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Kommentar

Tesla möchte nicht mehr mit der Presse sprechen

Bei E-Autobauer Tesla hat Elon Musk die Zügel in der Hand. Auch wenn es darum geht, medial für Trommelwirbel zu sorgen. Wie das US-Magazin Electrek nun berichtet, benötigen die Kalifornier offenbar nicht Mal mehr eine PR-Abteilung, um Presseanfragen zu beantworten.

Wenn es um Neuigkeiten über Tesla geht, dann ist das US-Onlinemagazin "Electrek" ganz vorne dabei. Seiteninhaber und Autor, Fred Lambert, scheint sich auf Mastermind Elon Musk sogar richtig eingeschossen zu haben. Was nun aber berichtet wird, rückt den E-Autobauer wieder einmal in ein nicht ganz so gutes Licht. Von allzu viel PR scheint Musk nicht viel zu halten, denn die PR-Abteilung seines Unternehmens dürfte es laut Electrek nicht mehr geben. Das amerikanische PR-Team wurde demnach komplett aufgelöst.

Laut Lambert dürfte Tesla damit der erste (westliche) Autohersteller überhaupt sein, der über keine zentrale Einrichtung verfügt, um mit Medien offiziell zu korrespondieren. Kommt das einer Zensur gleich? Die Zügel bleiben damit jedenfalls voll und ganz bei Elon Musk, der für seine "One-Man"-Auftritte berüchtigt ist und es auch versteht, die Medien – und die Börsen – immer wieder aufs Neue in Aufruhr zu versetzen.

Ganz neu dürfte die Einsparung des PR-Teams in den USA zwar nicht sein, jedoch dürften sich laut Lambert gerade in letzter Zeit immer mehr Journalisten darüber beschwert haben, dass sie bei Tesla keinen offiziellen Ansprechpartner finden. Tesla hätte demnach sogar seit Monaten nicht auf Presseanfragen reagiert – eine durchaus ärgerliche Sache – gerade für Journalisten, die rasch Auskünfte suchen. Doch was ist aus dem amerikanischen PR-Team geworden?

Aus dem Bericht von Electrek geht hervor, dass die ehemaligen PR-Angestellten den Autobauer entweder verlassen haben oder nun andere Stellen im Unternehmen bekleiden. Dabei dürfte die ehemalige Mitarbeiterin Keely Sulprizio die letzte Person gewesen sein, die offiziell für die PR-Abteilung tätig war und den Autobauer im Dezember letztes Jahres verlassen hat. Nacheinander hätten dann laut Bericht andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tesla den Rücken gekehrt.

Für einen innovativen Elektroautobauer aus den USA kommt ein solches Verhalten nicht besonders professionell rüber. Selbst kleinste Start-ups setzen auf alle erdenklichen Kommunikationskanäle, um mit Medien und Kunden in Kontakt zu treten und ihre Produkte zu vertreiben und ins richtige Licht zu rücken. Tesla hüllt sich mit diesem Verhalten höchstens in eine gewisse Mystik, welche das Unternehmen zweifellos hat. Doch vergessen werden darf nicht, dass fehlende Kommunikation und Geheimnistuerei auch negative Folgen haben können und Kunden vergraulen. 

Zumindest in Übersee – sprich Europa und Asien – scheint Tesla noch über ein paar PR-Manager zu verfügen. Mit Presseaussendung war Tesla – zumindest hierzulande – immer vergleichsweise sparsam, wie eigene Erfahrungen mit diesem Unternehmen gezeigt haben. Vielleicht hat die Auflösung des PR-Teams laut Electrek Autor Lambert auch mit dem Umstand zu tun, dass sich Elon Musk in der Vergangenheit immer wieder harscher Kritik seitens der Presse stellen musste, die er durch diesen Schritt insgeheim bestrafen will. Das bleibt reine Spekulation, doch elegant ist der Schritt von Tesla sicher nicht.