Morning Briefing - 18.10.2019

Spatenstich für CATL-Batteriezellenfabrik in Thüringen - VW, Ford und Amazon planen größtes E-Auto-Ladenetz - Renault dämpft Erwartungen an Quartalsbilanzen 

Das Wichtigste in Kürze.

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Spatenstich für CATL-Batteriezellenfabrik in Thüringen

Heute starten auf dem Gewerbegebiet "Erfurter Kreuz" in Thüringen die Bauarbeiten für ein Werk des chinesischen Batterie-Riesen CATL. Die deutsche Automobilindustrie, die sich bei Batteriezellen bisher weitgehend auf Lieferungen von Anbietern aus Korea, China und Japan verlässt, ist an kürzeren Lieferwegen sehr interessiert. Doch der Bau der Batteriezellenfabrik auf dem 70 Hektar großen Areal soll auch eine Vorbildwirkung haben. Ist CATL mit einer Produktion in Thüringen erfolgreich, dann wachse der Druck, dass auch die deutschen Hersteller in die Fertigung einsteigen, heißt es unter Branchenfachleuten. In der Politik und der Branche wird seit Jahren über die Marktmacht asiatischer Hersteller diskutiert und die Frage, ob deutsche und europäische Autohersteller dadurch in eine zu große Abhängigkeit geraten, wenn der Verkauf von E-Fahrzeugen wie erhofft stark anzieht. Als einziger deutscher Autobauer hat VW mit einer Pilotfertigung von Zellen in Salzgitter reagiert, um Erfahrungen auf dem Gebiet zu sammeln.

VW, Ford und Amazon planen größtes E-Auto-Ladenetz

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford will gemeinsam mit Volkswagen und Amazon das nach eigenen Angaben größte Ladenetz für Elektroautos in Nordamerika anbieten. Das Unternehmen verspricht Kunden in einer Mitteilung vom Donnerstag Zugang zu über 12.000 Ladestationen. Die öffentliche Stromversorgung für E-Autos werde damit zu einer ähnlich normalen Erscheinung wie die Präsenz der größten Apotheken- oder Cafe-Ketten, kündigt der Konzern an. Bei öffentlichen Ladestationen setzt Ford auf das Netz der VW-Tochter Electrify America, das in 45 US-Bundesstaaten und dem Regierungsbezirk DC geplant ist. Zudem will der US-Autobauer gemeinsam mit dem Online-Giganten Amazon Geräte für den Hausgebrauch anbieten, die E-Autobesitzer zum Aufladen ihrer Fahrzeuge zuhause nutzen können. Abgerechnet werden soll das Stromtanken über die App FordPass, die auch über einen Bildschirm im Auto bedient werden kann.

Renault dämpft Erwartungen an Quartalsbilanzen 

Renault schürt mit einer erneuten Prognosesenkung Sorgen vor weiteren schlechten Nachrichten aus der Autobranche, berichtet "Reuters".  Der skeptische Ausblick des französischen Autobauers zog am Freitag auch die Aktien mehrerer Konkurrenten runter. Während die Renault-Titel in Paris um zwölf Prozent einbrachen, gaben BMW, Daimler und Volkswagen jeweils um rund 0,5 Prozent nach. Die deutschen Autobauer legen ihre Quartalsbilanzen in den kommenden Wochen vor. Renault hatte am Donnerstagabend erklärt, im Gesamtjahr mit einem Rückgang des Umsatzes zwischen drei und vier Prozent zu rechnen. Der Gewinn werde noch stärker schrumpfen: Die Umsatzrendite werde lediglich fünf Prozent statt der bisher erwarteten sechs Prozent betragen. Zudem kündigte das Unternehmen an, seine mittelfristigen Ziele zu überprüfen. Während die ganze Branche weltweit mit Absatzschwierigkeiten kämpft, machen dem französischen Konzern nach dessen Angaben besonders die Märkte in der Türkei und Argentinien zu schaffen. 

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