Morning Briefing - 11.01.2019

VW und Ford stehen vor Besiegelung von weltweiter Allianz - Rolls-Royce bittet Theresa May von einem harten Brexit abzusehen - US-Abgasklagen: Fiat Chrysler muss 800 Millionen Euro zahlen

Das Wichtigste des Tages in Kürze zusammengefasst.

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VW und Ford stehen vor Besiegelung von weltweiter Allianz

Eine weltweite Allianz von Volkswagen und Ford rückt näher: Wie die Nachrichtenagentur Reuters gestern berichtete, haben sich die beiden Konzerne in ihren Verhandlungen angenähert. Details sollten auf der Automesse in Detroit verkündet werden. Vor einer Veröffentlichung muss noch der VW-Aufsichtsrat grünes Licht geben. Das ist den Informationen zufolge am Freitag geplant.Die Gespräche erstreckten sich auf Projekte beim autonomen Fahren und der Elektromobilität, am weitesten sei man bei leichten Nutzfahrzeugen gekommen, berichtete Reuters. Der Wolfsburger Konzern und der zweitgrößte US-Autobauer hatten im Juni angekündigt, eine strategische Zusammenarbeit bei Transportern auszuloten. Bei den weiteren Gesprächen stellte sich heraus, dass man auch auf anderen Gebieten kooperieren könnte, um die Kosten zu senken. Alle großen Autobauer investieren derzeit stark in den Ausbau der Elektromobilität, neue Mobilitätsdienste und die Entwicklung selbstfahrender Autos. Um sich die Entwicklungskosten zu teilen, arbeiten immer mehr Unternehmen dabei zusammen.

Rolls-Royce bittet Theresa May von einem harten Brexit abzusehen 

Der Luxusautobauer Rolls-Royce rief die britische Regierung dazu auf, von einem ungeordneten Brexit abzusehen. Angaben zufolge wird Rolls Royce vorsichtshalber die Lagerkapazitäten auf der britischen Insel ausbauen und die Zulieferer auf den Fall vorbereiten, dass es am 29. März zu einem "No-Deal" kommt. Die Unsicherheit sei dennoch groß, äußerte sich Rolls Royce kürzlich, auch wenn sich das zur BMW-Gruppe gehörende Unternehmen vorbereite. Das Problem liegt auf der Hand: "Wir sind in höchstem Maße von einer reibungslosen Lieferkette und Just-In-Time-Bestellungen abhängig", sagte Rolls-Royce-Chef Torsten Mueller-Ötvös gegenüber Reportern. Zu einer Verschiebung der Produktion auf das Festland sei jedenfalls ein No-Go. Im Jahr produziert Rolls-Royce rund 4.000 Fahrzeuge in Goodwood Südengland. Der Hersteller aus England erlebte im Vorjahr einen kleinen Nachfrage-Boom, es wurden um 22 Prozent mehr Edellimousinen verkauft. Grund war die verstärkte Nachfrage aus China und Steuersenkungen durch US-Präsident Donald Trump. 

US-Abgasklagen: Fiat Chrysler muss 800 Millionen Dollar zahlen

Fiat Chrysler hat sich im Rechtsstreit mit US-Klägern um Abgasmanipulationen offenbar auf einen Vergleich geeinigt. Um Klagen des US-Justizministeriums und des Bundesstaats Kalifornien beizulegen, zahlt der italienisch-amerikanische Autobauer mehr als 700 Millionen Dollar, umgerechnet 600 Millionen Euro. Das teilte die kalifornische Generalstaatsanwaltschaft heute mit. US-Behörden werfen dem Konzern vor, Abgasgrenzwerte bei rund 104.000 Dieselfahrzeugen der Modelle Jeep Cherokee und Ram 1500 mit einer speziellen Software umgangen zu haben. Der deutsche Autozulieferer Robert Bosch, der einige Komponenten für die Dieselmotoren von Fiat Chrysler lieferte, dürfte laut einem Insider zudem 30 Millionen Dollar zahlen. Der VW-Konzern musste wegen Abgas-Manipulationen bereits mehr als 25 Milliarden Dollar in den USA zahlen.