Elektromoblität

Mobilitätsförderung für Elektroautos wird aufgestockt

Branchenvertreter und Autofahrerclubs begrüßen das positive Signal in Richtung E-Mobilität. Um eine Unterstützung in der Krise beziehungsweise eine Konjunkturmaßnahme handelt es sich dabei aber nicht.

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Heute wurde eine Aufstockung des E-Mobilitätsbonus verkündet.  Ab dem 1. Juli bekommt man für den Kauf eines Pkw mit Elektroantrieb nun 5.000 Euro an Förderung. Zuvor waren es 3.000 Euro.

Neben Pkw sollen auch Zweirad-Fahrzeuge und der Ausbau der privaten Ladestationen stärker gefördert werden. So gibt es für E-Motorräder im Zukunft 1.200 statt 1.000 und für Elektro-Mopeds 800 statt 700 Euro. Für Heimladestationen soll es außerdem in Zukunft 600 statt wie bisher 200 Euro geben. Der Umfang der E-Mobilitätsförderung betrage für die Jahre 2019/2020 auf insgesamt 93 Millionen Euro.

Ein richtiges Signal - auch für die Automobilwirtschaft

"Dieser Schulterschluss zeigt, dass Klimaschutz und Automobilwirtschaft keineswegs Gegensätze darstellen. Sowohl die Politik als auch die Automobilindustrie sind bemüht, in Zukunft noch sauberere und effizientere Mobilität zu gewährleisten“, sagt Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure im Rahmen der heute, Montag, präsentierten Erhöhung der E-Mobilitätsförderung.

Neben der Aufstockung für Pkw und Nutzfahrzeuge sei insbesondere die deutliche Erhöhung bei der Förderung der Lade-Infrastruktur zu begrüßen. Erfreulich sei darüber hinaus, dass man sich auch auf eine Erhöhung des Bonus für Plug-In-Hybride verständigen konnte, welche eine wichtige Brückentechnologie darstellen und vielen den Umstieg auf ein elektrifiziertes Fahrzeug erleichtern.

Für Importeure keine Konjunkturmaßnahme

„Wir möchten aber klar festhalten, dass die Erhöhung des E-Mobilitätsbonus ein klares Signal für die Zukunft ist, für uns aber keine Unterstützung und Konjunkturmaßnahme darstellt, wie wir sie uns in Zeiten der Covid-19-Krise wünschen und auch dringend benötigen würden“, stellt Kerle klar. Die Automobilindustrie ist mitunter am schwersten von der derzeitigen Krise betroffen und wünscht sich spezielle Konjunkturmaßnahmen, um ihr Überleben zu sichern.

„Leider sind aber beispielsweise selbst im nun vorgelegten Entwurf des Konjunkturstärkungsgesetzes bei Maßnahmen wie der degressiven Abschreibung, die an und für sich sehr positiv zu beurteilen ist, Pkw dezidiert ausgenommen und nicht einmal E-Fahrzeuge inkludiert. Das grenzt an Diskriminierung und ist für uns nicht vertretbar.

Die österreichische Automobilwirtschaft steht immerhin für 315.000 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von 26 Milliarden Euro. Eine Vielzahl an innovativen Unternehmen – unter anderem aus der starken österreichischen Zulieferindustrie – erwirtschaften jährlich einen Bruttoproduktionswert von 67 Milliarden Euro“, so Kerle.

Anreize für Marktdurchdringung wesentlich

„Nichtsdestotrotz ist diese gemeinsame Aktion ein gelungener Schritt für die Industrie. Denn wir glauben an den Beitrag, den die Elektromobilität für einen sauberen Verkehrssektor leisten kann“, so Kerle. Das Problem derzeit sei, dass die Technologie noch zu wenig von den Kunden angenommen wird. Nur vier Prozent der Neuzulassungen in den ersten fünf Monaten entfielen auf E-Autos.

„Förderungen, steuerliche Maßnahmen und Anreize sind wesentlich, um eine relevante Marktdurchdringung zu erreichen“, so Kerle und regt abschließend an: „Im Zuge der Debatte rund um die autofreie Innenstadt könnte man beispielsweise andenken, elektrifizierte Fahrzeuge von den Verboten auszunehmen. Als Stadt könnte man damit ein Zeichen für die Elektromobilität setzen.“ Die Möglichkeit für solche Anreize wurde den Städten und Gemeinden mit der Einführung der grünen Nummerntafeln geschaffen.

Autofahrerclub sieht notwendigen Hürdenabbau 

Der ÖAMTC merkt ergänzend an, dass die Regierung noch einige Hürden abbauen muss, um eine breite Akzeptanz für die Elektromobilität zu erreichen:

  • Ladetarife müssen transparent und vergleichbar sein. Dafür ist es notwendig, dass die Abrechnung nach Kilowattstunden erfolgt – und nicht nach der Dauer, in der das Auto mit der Ladestation verbunden ist. Etwaige Kosten für das Parken an Ladestellen müssen getrennt vom Ladetarif verrechnet werden.
  • Erleichterung der Installation von privaten Ladestationen: Derzeit ist zum Beispiel der Einbau von Wallboxen in Mehrparteienhäusern mit erheblichen bürokratischen Hürden verbunden oder kann durch einzelne Wohnungseigentümer verhindert werden.
  • Schaffung eines offiziellen Vergleichsportals, mit dem Tarife und Verträge vergleichen können. Der Tarifkalkulator der E-Control beim Haushaltsstrom könnte hier als Vorbild dienen.