Morning Briefing

Weitere wichtige Fragen werden im Dieselskandal geklärt - PSA erzielt trotz Corona-Krise Gewinn im ersten Halbjahr - Abhöraffäre: VW sucht Spitzel aus den eigenen Reihen 

Das Wichtigste in Kürze.

Weitere wichtige Fragen werden im Dieselskandal geklärt 

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Deutschland verhandelt aktuell die nächsten zwei Schadenersatzklagen von Dieselkäufern gegen Volkswagen. Es ist davon auszugehen, dass die Karlsruher Richter weitere wichtige Fragen klären, vermuten Experten. In dem einen Fall geht es darum, ob VW erfolgreichen Klägern zum geschuldeten Schadenersatz noch Zinsen für die Zeit seit Kauf des Autos zahlen muss. Die andere Frage ist, ob Besitzer von VW-Dieselfahrzeugen auch dann Ansprüche gegen den Konzern haben können, wenn sie ihr Auto erst nach Auffliegen des Dieselskandals im Herbst 2015 gekauft haben. Ob am Dienstag schon ein Urteil verkündet wird, ist jedoch offen. Die grundsätzliche Linie hat der BGH mit seinem ersten Dieselurteil vom 25. Mai bereits vorgegeben. Darin ist festgestellt, dass der Wolfsburger Autobauer seine Kunden bewusst getäuscht hat und deshalb prinzipiell haftet. Bei der Berechnung der Schadenersatz-Summe müssen sich Kläger aber die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen.

PSA erzielt trotz Corona-Krise Gewinn im ersten Halbjahr 

Die Sparte mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall trug mit 111 Millionen Euro zum Betriebsergebnis des Konzerns bei, wie Peugeot-Finanzvorstand Philippe de Rovira am Dienstag in einer Telefonkonferenz sagte. Er nannte das Abschneiden von Opel unter den widrigen Umständen ein "exzellentes Ergebnis". Der Umsatz des französischen Konzerns, der auch die Marken Peugeot, Citroën und DS führt, sank von Januar bis Ende Juni jedoch gemessen am Vorjahreszeitraum um 34,5 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Der auf den Konzern entfallene Nettogewinn betrug 595 Millionen Euro nach 1,83 Milliarden Euro zuvor. Zu der geplanten Fusion mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler (FCA) sagte de Rovira, man sei zuversichtlich, den Deal wie geplant Anfang kommenden Jahres abschließen zu können. Es gebe "normale Gespräche" mit der Brüsseler EU-Kommission, die bei dem Zusammenschluss Wettbewerbsbedenken geltend gemacht hatte. Im Pariser Handel gewinnt die Peugeot-Aktie daraufhin zeitweise 3,89 Prozent auf 15,49 Euro hinzu.

Abhöraffäre: VW sucht Spitzel aus den eigenen Reihen 

Der VW-Konzern sucht derzeit nach einem Spitzel aus den eigenen Reihen, der Gespräche einer Arbeitsgruppe mit heiklem Auftrag in den Jahren 2017 und 2018 mitgeschnitten hat. Das Online-Wirtschaftsmagazin "Business Insider" hatte Auszüge aus den Mitschnitten öffentlich gemacht. In der betreffenden Arbeitsgruppe ging es um den heftigen Streit mit der Zulieferergruppe Prevent vor einigen Jahren - und wie Volkswagen darauf reagieren wollte. "Da die Aktionen von VW Prevent gezielt geschadet haben, prüfen wir derzeit selbst rechtliche Schritte gegen Volkswagen", teilte ein Sprecher der Zulieferergruppe mit. VW liegt seit Jahren mit Prevent im Clinch und kündigte 2018 alle Vertragsbeziehungen. Der Autokonzern hatte sich am Sonntag schockiert über die Mitschnitte gezeigt und angekündigt, den Vorgang zu untersuchen. Prevent hat nach eigenen Angaben mit der Entstehung der Aufzeichnungen nichts zu tun. "Bis jetzt haben wir keinerlei Kenntnis vom Inhalt dieser Aufzeichnungen", sagte ein Sprecher. Bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig ist noch keine Anzeige wegen der Spitzelaffäre eingegangen.