Interview Harald Hölzl : „Es spricht sehr viel für das Jahr 2026 bei Kia Austria“

Harald Hölzl, Managing Director Kia Austria, im Interview mit Mag. Karin Tober unter anderem über die Kia-Strategie 2026.

Harald Hölzl, Managing Director Kia Austria, im Interview mit Mag. Karin Tober unter anderem über die Kia-Strategie 2026.

- © Kia Austria

Firmenwagen: Wir sind sehr zufrieden mit dem vergangenen Jahr, in welchem wir ein richtiges Produktfeuerwerk gestartet haben. Die Umsetzung ist unseren Händlern und auch unserem Team sehr gut gelungen. Zwar liegen die Verkäufe unter jenen der Jahre davor – aber vor dem Hintergrund der Beendigung der Tageszulassungen, die im Vergleich zum Jahr 2024 einen geringeren Marktanteil ergeben, ist die Performance trotzdem zufriedenstellend, und der Auftragseingang stimmt. Wir sind hier positiv auf Plan und zuversichtlich für 2026, denn die Produktoffensive geht in den verschiedensten Segmenten weiter. 

Harald Hölzl: Wir sind sehr zufrieden mit dem vergangenen Jahr, in welchem wir ein richtiges Produktfeuerwerk gestartet haben. Die Umsetzung ist unseren Händlern und auch unserem Team sehr gut gelungen. Zwar liegen die Verkäufe unter jenen der Jahre davor – aber vor dem Hintergrund der Beendigung der Tageszulassungen, die im Vergleich zum Jahr 2024 einen geringeren Marktanteil ergeben, ist die Performance trotzdem zufriedenstellend, und der Auftragseingang stimmt. Wir sind hier positiv auf Plan und zuversichtlich für 2026, denn die Produktoffensive geht in den verschiedensten Segmenten weiter. 

Kia setzt immer mehr auf reine Elektromobilität. Chinesische Hersteller hingegen, die mit rein elektrischen Fahrzeugen in den österreichischen Markt gestartet sind, bringen vermehrt Plug-In-Hybride. Und im Transportbereich sogar einen Diesel. Wie sieht die Strategie bei Kia hier aus? Auch in Hinblick auf die Entscheidung der EU, das vollständige Verbrenner-Aus 2035 zu kippen.

Wir werden weiterhin jene Antriebsarten verkaufen, die für den Kunden Sinn machen. Der K4 beispielsweise kommt mit Verbrennungsmotor und nicht rein elektrisch. Prinzipiell ändert jedoch der EU-Schwenk in Bezug auf 2035 an unserer Ausrichtung absolut nichts. Kia will bis 2035 erreichen, dass 70 Prozent aller verkauften Modelle elektrisch sind. Abgesehen davon sorgt die EU-Entscheidung für kein absolutes Verbrenner-Aus, sondern stellt nur eine Lockerung des geplanten Ziels dar. Die Autohersteller müssen weiter sehr konsequent daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen. Das ist ausschließlich mit BEV-Modellen möglich. Deshalb verfolgt Kia weiterhin den Ausbau des rein elektrischen Angebotes. In Österreich konnten wir bisher eine Steigerung von 18 auf 25 Prozent des Verkaufsanteils von batterieelektrischen Modellen in unserem Portfolio erreichen. Für 2026 planen wir einen „BEV-Share“ von über 40 Prozent. Das wollen wir mit den neuen Fahrzeugen EV2, EV4, EV5 und PV5 erreichen. Apropos: der EV5 findet eine äußerst positive Resonanz sowohl seitens der Händler als auch der Kunden. Der EV4 spielt natürlich auch eine wichtige Rolle, sowohl für Privat- als auch Firmenkunden. Aufgrund der Produktion des Hatchbacks in unserem slowakischen Werk hat er kurze Transportwege und eine hohe Verfügbarkeit.

„Elektrofahrzeuge gleich teuer wie Verbrenner oder sogar günstiger“
Harald Hölzl, Managing Director Kia Austria

Der Umstieg auf die E-Mobilität wird aber nicht leichter gemacht, im letzten Jahr wurde die Kfz-Steuer für E-Autos beschlossen. Hat sich das bei den Verkäufen bemerkbar gemacht? Vor allem bei Firmenkunden, die bislang die Hauptabnehmer von Elektroautos waren. 

