Morning Briefing - 04.09.2019

VW plant Produktion von eigenem Fahrzeug in Brasilien - Förderkürzung lässt weltweiten Absatz für E-Autos einbrechen - Wiener Linien stocken Elektrobus-Flotte kontinuierlich auf 

Das Wichtigste in Kürze.

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VW plant Produktion von eigenem Fahrzeug in Brasilien

Volkswagen Do Brasil wird ein komplett eigenes Fahrzeug im kommenden Jahr produzieren. Es basiert auf der modularen Fahrzeugplattform (MQB) und soll im brasilianischen Werk Anchieta vom Band rollen. Das Konzept trägt die Bezeichnung New Urban Coupé, das Sportlichkeit mit einer höheren Sitzposition kombiniert. Geplant ist, dasselbe Fahrzeug später auch in Europa zu produzieren und in weitere internationale Märkte zu verkaufen. Bis 2020 investiert VW sieben Milliarden Brasilianische Real (circa 1,5 Milliarden Euro) in die Entwicklung von neuen Produkten, Digitalisierung und technologischen Innovationen. "Südamerika ist ein bedeutender Markt für Volkswagen", betont Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer der Marke Volkswagen Pkw. Er ergänzt: "Die Internationalisierung von VW begann vor 60 Jahren mit dem Aufbau des Werkes Anchieta in Brasilien." Im Rahmen einer "Regionalisierungsstrategie" startete VW eine Produktoffensive mit 20 neuen Modellen für Brasilien, das nach Angaben des Autokonzerns der Schlüsselmarkt der Region ist. 

Förderkürzung lässt weltweiten Absatz für E-Autos einbrechen 

Laut "Bloomberg" sieht es für den globalen Absatzmarkt für Elektroautos aktuell wenig rosig aus, denn dieser dürfte Prognosen zufolge in diesem Jahr schrumpfen. Die weltweite Nachfrage nach E-Autos ging im Monat Juli zurück - erstmals in der jüngeren Geschichte. Der Grund dafür ist leicht ausgemacht: China, als weltgrößter Automobilmarkt, hat sich dazu entschieden, die Subventionen für Elektroautos zu kürzen. Autohersteller sollen potenzielle Kunden vielmehr durch Produktinnovationen zum Kauf bewegen. Insgesamt sank der globale Monatsabsatz um 14 Prozent auf rund 128.000 Plug-In-Hybride, wie das Analysehaus Sanford C. Bernstein in einem Bericht mitteilte. Einem generell wachsenden Markt für E-Fahrzeuge stehen die drüben Zahlen jedoch nicht im Weg. In den ersten sieben Monaten konnten global um 35 Prozent mehr E-Autos verkauft werden. "Es überrascht nicht, dass die Wachstumsdynamik im Juli aufgrund der Subventionskürzungen zum Stillstand gekommen ist", begründen die Bernstein-Analysten das Absatztief. Trotz des prognostizierten schwächeren zweiten Halbjahres, sei man zuversichtlich, was die langfristige Nachfrage nach E-Autos betrifft. 

Wiener Linien stocken Elektrobus-Flotte kontinuierlich auf 

Das Wiener Öffi-Netz wird in den kommenden Jahren weitere Elektrobusse, darunter auch mit Wasserstoff betriebene Busse, in den Dienst stellen. Der Plan sieht vor, dass bis 2027 rund 62 elektrisch betriebene Busse gekauft werden. Eine Linie soll außerdem ab 2023/24 komplett mit Wasserstoff fahren. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von acht Jahren stehe bald die Anschaffung der nächsten Busgeneration vor der Tür, erklärte Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer vor Journalisten. Dabei geht es um ein Auftragsvolumen von rund 170 Millionen Euro. Dem Dieselantrieb wird auch weiterhin die Treue gehalten, er bleibt Haupttreibstoff im städtischen Bussystem. Es gebe laut den Wiener Verkehrsnetzen in Sachen Leistung noch keine vergleichbaren Elektrobusse. Zunächst gibt es 2021 eine Ausschreibung der Verkehrsbetriebe: Gesucht werden über 62 Elektrobusse mit 12 Metern Länge. Sie sollen zwischen 2022 und 2027 in Betrieb genommen werden. Mit der künftigen Tranche an Bussen will man sieben Strecken im Süden Wiens bedienen. Alle Linien seien aber noch nicht festgelegt, sagte Peter Wiesinger, Abteilungsleiter im Bereich Kraftfahrzeuge.