Morning Briefing - 05.10.2018

WKO-Sparte Fahrzeughandel zieht Altauto-Entsorgungsaktion in Betracht - Zu nachsichtig: EuGH verurteilt Deutschland wegen laxem Umgang mit Daimler - Anleger von Aston Martins Börsengang wenig begeistert

Das Wichtigste des Tages in aller Kürze zusammengefasst.

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WKO-Sparte Fahrzeughandel zieht Altauto-Entsorgungsaktion in Betracht

Klaus Edelsbrunner, Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel der Wirtschaftskammer Österreich, und Sepp Schirak, Sprecher des Fahrzeugeinzelhandels stellen in einem Positionspapier die Frage, was mit Dieselfahrzeugen in Deutschland passieren soll, die noch fernab einer Verschrottung sind, aber aufgrund von Fahrverboten nicht mehr genutzt werden können/dürfen. "Kundenfahrzeuge sollen hierzulande keinen Wertverlust und Preisverfall erleben, weil nicht benötigte Dieselfahrzeuge verstärkt aus Deutschland nach Österreich 'exportiert' werden. Werterhalt habe deshalb Priorität", heißt es aus dem Bundesgremium für Fahrzeughandel. Edelsbrunner und Schirack plädieren dafür, dass in Österreich diesbezüglich andere Denkanstöße Platz greifen sollten, um ältere Dieselfahrzeuge von der Straße zu bekommen. „Eine Altauto-Entsorgungsaktion wie es sie ja schon einmal gegeben hat, könnten wir uns als Basis für neue Durchführungsbestimmungen und Spielregeln vorstellen.“ Zudem sollte es möglich sein, andere Unterstützer – wie etwa Versicherungs-, Kredit- und Leasingunternehmen - ins Boot zu holen. 

Zu nachsichtig: EuGH verurteilt Deutschland wegen laxem Umgang mit Daimler

Deutschland ist nach einem Urteil des höchsten EU-Gerichts zu nachsichtig mit dem Autobauer Daimler umgegangen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verurteilte die Bundesrepublik am Donnerstag, weil sie nicht rechtzeitig dafür gesorgt habe, dass ein klimaschädliches Treibhausgas in Klimaanlagen von mehr als 133.000 Daimler-Fahrzeugen nicht mehr verwendet wird.Damit gaben die Luxemburger Richter nach jahrelangem Streit in Teilen einer Klage der EU-Kommission statt, die für die Verfolgung von Verstößen gegen EU-Recht zuständig ist. Eine Strafe gibt es nicht, Deutschland muss jedoch die eigenen Gerichtskosten tragen sowie die Hälfte der Kosten der EU-Kommission. Im Zuge des Diesel-Abgasskandals werfen Umweltverbände und Verbraucherschützer der Bundesregierung immer wieder vor, zu nachsichtig mit der Autoindustrie umzugehen.

Anleger von Aston Martins Börsengang wenig begeistert

Der erste Handelstag an der Londoner Börse ist für den Neuling Aston Martin enttäuschend verlaufen. Die Aktien verloren 6,5 Prozent an Wert. Schon der Ausgabepreis, der den britischen Autobauer mit 4,3 Milliarden Pfund bewertet, lag niedriger als ursprünglich geplant. Das Unternehmen hatte zunächst eine Bewertung von 5,07 Millionen Euro angepeilt. Für die Zukunft hat sich Aston Martin einiges vorgenommen, wie das "Manager Magazin" berichtet: Pro Jahr soll ein neues Modell auf den Markt kommen, 2019 sollen bis zu 7300 Autos gebaut werden. Das sind ehrgeizige Ziele, wenn man bedenkt, dass Aston Martin keinen finanzkräftigen Autokonzern im Rücken hat. Diese Ziele könnten nur erreicht werden, wenn der Hersteller seine kompletten Einnahmen dafür nutzen würde. Es bliebe also kein Geld für Dividenden – eine Aussicht, von der die Aktionäre wohl kaum begeistert sein dürften.