E-Mobilität

So weit sollte ein Elektroauto mindestens kommen

Wie lange hält das Faschierte, der Aufstrich oder das Joghurt im Kühlschrank: ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt darüber Aufschluss. Was für Lebensmittel, Kosmetikprodukte oder Medikamente selbstverständlich ist, soll auch für E-Auto-Batterien gelten.

Auf dem Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften der Unece in Genf verständigten sich die EU, USA, China und andere Länder darauf, ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Traktionsbatterien von Elektroautos einführen zu wollen. In Stein gemeißelt ist das nicht. Über den Textentwurf für eine verbindliche Regel muss im März 2022 erst formell abgestimmt werden. Diejenigen Länder, die zustimmen, müssten die Vorgabe dann zu nationalem Gesetz machen. Die Regel könnte dann bereits 2023 in Kraft treten, erklärte UNECE in Genf.

© Statista

Bis zum Jahr 2025 soll die durchschnittliche Batteriereichweite von Elektrofahrzeugen auf 784 Kilometer ansteigen, geht aus einer Erhebung zur Reichweitenentwicklung von Horvath & Partners hervor. Im Jahr 2019 reichte eine Batterieladung im Durchschnitt aller Elektrofahrzeuge in Deutschland nach den Angaben der Hersteller für eine Strecke von 324 Kilometern

Laut Entwurf müssten Autohersteller dann nachweisen, dass die Batterien in ihren Elektro- und Hybridfahrzeugen über bestimmte Zeiträume oder gefahrene Kilometer nicht zu viel Kapazität verlieren - nämlich weniger als 20 Prozent Kapazität über fünf Jahre oder 100.000 Kilometer beziehungsweise weniger als 30 Prozent über acht Jahre oder 160.000 Kilometer.

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Die Statistik zeigt die Ergebnisse einer Umfrage aus dem März 2021 zum Thema Mindestreichweite von Autos mit Elektroantrieb. Für das heurige Jahr erwarten sich die durch Arval Deutschland befragten Studienteilnehmer eine Mindestreichweite von 680 Kilometern für ein Elektroauto. Im Vor-Corona-Jahr lag der Wert noch bei 531 Kilometern E-Reichweite und im Jahr 2013 bei 372 Kilometern 

"Das würde den Einsatz von qualitätsmäßig schwachen Batterien verhindern", betonte Unece. Es sei die erste internationale Regulierung zum Thema Batterieentleerung. Hinter dem Vorschlag stünden neben der EU, den USA und China auch Japan, Kanada, Südkorea und Großbritannien. Nach Angaben von Unece wurden im vergangenen Jahr drei Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge verkauft. In Europa liege der Marktanteil bereits bei zehn Prozent. (apa/red)