Historie

Vom ersten Seat zum sportlichen Leon

70 Jahre sind für Seat bereits vergangen, seit das Modell 1400 auf dem Markt erschienen ist. Während der 1400 noch mit US-amerikanischer Optik bestechen wollte, bietet Seat mit dem Leon FR Sportoptik. Einen Vergleich beider Modelle gibt es hier.

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Das erste Modell der spanischen Marke, der Seat 1400, wurde 1953 eingeführt und ebnete den Weg für eine größere individuelle Mobilität der Bevölkerung. Mit seinem stilisierten, von großen amerikanischen Straßenkreuzern inspirierten Aussehen bot der 1400 den Luxus und die Eleganz, die sich die Menschen in der damaligen Zeit wünschten, aber in kleinerem Umfang. Doch wie haben sich Design und Automobiltechnik seither weiterentwickelt?

Nicht nur äußerlich haben sich die Fahrzeuge im Laufe der Jahrzehnte stark verändert; der Pioniergeist des 1400 ist auch Generationen später noch in der neuesten Generation des Leon erkennbar. Der jüngste Spross des spanischen Automobilherstellers ist eines der fortschrittlichsten Modelle, das bislang im Werk in Martorell vom Band gelaufen ist – und ein direkter Vergleich mit dem allerersten Modell der Marke entsprechend spannend.

Design des Exterieurs

Die Ansprüche von Fahrzeugkäufern haben sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich verändert. Waren früher Chromelemente und runde Scheinwerfer begehrt, wird heute ein ganzheitlicher Ansatz bevorzugt, der aerodynamische Vorteile und ästhetische Vollendung vereint.

Frontansicht: Vorbei sind die Zeiten von extravaganten Chromausführungen und bauchigen Proportionen. Das Design heutiger Fahrzeugfronten ist eine Kombination aus Ästhetik und Aerodynamik, durch die ein abgerundetes, klares und ansprechendes „Gesicht“ entsteht. 

Heckansicht: Kleine, fast unsichtbare Rückleuchten, ein lang gezogener Kofferraum und kleine Heckscheiben sind durch ein fortschrittliches, dynamisches Beleuchtungskonzept ersetzt worden, das die ausdrucksstarke Designsprache des neuen Leon unterstreicht. 

Seitenansicht: In den 1950er-Jahren war der 1400 mit seinem hohen, aufrechten Design, seinen zierlichen Rädern und seinem abgeschrägten Heck auf der Höhe der Zeit. Heutzutage besticht der moderne Leon durch mehr Dynamik: Vom Neigungswinkel der A-Säule über die Positionierung seiner Schultern bis hin zu seinen klaren Linien vermittelt der Leon ein Bild von Leistung und Selbstvertrauen.

Design des Interieurs

Sitze: Der 1400 verdeutlicht, dass praktische Aspekte seinerzeit im Vordergrund standen. Durchgehende Sitzbänke boten vorne und hinten im Fahrzeug ausreichend Platz für alle Insassen. Die Sitze sind seitdem bequemer und sicherer geworden: Im neuen Leon schmiegen sich die bequemen Vordersitze an Fahrer und Beifahrer an und bieten selbst auf langen Fahrten optimale Unterstützung und Komfort. Die Einzelsitze im Fond des Fahrzeugs sorgen für die ideale Balance zwischen Komfort und Vielseitigkeit. 

Gepäckraum: In den 1950er-Jahren waren große Kofferräume in Mode – und unentbehrlich. So beherbergte der Kofferraum des 1400 zum Beispiel das Reserverad und den Zugang zur Tankklappe, wodurch er jedoch etwas an praktischem Nutzen einbüßte. Heute wird das Gepäckraumvolumen des neuen Leon durch tiefere Böden und ein modulares Konzept maximiert. Die Rücksitze können auf verschiedene Arten umgelegt werden, um die Ladefläche deutlich zu vergrößern.

© Xavier Bonilla

Äußeres Erscheinungsbild

Scheinwerfer: Die damaligen großen runden Scheinwerfer mit zwei Strängen sind inzwischen durch fortschrittliche LED-Technologien ersetzt worden. Dies ermöglicht den Fahrzeugdesignern eine größere Gestaltungsfreiheit, wenn es darum geht, das Beleuchtungskonzept in die Designsprache des Fahrzeugs zu integrieren.

Heckleuchten: Auch hier wurden die kleinen funktionellen Leuchten von damals durch dynamische, kommunikative Beleuchtungskonzepte ersetzt. Sie unterstreichen die Persönlichkeit des Fahrzeugs und verleihen dem Heckdesign eine neue Dimension.