Ganz im Gegenteil, diese Steuer spielt uns bei den Firmenkunden sogar in die Karten in Hinblick auf die Total Costs of Ownership. Im Vergleich zum Mitbewerb kommt bei uns ein vorteilhafterer Wert heraus. Bei den Privatkunden sieht es so aus, dass wir in Österreich den zweithöchsten BEV-Anteil bei den Verkäufen haben. Man sieht, die Kombination Elektro und Privat funktioniert. Ich möchte auch mit einigen Mythen aufräumen, die die Elektromobilität betreffen. So sind in der TCO-Betrachtung Elektrofahrzeuge gleich teuer wie Verbrenner oder sogar günstiger. Und: auch für Privatpersonen sind diese Modelle interessant. Es ist immer davon abhängig, welche Anforderungen man hat, wie die Infrastruktur aussieht oder wieviel der hauseigene Strom kostet.

Mag. Karin Tober und Harald Hölzl
Mag. Karin Tober und Harald Hölzl - © Firmenwagen

Apropos Flotte: wie hat sich die Nachfrage von Fuhrparks in den letzten Jahren verändert? Welche Kia Modelle sind in diesem Segment besonders beliebt und welche Rückmeldungen erhalten Sie von Großkunden aus der Praxis? 

Unsere größten Kunden sind BEV-Kunden. Bei der Post sind wir mittlerweile die Nummer Eins im Fuhrpark, was PKW betrifft. Im letzten Jahr konnten wir die Zusammenarbeit sogar weiter ausbauen – vor allem in Hinblick auf das Thema Niro EV. Dieser war dort und in einigen anderen Fuhrparks bisher vertreten und wird jetzt sukzessive ausgetauscht, zum Beispiel auf den EV3.  Aber auch bei der ASFINAG oder den Wiener Netzen sind unsere BEV-Fahrzeuge im Einsatz. Besonders beliebt ist hier der EV6, ein perfektes Firmenfahrzeug hinsichtlich des Designs, der Größe oder der Reichweite. Wobei die Reichweite meiner Meinung nach sekundär ist. Viel wichtiger ist die Ladegeschwindigkeit, da sind wir mit 800V ganz vorne dabei. Und wir können mit 400 Volt beim EV3 oder dem PV5 die maximale Ladeleistung über einen langen Zeitraum halten. Unsere Fahrzeuge sind also sehr praxistauglich - neben dem geldwerten Vorteil für Firmenkunden ein weiterer Aspekt für den Einsatz als Firmenauto. Dazu kommen die sieben Jahre Garantie. Das alles spielt uns, auch in Hinblick auf die TCO´s, in die Karten. Wir sind überzeugt, dass der EV4 hier künftig eine wichtige Rolle spielen wird, zum Beispiel als kleinere Alternative zum EV6. Interessant wird auch der EV2, hier erwarten wir uns eine Verteilung 50:50 was Privat- und Firmenkunden betrifft. 

„Die Regierung schlägt eine falsche Richtung ein“
Harald Hölzl, Managing Director Kia Austria

Wenn die Förderungen weiter sinken – bleiben die Kia-E-Modelle im Fuhrpark wettbewerbsfähig?

Unbedingt! Ich wüsste aber auch nicht, dass Förderungen in nächster Zeit wegfallen sollen. Das heißt, die Steuerbegünstigungen für Firmenautos in Form des Sachbezuges bleiben erhalten. Ich habe den Eindruck, dass die Regierung stabilere Rahmenbedingungen über einen längeren Zeitraum erhalten möchte. Was mich persönlich stört, ist die Förderung der Verbrenner bei leichten Nutzfahrzeugen durch die Aufhebung der NoVA. Um auf Ihr Frage zurückzukommen: Ich gehe nicht davon aus, dass sich bei den Förderungen in näherer Zukunft etwas ändert und glaube somit, dass unsere BEVs weiter konkurrenzfähig bleiben. Auch, was den PV5 angeht – vor allem hinsichtlich der Preisgestaltung – er ist extrem konkurrenzfähig. Wir machen uns bei ihm jedenfalls keine Sorgen, was die vorhin erwähnte Aufhebung der NoVA für Verbrenner bei leichten Nutzfahrzeugen betrifft. Es ist einfach nur die falsche Richtung, die hier von der Regierung eingeschlagen wird. 

Für Fuhrparks sind unter anderem Restwerte entscheidend. Wie stabil sind diese Ihrer Elektro- und Plug-In-Hybrid-Modelle tatsächlich?

