Morning Briefing - 09.04.2019

Nissan-Aktionäre reagieren: Ex-Manager Ghosn weg vom Fenster - VW-Konzern sieht sich mit rückläufigem Markttrend konfrontiert - Selbstfahrende Autos: Fahrdienstleister Uber wagt keine Prognose 

Das Wichtigste des Tages in Kürze zusammengefasst.

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Nissan-Aktionäre reagieren: Ex-Manager Ghosn weg vom Fenster

Der japanische Renault-Partner Nissan hat den kürzlich erneut verhafteten einstigen Konzernchef Carlos Ghosn aus dem Verwaltungsrat geworfen, berichten mehrere Magazine. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung entließen die Anteilseigner Ghosn als Direktor. Damit endet Ghosns fast zwei Jahrzehnte währende Führung, unter der er Nissan einst vor der Pleite gerettet und zu einem der führenden globalen Autokonzerne gemacht hatte. Die Aktionäre entließen auch die rechte Hand Ghosns, den Amerikaner Greg Kelly, aus dem Verwaltungsrat. Beide sind in Tokio der Unterschlagung von Informationen über Ghosns Einkommen in den Finanzberichten Nissans und der Veruntreuung angeklagt. Zugleich stimmten die Anteilseigner von Nissan für die Aufnahme von Renaults neuem Chef Jean-Dominique Senard in den Verwaltungsrat. Ghosn und Kelly bestreiten die Vorwürfe. Die Anwälte Ghosn wollen am Dienstag ein Video veröffentlichen, in dem Ghosn erklären will, warum er unschuldig sei. Eine von Ghosn geplante Pressekonferenz in dieser Woche wurde nach seiner abermaligen Verhaftung abgesagt.

VW-Konzern sieht sich mit rückläufigem Markttrend konfrontiert

Der österreichische Pkw-Markt lag im März 2019 um 9,7 % unter dem Vorjahr. Damit setzt sich der Trend der ersten beiden Monate fort. Kumuliert wurden im 1. Quartal 2019 österreichweit 80.855 Pkw neu zugelassen, um 10,6 % weniger als im Vorjahrsvergleich. Anders sah die Situation im Vorjahr aus: Damals wurde im ersten Quartal 2018 wurde mit 90.474 registrierten Neuzulassungen ein neuer Rekordwert erzielt. Die Marke Audi liegt nach dem 1. Quartal mit 3,7 % Marktanteil hinter dem Vorjahr zurück (-1,1 Prozentpunkte). Der Marke SEAT gelang es im März das hohe Niveau der ersten beiden Monate zu halten und mit einem kumulierten Marktanteil von 7,2 % (+0,7 Prozentpunkte) einen neuen Quartalsrekord zu erzielen. Die Marke Škodakonstante Nummer 2 am österreichischen Automarkt, baute den Marktanteil im 1. Quartal um 0,8 Prozentpunkte auf 8,7 % aus, was einen Rekordwert darstellt. Porsche kann angebotsbedingt nicht an das erfolgreiche erste Quartal des Vorjahres anschließen. Der Modellwechsel der 911er-Baureihe sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit wichtiger Modellvarianten bremsen im Augenblick die Auslieferungen.

Selbstfahrende Autos: Fahrdienstleister Uber wagt keine Prognose 

Fahrdienstleister Uber geht davon aus, es sehr lange dauern wird, bevor selbstfahrende Autos die Straße dominieren werden. "Autonom agierende Fahrzeuge werden in unser aller Leben sein, die Frage ist nur, wann", sagte Raquel Urtasun, Leiterin der Uber Advanced Technologies Group (ATG) in Toronto. Wenn es um die Frage von Größenordnungen geht, sei es noch unklarer. Wenige Jahre zuvor hatte Uber noch einen anderen Ton angeschlagen, als das Unternehmen mit Vehemenz für seine Projekte im Bereich des automatisierten Fahrens geworben hatte. Der Fahrdienstleister galt als Vorreiter in der Industrie, bevor ein autonom fahrender SUV einen Fußgänger in Tempe, Arizona vergangenen März getötet hatte. Seitdem gibt man sich zurückhaltender. Für Urtasun stehe fest, dass in den nächsten zehn Jahren einen Antriebsmix geben wird, bestehend aus selbstfahrenden Autos und durch Menschen kontrollierte, sagte sie. Dennoch sei das Bauen von selbstfahrenden Fahrzeugen außerordentlich kostenintensiv und der Zeitrahmen, in dem es sich beginnt, finanziell zu rentieren, ein ungewisser. Uber will sein Netzwerk, eigenen Angaben zufolge, jedenfalls für jeden ambitionierten Hersteller öffnen, der an selbstfahrenden Fahrzeugen forscht. Toyota investierte erst rund 500 Millionen Dollar, um gemeinsam mit Uber an autonom agierenden Autos zu arbeiten.