU vor Ladeboom: Deutschland schließt rasant zu Spitzenreitern auf
Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Ladeinfrastruktur: Deutschland schließt zu den Niederlanden auf.
- © Sönke Hayen - stock.adobe.comDer Trend in der EU geht weiter in Richtung Elektromobilität. 2025 lag der Marktanteil rein elektrisch betriebener Pkw und Lieferwagen bei 17,4 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil von Benzin- und Diesel-Pkw auf 35,5 Prozent, rund zehn Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor.
Auch bei Nutzfahrzeugen zeigt sich eine deutliche Entwicklung: Mehr als 26.000 elektrische Lkw wurden neu zugelassen, ein Anstieg von über 70 Prozent.
Die Ladeinfrastruktur wächst entsprechend. In der EU gibt es mittlerweile mehr als eine Million öffentliche Ladepunkte sowie über 1.500 Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge.
Unterschiede zwischen den EU-Ländern
Beim Ausbau der Infrastruktur zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Zu den führenden Ländern zählen die Niederlande, Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien.
Deutschland hat sich zuletzt deutlich von Frankreich abgesetzt und liegt nun nahezu gleichauf mit den Niederlanden. Öffentlich zugängliche Ladepunkte sind dort im Durchschnitt rund 2,3 Stunden pro Tag belegt, was einer Auslastung von knapp zehn Prozent entspricht.
In mehreren ost-, mittel- und südeuropäischen Ländern ist die Ladeinfrastruktur hingegen weniger stark ausgebaut. Gründe sind unter anderem Engpässe in den Stromnetzen sowie lange Genehmigungsverfahren, die in Europa oft bis zu zwei Jahre dauern.
Neue Vorgaben und Ziele bis 2030
Die EU verfolgt das Ziel, bis 2030 mehr als 3,5 Millionen Ladepunkte aufzubauen. Neue regulatorische Vorgaben sollen dabei helfen, den Ausbau zu beschleunigen.
Seit 8. Jänner 2026 gelten technische Anforderungen für öffentliche Ladepunkte. Neue oder erneuerte AC-Ladepunkte müssen die Norm EN ISO 15118-2:2016 erfüllen und über ein PLC-Modem verfügen. Ab 2027 wird der weiterentwickelte Standard EN ISO 15118-20:2022 verpflichtend, der unter anderem bidirektionales Laden und automatisiertes Laden ermöglicht.
Chris Heron, Generalsekretär von E-Mobility Europe, betont: „Die Ladeinfrastruktur ist das Rückgrat der Elektromobilität. Sie bietet Verbrauchern Strom und Energiesicherheit und entwickelt sich in den EU-Mitgliedstaaten in einem beispiellosen Tempo weiter. Um diese Dynamik aufrechtzuerhalten, benötigen wir Investitionen und die Zusammenarbeit öffentlicher und privater Partner.“