Mobilität : XPENG setzt auf Autos, KI und ein neues Mobilitätskonzept

Der XPENG L03 verfügt über sieben Airbags. Das Sicherheitssystem namens „XPILOT“ bündelt mindestens elektronische 13 Fahrhelfer.

Der XPENG L03 verfügt über sieben Airbags. Das Sicherheitssystem namens „XPILOT“ bündelt mindestens elektronische 13 Fahrhelfer.

- © XPENG

Der chinesische Elektroautohersteller XPENG treibt seit mehreren Jahren seine Expansion in Europa voran. Österreich nimmt dabei eine besondere Rolle ein, da das Unternehmen den heimischen Markt nicht nur als Vertriebsstandort, sondern auch als wichtigen Teil seiner europäischen Wachstumsstrategie betrachtet – und bei Magna in Graz die Modelle G6, G9 und P7+ fertigt. Diese Lokalisierung soll Lieferwege verkürzen, die Marktversorgung verbessern und die Position des Unternehmens innerhalb Europas stärken. Generell ist Europa für XPENG ein Schlüsselmarkt. In München betreibt der Konzern ein F&E-Zentrum – und in München präsentierte das Unternehmen unlängst seine Vision sowie ein weiteres Automodell.

XPENG wurde 2014 in Guangzhou gegründet und hat sich auf intelligente, vollelektrische Fahrzeuge spezialisiert. Aber XPENG auf den Autobau zu reduzieren ist schlichtweg falsch, wie unter anderem Firmengründer Xiaopeng He (Chairman und CEO) in München vor mehr 1.500 Medienvertretern, Mitarbeitern, Partnern und Kunden sagte.

Das „Physical AI“-Unternehmen

Strategisch positioniert sich XPENG als „Physical AI“-Unternehmen, das neben intelligenten Fahrzeugen auch Technologien für humanoide Roboter, autonomes Fahren und fliegende Fahrzeuge entwickelt. So ist beispielsweise 2027 laut He die internationale Einführung des humanoiden Roboters XPENG IRON geplant. Parallel startet das Unternehmen den operativen Testbetrieb seiner Robotaxi-Plattform in China und bereitet langfristig Kooperationen für autonome Mobilitätsdienste in Europa und weiteren internationalen Märkten vor.

In dieselbe Kerbe schlägt Georg R. Staudinger, seines Zeichens Country Manager für Österreich bei XPENG. „Wir sind kein bloßer E-Auto-Hersteller, sondern ein Tech-Unternehmen, das eine neue Kategorie schafft: Human-Centric Physical AI Mobility. Das Auto ist dabei nur Teil eines größeren Ökosystems aus Robotik und Zukunftsmobilität. Unsere Technologie soll das menschliche Erlebnis erweitern, nicht ersetzen. Und das Ganze aus Österreich, für Österreich“, so Staudinger.

Im Premiumsegment unterwegs

Technologisch positioniert sich XPENG im Premiumbereich der Elektromobilität. Die Fahrzeuge verfügen über 800-Volt-Technologie, hohe Ladeleistungen, umfangreiche Assistenzsysteme und eine serienmäßig umfangreiche Ausstattung. Damit richtet sich die Marke an Kunden, die moderne Elektromobilität mit digitaler Vernetzung und hoher Ladegeschwindigkeit verbinden möchten.

Neues Modell L03 im Q4/2026

Im Showpalast in München präsentierte der Konzern auch seinen jüngsten Wurf auf vier Rädern. Den L03, mit dem die Marke ein neues Einstiegsmodell auf den Markt bringt. Das als SUV-Coupé positionierte Fahrzeug erweitert die Modellpalette nach unten und soll im vierten Quartal 2026 in Österreich eingeführt werden. Mit einer Länge von 4,65 Metern ist der L03 das bislang kompakteste Modell der Chinesen. Der Online-Konfigurator ist bereits freigeschaltet, Bestellungen sind über teilnehmende Vertriebspartner möglich. Der Einstiegspreis liegt bei 36.600 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Der XPENG L03 wurde unter der Leitung des früheren Ferrari-Designchefs JuanMa Lopez gestaltet. Das Elektrofahrzeug kombiniert die Form eines SUV-Coupés mit einer Fastback-Heckpartie und erreicht einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,228. Zur Ausstattung zählen rahmenlose Türen und Außenspiegel sowie durchgehende LED-Leuchten an Front und Heck.

Im Innenraum verfügt der L03 über drei digitale Displays: ein 8,9-Zoll-Kombiinstrument, einen zentralen 15,6-Zoll-Touchscreen mit 2.5K-Auflösung und ein 26,8-Zoll-Head-up-Display. Ergänzt wird das Cockpit durch eine Ambientebeleuchtung, eine KI-gestützte Klimaregelung und komfortorientierte Sitze. Für den Alltagsnutzen bietet das Modell 37 Ablagefächer, einen großen Kofferraum sowie einen zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube. Die maximale gebremste Anhängelast beträgt 1.500 Kilogramm.

400-Volt-Plattform als Basis

Technisch basiert der L03 auf einer 400-Volt-Plattform. Die vollelektrischen Varianten erreichen je nach Ausführung bis zu 520 Kilometer Reichweite nach WLTP. Die maximale Ladeleistung beträgt 236 kW, wodurch sich der Akku laut XPENG innerhalb von 18 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden lässt. Angeboten werden zwei Batteriegrößen sowie Versionen mit Hinterrad- und Allradantrieb. Die Leistung reicht von 245 PS (180 kW) bis zu 388 Pferdestärken (285 kW).

Zusätzlich kündigt XPENG erstmals für dieses Modell eine REEV-Variante mit Range Extender an. Dabei erfolgt der Antrieb ausschließlich elektrisch, während ein 1,5-Liter-Benzinmotor als Generator die Batterie während der Fahrt nachlädt. Die kombinierte Reichweite soll bis zu 1.000 Kilometer betragen, davon mehr als 200 Kilometer rein elektrisch.

Zur Serienausstattung zählen unter anderem elektrisch verstellbare, beheizte und belüftete Vordersitze, eine Wärmepumpe, ein Panoramadach, eine Zweizonen-Klimaanlage sowie mehr als 13 Fahrerassistenzsysteme. Die Topversion „Ultra“ verfügt über den von XPENG entwickelten Turing-AI-Chip und bildet die technische Basis für den Next Generation Pilot. Das System ermöglicht teilautomatisierte Fahrfunktionen auf Level-2+-Niveau. Ergänzt wird die Ausstattung durch ein Soundsystem mit 18 Lautsprechern, aktive Geräuschunterdrückung und eine Massagefunktion für die Vordersitze.

30 bis 35 Standorte in Österreich

Staudinger meint, XPENG werde in der Alpenrepublik in fünf Jahren ein führendes Technologie- und Smart-Mobility-Unternehmen sein. „Ich bin überzeugt, dass XPENG ein starkes, landesweites Netzwerk mit rund 30 bis 35 Standorten aufbauen kann, sodass Kunden überall in Österreich innerhalb von 30 bis 40 Minuten einen Servicepartner erreichen können“, so Staudinger.

Bei den Neuzulassungen sieht er XPENG unter den Top-5-Marken im österreichischen NEV-Markt (New Energy Vehicles, Anm.). „Zudem erwarte ich, dass der Anteil der Privatkunden deutlich wachsen und 50 Prozent der Neuzulassungen ausmachen wird“, sagt Staudinger