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Verkehrssicherheit

Südkorea geht mit Laserstrahlen gegen Smombie-Invasion vor

Die Zahlen sprechen für sich: 94 Prozent der erwachsenen Bürger in Südkorea haben ein Smartphone. Geplagt wird das Land nicht nur von vielen Menschen, die ihren Blick nicht vom Display lassen können, sondern auch von einer denkbar schlechten Unfallstatistik. Mit Warnsystemen will man nun gegen die Unachtsamkeit vorgehen.

Hand aufs Herz, wer von uns ist nicht schon mal mit gesenktem Blick, komplett in die digitale Welt unseres Smartphones verloren, auf der Straße unterwegs gewesen. Gratulation! Damit gehören Sie vermutlich zu den wenigen Ausnahmen. In der Regel hilft kein Beten und kein Betteln mehr, um selbst den mündigsten Bürger dazu zu bewegen, dem Straßenverkehr entsprechende Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Sei es, um ihr Leben ganz einfach vor dem unerwarteten Unfalltod zu schützen, der einen durchaus schneller ereilen kann, als einem lieb ist, wenn die Fahrbahn blindlings überquert wird. 

Ein besonders krasses Beispiel liefert die südkoreanische Stadt Ilsan, denn die Stadt, unweit der Hauptstadt Seoul, wird von einer regelrechten Plage heimgesucht. Zahllose "Smartphone-Zombies", sogenannte Smombies, wandeln dort durch die Straßen, haben den Blick fest das Display fixiert und würdigen der Umgebung keines Blickes mehr. In einem Bericht von Reuters wird sogar von der höchsten Smartphone-Rate der Welt gesprochen. Wird den Zahlen Glauben geschenkt, dann besitzen in Südkorea 94 Prozent der mündigen Bürger eines. Selbsterklärend, dass die Gefährdung im Straßenverkehr durch intensive Smartphone-Nutzung stetig zunimmt und die Unfallzahlen ungewollt in die Höhen schnellen. Als Ultima Ratio bleibt Südkorea nur der Schritt, "Technik gegen Technik" einzusetzen. 

Zunächst werden probeweise Sensoren, Radar und Wärmebildkameras eingesetzt, um herannahende Fahrzeuge und Fußgänger zu identifizieren. Die Fahrer sollen mit flackernden Lichtern auf die herannahenden Smombies aufmerksam gemacht werden. Doch der Plan des staatlichen Instituts für Bauingenieurwesen und Gebäudetechnik (KCIT) sieht noch mehr vor. Bei Fußgängerübergängen sollen neben am Boden platzierten farbigen Leuchtioden mithilfe eines Lasers Warnungen auf den Zebrastreifen projiziert werden - bestenfalls direkt ins Blickfeld der aufs Smartphone fixierten Smombies. Installiert werden diese auf umliegenden Strommasten, ist aus dem Bericht von Reuters zu entnehmen. 

Schluss ist damit nicht, denn jetzt kommt der eigentliche Clou an der Sache. Smombies sollen mit ihren eigenen Waffen geschlagen und durch den Erhalt einer App-Mitteilung vor den Gefahren auf der Fahrbahn gewarnt werden. Sollte sich dieses umfangreiche Warnsystem bewähren, könnte es auf weite Teile des Landes ausgeweitet werden, um weitere Smombies vor einem ungewollten Unfalltod zu bewahren. Doch dann wäre nicht nur der Aufwand gegeben, die aufwendigen Warnsysteme an jedem Fußgängerübergang zu installieren, es müsste finanziell auch tief in die Tasche gegriffen werden. Mit einem Kostenaufwand von umgerechnet rund 12.000 Euro darf für jeden Übergang gerechnet werden. Da bleiben eigentlich nur zwei Optionen: Die Smartphone-Hersteller zahlen das oder die Menschen schenken ihrer Umgebung einfach mehr Aufmerksamkeit - für ein gutes Miteinander ohnehin sinnvoller. 

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