Morning Briefing

VW setzt auf Kurzarbeit in großem Umfang - Polestar startet Produktion in China - Lkw-Neuzulassungen in der EU weiter im Rückwärtsgang

Das Wichtigste in Kürze.

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VW setzt auf Kurzarbeit in großem Umfang

Volkswagen will rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland wegen des Arbeitsausfalls durch die Coronavirus-Krise in Zwangsurlaub schicken. “Die aktuelle Verbreitung des Corona-Virus führt dazu, dass Volkswagen das Produktionsprogramm anpassen muss”, teilte ein Sprecher Reuters mit. Grund seien Lieferengpässe und der Absatzschwund als Folge der Pandemie. Dadurch entstünden in der Produktion sowie in angrenzenden Bereichen erhebliche Arbeitsausfälle. VW werde deshalb bei den Arbeitsagenturen Kurzarbeit beantragen. Die ersten Schätzungen gingen von rund 80.000 Mitarbeitern aus. Als Erster hatte “Focus-Online” darüber berichtet. Geplant sei die Kurzarbeit in den VW-Werken in Niedersachsen, Hessen und Sachsen bis 3. April. Die Berechnungen für den genauen Arbeitsausfall und die sich daraus ergebende Zahl der betroffenen Mitarbeiter liefen. Dabei würden auch individuelle Arbeitszeitguthaben und geplante Abwesenheiten wie Urlaub berücksichtigt.

Polestar startet Produktion in China 

Die Volvo-Elektro-Tochter startet mit der Produktion von Polestar 2 in Luqiao, China. Die Erstauslieferung soll zunächst in Europa erfolgen, gefolgt von China und Nordamerika. Die vollelektrische Fließheck-Limousine ist zudem das erste Elektrofahrzeug, das in dem Werk gefertigt wird. Das Werk in Luqiao ist im Besitz von Zhejiang Geely Holding und wird von Volvo Cars betrieben. Das vollelektrische Serienmodell ist für das erste Produktionsjahr mit 300 kW (408 PS) und 660 Nm Allradantrieb und einer 78 kWh Batterie erhältlich, was eine Reichweite von 470 km (WLTP) ermöglicht. Die Auslieferung an Kunden soll im Sommer 2020 Markt für Markt erfolgen, beginnend in Europa, gefolgt von China und Nordamerika. 

Lkw-Neuzulassungen in der EU weiter im Rückwärtsgang

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt befindet sich weiter in der Flaute. Im Februar wurden in der EU mit 154.889 Fahrzeugen 6,2 Prozent weniger leichte, mittlere und schwere Lkw sowie Busse zugelassen als im Vorjahresmonat. Das teilte der europäische Herstellerverband Acea am Mittwoch in Brüssel mit. Insbesondere bei mittleren und schweren Trucks war das Minus mit knapp einem Fünftel deutlich. Die Volkswagen-Lkw-Tochter Traton und der Lkw-Bauer Daimler stellen sich bereits seit längerem auf ein schwächeres Jahr 2020 ein, weil die Märkte in Europa und Nordamerika auf dem absteigenden Ast sind - auch ohne die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie schon. Besonders hart getroffen ist auch der Busmarkt - er leidet unter dem Einbruch im Tourismus im Zuge der Pandemie. Schon zu Beginn der Krise hatten Österreichs Busunternehmer Alarm geschlagen: Sämtliche Busse abseits des Linienverkehrs würden still stehen, neben den Touristen würden auch die Schulausflüge fehlen.