Morning Briefing

"Verlustängste" reißen Traton in rote Zahlen  - Investments retten Ford im zweiten Quartal - Audi sucht den Weg zurück in die Gewinnzone 

Das Wichtigste in Kürze.

"Verlustängste" reißen Traton in rote Zahlen 

Der MAN-Mutterkonzern Traton befürchtet infolge der Corona-Krise auch auf Jahressicht einen massiven Absatzeinbruch und einen Verlust. Im Gesamtjahr erwartet die VW-Nutzfahrzeug-Tochter einen "drastischen Absatzrückgang", so dass ein negatives operatives Ergebnis nicht ausgeschlossen werden könne, erklärte Traton-Finanzvorstand Christian Schulz am Freitag zur Vorlage der Halbjahreszahlen. Im ersten Halbjahr riss die Tochter MAN die gesamte Nutzfahrzeuggruppe tief in die roten Zahlen. MAN schrieb nach einem operativen Gewinn von 253 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum nun einen Verlust von 387 Millionen Euro. Damit stand im Traton-Konzern ein Betriebsverlust von 220 Millionen Euro zu Buche. Ein Jahr zuvor war es noch ein Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro. Die Südamerika-Tochter von Traton, die unter der Marke Volkswagen firmiert, schrieb nun zehn Millionen Euro Verlust. Allein die Marke Scania hielt sich mit einem Betriebsgewinn von 221 Millionen Euro in den schwarzen Zahlen. Der Absatz der drei Marken brach im ersten Halbjahr um 37 Prozent auf 77.700 Lastwagen und Busse ein.

Investments retten Ford im zweiten Quartal 

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford hat das zweite Quartal trotz immenser Belastungen wegen der Corona-Krise mit Gewinn abgeschlossen. Grund war jedoch nicht das Autogeschäft, sondern die 3,5 Milliarden Dollar schwere Aufwertung einer Beteiligung an der Roboterauto-Firma Argo AI, wie Ford am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Wegen dieses Buchungseffekts wurde die Bilanz mit einem Überschuss von 1,1 Milliarden Dollar (0,9 Milliarden Euro) abgeschlossen. Letztlich kann sich Ford beim deutschen Partner Volkswagen bedanken, der 2,6 Milliarden Dollar in Argo AI gesteckt und den Wert der Firma damit kräftig erhöht hatte. Das Tagesgeschäft von Ford litt unterdessen stark unter der Pandemie, die zu Werksschließungen und heftigen Absatzeinbußen führte. Die Erlöse fielen in den drei Monaten bis Ende Juni verglichen mit dem Vorjahreswert um 50 Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar. Im Heimatmarkt Nordamerika - dem Profitzentrum des Konzerns - fiel vor Zinsen und Steuern ein Verlust von 974 Millionen Dollar an. Insgesamt lag das bereinigte Betriebsergebnis mit 1,9 Milliarden Dollar im Minus. Das war jedoch noch deutlich besser als an der Wall Street erwartet. Die Aktie reagierte nachbörslich mit Kursaufschlägen.

Audi sucht den Weg zurück in die Gewinnzone 

Die lange Schließung der Autowerke und Autohäuser und der Einbruch der Kundennachfrage haben Audi tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Die VW-Tochter verkaufte im ersten Halbjahr weltweit 22 Prozent weniger Autos, der Umsatz fiel um 29 Prozent auf nur noch 20,5 Milliarden Euro, der operative Verlust betrug 750 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatte Audi noch 2,3 Milliarden Euro zum Betriebsgewinn des VW-Konzerns beigesteuert. Das zweite Quartal sei vom Wiederanlauf der Produktion geprägt gewesen. Aber "trotz erster positiver Signale aus den Märkten bleibt das Jahr 2020 weiterhin extrem herausfordernd", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz am Freitag in Ingolstadt. Für das Gesamtjahr erwartet Audi eine weltweit niedrigere Nachfrage als im Vorjahr, deutlich weniger Umsatz und ein positives, aber erheblich niedrigeres Ergebnis.