Elektromobilität

Norddeutsches Unternehmen stellt modulare E-Tankstelle vor

Eine Kombination aus Hybridtechnologie, Solar- und Windenergie soll den Strom für Elektro-Autos liefern.

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Das aus Norddeutschland stammende Unternehmen HYB Energy stellt ein E-Tankstellensystem vor, das es in dieser Form wohl noch nicht gab. Aufgebaut ist die Anlage mit Energie-Speicher-Modulen ("Fast Charge"-Modulen) von bis zu 500 kW Leistung, die sich beliebig erweitern lassen - bis hin zur Großtankstelle. Das gesamte System gewinnt Energie mittels Hybridtechnologie, Solarpanelen und einer vertikalen Windenergie-Anlage. Laut dem Unternehmen ließe sich diese auch mit einem 5G-Funkmast kombinieren; Getränke und Snackautomaten sollen die Ladezeit überbrücken.

Überwacht wird die Funktionalität der Anlage mithilfe der Telemetrie. Das Ladesystem von HYB Energy soll langwierige Genehmigungsverfahren und Kosten umgehen, die sonst wie bei herkömmlichen Ladestationen für Kabelverlegung, Trafostationen und Planung ausgegeben werden. 

Einsatzgebiete der modularen Lade-Anlage sind laut Unternehmen Bundesstraßen- und Autobahnparkplätze, Raststätten, Tankstellen, Einkaufszentren ohne ausreichende Netzkapazitäten und der ländliche Raum. Bereits jetzt sind weitere Schnellladungsmodule für Nutzfahrzeuge, Busse und Baumaschinen in Planung, heißt es in einer Aussendung. Am Standort zwischen Aurich und Emden soll der Produktionsstart der Ladeeinheiten im kommenden Jahr beginnen.

Für Produktion, Service und Wartung in Deutschland und Europa könnten mittelfristig viele hundert neue Arbeitsplätze entstehen, so die Vision von HYB Energy. Der aktuelle Abbau von tausenden Arbeitsplätzen in der norddeutschen Windkraft-Branche könnte so teilweise abgefedert werden, behauptet das Unternehmen weiter. Zudem könnten mit ausreichender Unterstützung von Politik und Industrie mittelfristig mehrere tausend dieser Lade-Einheiten in Betrieb gehen.