Kia Europe sorgt für ein professionelles Monitoring der Restwerte international und versorgt uns mit den notwendigen Informationen. Wichtig in Hinblick auf dieses Thema war mit Sicherheit der Schritt zur Neuausrichtung der Marke Kia vor einigen Jahren. Weiters tragen Auszeichnungen wie „International Van of the Year“ und auch „World Car of the Year“ massiv zu den guten Restwerten bei. Ein weiterer Punkt ist die Beendigung der Tageszulassungsmethodik in Österreich mit Ende 2024. Auch hier sehen wir die ersten Effekte, was die positive Entwicklung der Restwerte angeht. Aber auch das Design, die Technologie, die Batterien und die Praktikabilität der neuen Modelle sind maßgebliche Bestandteile. Nicht zu vergessen natürlich, dass die BEVs eine Zukunft auf dem Gebrauchtwagenmarkt haben. Wir sehen hier eine sehr positive Entwicklung, was die Restwerte betrifft.

„Wir bieten eine lückenlose Produktpalette“
Harald Hölzl, Managing Director Kia Austria

Weshalb sollte ein Fuhrparkmanager heute Kia wählen – und nicht einen etablierten Flottenanbieter mit längerer Historie?

Dazu müsste man die Flottenverantwortlichen fragen, die unsere Produkte im Fuhrpark haben und diesen immer wieder mit unseren Fahrzeugen erweitern. Prinzipiell geht es um die Praktikabilität, die Preisgestaltung, die Total Costs of Ownership und natürlich auch die 7 Jahre Garantie und die Auszeichnungen, die unsere Modelle gewonnen haben. 2026 sollte Firmenkunden sehr ansprechen, denn wir haben eine Produktpalette, die es meiner Meinung nach kein zweites Mal gibt. Diese reicht lückenlos über alle Segmente inklusive Vans und Cargos. Weiters bieten wir seit Beginn des Jahres ein neues, noch konkurrenzfähigeres Preissystem für Großkunden an. 

Kommen wir zu den leichten Nutzfahrzeugen. Hier startet Kia nach längerer Zeit wieder voll durch, den Start macht der PV5 in unterschiedlichen Ausführungen. Welche Reaktionen seitens der Kunden gibt es hier bereits und welche Erwartungen setzen Sie in diese Reihe? Wer sind die Zielgruppen?

Aktuell stehen wir bei einer Verteilung von 60:40 was Firmen- und Privatkunden bei der Passenger Variante betrifft, Cargo ist ausschließlich ein Business-Thema. Die Fahrzeuge sind in großen Fuhrparks bereits im Test und die Rückmeldungen fallen durchwegs positiv aus. Auch bei unseren Händlern übrigens. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, er fällt auch im Straßenverkehr auf. Abgesehen davon ist er äußerst komfortabel, mit einem kleinen Wendekreis. In der Passenger-Variante bietet er darüber hinaus einen wirklich großen Kofferraum und auch sonst viel Platz. Wie erwähnt, kommen die Zielgruppen bei der Cargo Version aus dem Businessbereich, der Passenger spricht Private und Firmenkunden gleichermaßen an. Gesamt gesehen zählen Gruppen wie Serviceflotten, Handwerker, Taxifahrer, Lieferdienste bis hin zur Familie zu den Kunden, die wir mit dem PV5 ansprechen wollen. Ich bin davon überzeugt, dass der PV5 extrem gut in Österreich einschlagen wird. 

„Schritt für Schritt verbessern und weiterentwickeln“
Harald Hölzl, Managing Director Kia Austria

Werden alle Kia Händler die Nutzfahrzeuge vertreiben?

Wir haben ein eigenes Händlernetz für die leichten Nutzfahrzeuge. Derzeit sind es zehn Händler mit einem eigenen Cargovertrag, die über ganz Österreich verteilt sind und somit alle Bundesländer abdecken. Bis Ende des Jahres werden noch weitere hinzukommen. Auch das Servicenetz befindet sich im Aufbau – es können sich auch reine PKW Händler dafür bewerben.

Ihr Ziel für das Jahr 2026?

2025 waren der EV3 und der Sportage unsere absoluten Bestseller, von ihnen erwarten wir uns auch in diesem Jahr eine gute Performance. Mit dem neuen EV2, dem EV5 und natürlich dem PV5 werden auch neue Kunden an Bord kommen. Aber auch in den K4 setzen wir große Hoffnung, allen voran bei den bisherigen Ceed Kunden. Generell möchten wir uns gemeinsam mit unseren Händlern in den Dingen, die wir tun, Schritt für Schritt verbessern und weiterentwickeln. Es spricht also sehr viel für das Jahr 2026.