Räder: Statt der großen Reifenwände, kleinen Stahlfelgen und verchromten Radkappen der 1950er-Jahre bevorzugen Käufer heute größere, raffiniertere Konstruktionen aus leichtem Aluminium mit niedrigerem Profil.

Logo: Die Geschichte von Seat war lange Zeit von einer bescheidenen Schlichtheit geprägt – erkennbar auch am ungekünstelten Logo des 1400. Im Jahr 2020 kommt der brandneue Leon hingegen mit einem mutigeren, kraftvolleren Logo daher, welches das Selbstvertrauen einer etablierten und erfolgreichen Marke ausstrahlt.

Antenne: Der 1400 entstammt einem analogen Zeitalter, in dem Unterhaltung im Fahrzeug mehr Neuheit als Standard war. In unserer heutigen digitalen Welt übertragen viele verschiedene Radiosender ihre Programme über alle Kontinente hinweg – und der Seat Leon kann sie alle empfangen.

© Xavier Bonilla

Erscheinungsbild des Interieurs

Armaturenbrett: Auch das Armaturenbrett des 1400 war damals „analog“ und stellte eine kleine, aber feine Auswahl an Informationen zur Verfügung. Der neue Leon hingegen verfügt über fortschrittliche Bordsysteme mit einer modernen, digitalen und konfigurierbaren Bildschirmtechnologie. Dadurch kann eine Fülle von Informationen übersichtlich angezeigt und individuell auf den Nutzer zugeschnitten werden.

Lenkrad: Das Lenkrad hat schon immer die Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug hergestellt. In den 1950er-Jahren besaß es zwei einfache dünne Speichen und diente einzig und allein dazu, das Fahrzeug zu lenken. Die moderne Technik von heute hat das Lenkrad neu erfunden: Neben der besseren Griffigkeit und dem ergonomischen Design sind multifunktionale Bedientasten hinzugekommen, mit denen der Fahrer eine Vielzahl von Funktionen steuern kann.

Infotainment: Für Fahrer des 1400 war das Wort „Infotainment“ buchstäblich ein Fremdwort. Damals galt ein Autoradio, das eine geringe Anzahl von Radiosendern empfangen konnte, als neuster Stand der Technik. Heute ist der brandneue Leon eines der am umfassendsten digital vernetzten Fahrzeuge der Marke. Fahrer und Insassen können auch unterwegs jederzeit online bleiben, ihre mobilen Endgeräte mit dem Fahrzeug verbinden und über das hochauflösende Infotainment-System auf ihre Apps, Kontakte und Medien zugreifen.

Schaltung: Mit der Lenkradschaltung des 1400 war das Schalten im Vier-Gang-Getriebe ein Kinderspiel. Die „Shift-by-wire“-Technologie des neuen Leon ist noch leichter zu bedienen: Gänge können fließend und ganz ohne physischen Schaltvorgang eingelegt werden. Gleichzeitig benötigt diese neue Technologie weniger Platz, sodass im Interieur bequemere Abmessungen und mehr Stauraum entstehen.

Ausstattung: Die Ausstattungsliste für den 1400 war damals noch sehr übersichtlich. Heute ist der Leon mit einer großen Auswahl an Ausstattungsmerkmalen und Zusatzoptionen erhältlich und kann so individuell konfiguriert werden, dass jeder Kunde exakt das Fahrzeug wählen kann, das am besten zu seiner Persönlichkeit und zu seinem Lebensstil passt.

Die Antriebskonzepte

Motoren: Der 1400 verfügte über einen Vierzylinder-Reihenmotor, der mit Benzin angetrieben wurde. Mit einem Hubraum von 1.395 Kubikzentimetern sowie 32 Kilowatt (44 PS) Motorleistung bei 4.400 Umdrehungen pro Minute erreichte die Limousine eine maximale Geschwindigkeit von 125 Stundenkilometer. Der Durchschnittsverbrauch lag bei 10,5 Litern auf 100 Kilometer.

Heutzutage steht die Effizienz der Motoren im Vordergrund. Den neuen Leon gibt es auch als Mildhybrid. In der Variante als 1,5-Liter-TSI-Vierzylindermotor (mHEV) vereint diese Option einen Verbrennungsmotor mit der effizienten 48-Volt-Mildhybrid-Technologie. Dementsprechend niedrig ist der Verbrauch des neuen Seat Leon. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 221 Stundenkilometer.