Morning Briefing - 13.06.2019

Northvolt erhält kräftige Finanzspritze von Volkswagen - BMW knackte die Verkaufsmarke bei Elektroautos - Österreichs Verkehrsmaßnahmen in der Kritik

Das Wichtigste in Kürze zusammengefasst.

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Northvolt erhält kräftige Finanzspritze von Volkswagen 

Der VW-Konzern stärkt seine Position als Partnerunternehmen des schwedischen Batterie-Start-ups Northvolt. Angaben zufolge investiert der deutsche Fahrzeughersteller insgesamt 900 Millionen Euro in den Aufbau einer europäischen Batteriezellfertigung. Wie der Konzern am Mittwoch ankündigte, geht ein Teil des Geldes direkt an den Batteriehersteller, der Rest fließt in den Aufbau einer Zellfabrik im niedersächsischen Salzgitter. Im Gegenzug erhalten die Wolfsburger dafür 20 Prozent der Anteile an Northvolt. Wie tief Volkswagen für seine Anteile an dem schwedischen Batteriehersteller in die Tasche greifen musste, wurde nicht mitgeteilt. Northvolt erklärte aber, insgesamt eine Milliarde Dollar (880 Millionen Euro) an frischen Investorengeldern eingeworben zu haben. Zu den Investoren gehören demnach neben VW auch Konkurrent BMW, die US-Investmentbank Goldman Sachs, der schwedische Versicherer Folksam sowie die IMAS Foundation, die zum Imperium des verstorbenen Gründers der schwedischen Möbelhauskette Ikea, Ingvar Kamprad, gehört. Mit den Investorengeldern will Northvolt die erste Batteriezellfertigung auf europäischem Boden errichten. Die Gigafactory für Lithium-Ionen-Zellen entsteht derzeit nahe Skellefteå, Sweden. Der Bau der neuen Batteriezellfertigung in Salzgitter soll frühestens 2020 beginnen, "sofern die notwendigen Rahmenbedingungen hierfür erfüllt sind". Um den Jahreswechsel von 2023 auf 2024 sei dann der Start der Batteriezellen-Produktion für Volkswagen vorgesehen.

BMW knackte die Verkaufsmarke bei Elektroautos

Bei den Auslieferungen des BMW i3 an Kunden konnte der Autohersteller im Monat Mai die 400.000er Marke knacken. Seit der Markteinführung des BMW i3 im November 2013 wurden insgesamt 406.756 vollelektrische und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge ausgeliefert. Die Nachfrage nach dem i3 steigt fünfeinhalb Jahre nach seiner Markteinführung weiter. Im Mai konnte er eine Absatzsteigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erzielen. Der Gesamtabsatz der elektrifizierten Fahrzeuge des Unternehmens wuchs im Mai um 9,8 Prozent. Besonders profitabel sind die neuen SUV-Modelle, mit denen BMW seinen Absatz auf Jahressicht - trotz allgemeiner Nachfrageschwäche - in der Autoindustrie konnte. Im Mai verkaufte der Konzern 181.888 Autos der Stammmarke BMW und damit 4,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in München mitteilte. Als wichtigster Einzelmarkt gilt vor allem China, wo BMW den neuen X3 seit einigen Monaten auch vor Ort produziert und nicht mehr importieren muss. Dort konnten von den Marken BMW und Mini im Mai insgesamt knapp ein Drittel mehr Autos verkauft und damit erfolgreich gegen die Flaute am chinesischen Markt gestemmt werden. "Dieses positive Absatzergebnis zeigt die Wirksamkeit unserer Modelloffensive", sagte BMW-Vertriebschef Pieter Nota. 

Österreichs Verkehrsmaßnahmen in der Kritik

Eine heute veröffentlichte Studie stellt den Verkehrsmaßnahmen in Österreichs Entwurf zum Nationalen Energie- und Klimaplan ein schlechtes Zeugnis aus. Das berichtete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Österreich belege im EU-Vergleich nur den 22. Platz. Als gravierende Mängel werden unter anderem das Fehlen konkreter Ziele beim Ausstieg aus Diesel und Benzin und konkreter Maßnahmen zur Verdoppelung des Radverkehrs bis 2025 genannt. Gefordert sei bereits die aktuelle Regierung, da für Nachbesserungen nur bis Ende des Jahres Zeit bleibt. Die EU-Kommission wird laut VCÖ bis Ende Juni ihre Bewertung an Österreich übergeben. Alle Mitgliedsstaaten mussten bis Ende 2018 der Kommission einen Entwurf ihres Nationalen Energie- und Klimaplans zusenden. Darin sollen Maßnahmen und Zwischenschritte enthalten sein, wie die einzelnen Staaten ihre Klimaziele erreichen möchten. Die internationale Dachorganisation des VCÖ, Transport & Environment, kam in der Analyse der Maßnahmen zum Ergebnis: Im Verkehrsbereich müssen alle Mitgliedsstaaten nachbessern, um die Ziele erreichen zu können. Dem Klimaziel im Verkehrsbereich am nächsten kommen die von den Niederlanden geplanten Maßnahmen und Zielsetzungen. Von 100 möglichen Punkten erreichen die Niederlande 74 Punkte. Schon deutlich dahinter liegen Großbritannien mit 59 Punkten und Spanien mit 52. Österreich rangiert mit 21 Punkten im letzten Drittel. Schlechter schneiden nur Griechenland, Malta, Lettland, Kroatien, Bulgarien und als EU-Schlusslicht Ungarn ab.