Morning Briefing - 09.05.2019

Volkswagen startet Vorbestellungen des ID.3 über das Internet - Steuerreform treibt den Kaufpreis von CO2-lastigen Autos in die Höhe - Autohersteller glauben an eine Verschiebung der Zollerhöhungen durch die USA

Das Wichtigste in Kürze zusammengefasst.

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Volkswagen startet Vorbestellungen des ID.3 über das Internet 

Der VW-Konzern hat die Vorbestellungen für seinen vollelektrischen Hoffnungsträger „ID.3“ im Internet gestartet. Der Preis für die zunächst auf 30.000 Fahrzeuge beschränkte Premierenedition mit einer Reichweite von 420 Kilometern soll unter 40.000 Euro liegen, wie das Unternehmen gestern in Berlin mitteilte. Für die kleinste Version peilt der Autobauer einen Preis von unter 30.000 Euro an. Damit liegen die Preise weiter unter jenen eines Tesla, dessen Model 3 eigentlich als Elektromobil für die Massen angekündigt worden war. VW will sich damit wohl eher an chinesischen Marken wie BYD oder BAIC orientieren, deren Modelle eben dieses Ziel verfolgen. Ziel sei es, die Elektromobilität massentauglich zu machen, sagte VW-Markenvertriebschef Jürgen Stackmann. Interessenten in 29 europäischen Ländern können sich nun zum Kauf für das Startmodell registrieren lassen.

Dabei wird eine Reservierungsgebühr von 1.000 Euro fällig, die später verrechnet oder erstattet wird. „In vielen Ländern sind die Webseiten unter der Last der Anfragen zusammengebrochen“, sagte ein VW-Sprecher und versprach eine möglichst schnelle Lösung der IT-Probleme. Komplett sehen können Interessenten den Wagen noch nicht. Die Weltpremiere ist für September bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt angekündigt. Kurz danach sollen verbindliche Bestellungen möglich sein, die ab April 2020 wirksam werden. Die Produktion der ID-Modellfamilie soll Ende 2019 im VW-Werk Zwickau beginnen, wo derzeit der Umbau zur ersten E-Auto-Fabrik läuft. „Erste Fahrzeuge werden Mitte 2020 ausgeliefert“, kündigte VW an.

Steuerreform treibt den Kaufpreis von CO2-lastigen Autos in die Höhe 

Die ÖVP-FPÖ-Regierung macht im Zuge ihrer Steuerreform den Kauf von Autos mit hohem CO2-Ausstoß teurer. Ziel sei, die Abgabenbelastung insgesamt nicht zu erhöhen, gleichzeitig aber eine ökologischere Treffsicherheit im Rahmen der NoVA zu erreichen, heißt es in den gestern veröffentlichten Erläuterungen zur Steuerreform. Den Angaben zufolge soll in einem ersten Schritt die bestehende NoVA-Formel „annäherungsweise an die neuen beziehungsweise künftigen CO2-Emissionswerte“ angepasst sowie „der Malusbetrag für Fahrzeuge mit besonders hohen CO2-Emissionen“ erhöht werden. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich indes gegen eine generelle Einführung einer CO2-Steuer in Österreich ausgesprochen. Nationale Instrumente könnten zusätzlich sinnvoll sein, aber sicher nicht europäische Lösungen ersetzen", so der Kanzler. "Die Europäische Union muss hier an einem Strang ziehen.“ Auf die Frage, ob er in Österreich eine CO2-Steuer einführen werde, sagte er: „Ich habe nicht vor, die Bürger zusätzlich zu belasten.“

Autohersteller glauben an eine Verschiebung der Zollerhöhungen durch die USA

US-Präsident Donald Trump will eine Erhöhung der Strafzölle für importierte Fahrzeuge einführen. Für China könnte dieser Umstand bereits ab diesem Freitag Realität werden. Im Handelsstreit mit China hat die US-Regierung die angedrohte Zollerhöhung auf den Weg gebracht. Chinas Vizeregierungschef Liu soll heute und am Freitag an der neuen Gesprächsrunde zur Lösung des Konflikts in Washington teilnehmen. Mit der Europäischen Union und Japan laufen die Gespräch derzeit. Trump muss bis 18. Mai eine Entscheidung über eine Erhöhung für diese Handelspartner treffen. Laut vier Führungskräften automobiler Konzerne, die mit Verwaltungsbeamten gesprochen haben, könnte diese Frist aber weitere 180 Tage hinausgezögert werden. Die Automobilhersteller hoffen darauf, dass keine weiteren Zollerhöhungen verhängt werden.