Geländewagen

Land Rover Classic macht verschollenen Geländewagen wieder fit

Das Team von Land Rover Classic hat einen originalen Vorführwagen der Amsterdam Motor Show von 1948 wieder zum Leben erweckt. Das Ergebnis sehen Sie hier.

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© Land Rover

Die Abteilung Land Rover Classic in Coventry kümmert sich um den Erhalt von besonderen Fahrzeugen der Marke. Das 70-jährige-Jubiläum von Land Rover bietet sich geradezu an, den ein oder anderen nostalgischen Wagen wieder verkehrstauglich zu machen, selbst wenn der Zenit eigentlich schon lange überschritten wurde: So auch bei diesem Vorserienfahrzeug aus dem Jahr 1948. 

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Die Abteilung Land Rover Classic in Coventry kümmert sich um den Erhalt von besonderen Fahrzeugen der Marke. Das 70-jährige-Jubiläum von Land Rover bietet sich geradezu an, den ein oder anderen nostalgischen Wagen wieder verkehrstauglich zu machen, selbst wenn der Zenit eigentlich schon lange überschritten wurde: So auch bei diesem Vorserienfahrzeug aus dem Jahr 1948. 

© Land Rover

Dabei handelt es sich bei diesem besonderen Land Rover um einen Vorführwagen der Amsterdam Motor Show, der letztmals in den 1960er Jahren auf den Straßen unterwegs war. Um das Gefährt wieder fit zu machen, griffen die Spezialisten von Land Rover Classic auf eine Kombination traditioneller Herstellungsmethoden, Originalzeichnungen und Technologien aus dem 21. Jahrhundert zurück. Das Smartphone darf dabei natürlich nicht fehlen.

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Das aus Experten bestehende Team im englischen Coventry hat sich auf die Fahnen geschrieben, alte Fahrzeuge der Marke zu erhalten beziehungsweise zu restaurieren, deren Produktion mindestens zehn Jahre zurückliegt. Dass auch eine gehörige Portion Glück dazu gehört, über lange Zeit verschollene Fahrzeuge wieder ausfindig zu machen, beweist dieser nun restaurierte Geländewagen. 

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Doch das Gute liegt meist gar nicht so fern. Der Land Rover wurde im Jahr 2016 in einem Garten nahe des Stammwerks in Sollihul gefunden. Das ist zugleich auch jener Ort, an dem er gefertigt wurde. Nach seinem Fund musste das Fahrzeug durch die Experten zunächst in alle Einzelteile zerlegt werden, um ihn in mühevoller Arbeit wieder in einen fahrbaren Zustand zu bringen. 

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Langwierige Testphasen gehörten dabei ebenso dazu. Nicht immer war auf Anhieb klar, ob ein rostiges Originalteil nach vielen Jahren des Zerfalls überhaupt wieder benutzt werden konnte oder extra neu gefertigt werden musste. "Es war wichtig für uns, das richtige Gleichgewicht bei der Restaurierung des Land Rovers zu finden", erklärt Calum McKechnie, Leiter von Land Rover Classic. 

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Während die Frontachse keine signifikante Reparatur benötigte, wies die Hinterachse Zeichen extremer Materialermüdung auf. Um das Ausmaß der Zerstörung festzustellen, wurden die betroffenen Teile sogar geröntgt. Dabei zeigte sich glücklicherweise, dass das betroffene Bauteil wiederverwendet werden konnte. Während der Tests wurde sogar die Nummer der Achse wiederentdeckt. 

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An den Armaturen im Cockpit des verschollen geglaubten Land Rovers konnten sogar die originalen Schalter, Hebel und sonstigen Gestänge aus dem Jahr 1948 wieder instand gesetzt werden. Das damalige Bremssystem stammte von Lockheed, während die Serienfahrzeuge für Kunden über Bremsen von Girling verfügten. 

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Über die Jahrzehnte hinweg ging leider einiges am Fahrzeug verloren. Die Experten hielten sich deshalb an originale Zeichnungen - unter anderem, um das authentische Lockheed-Design wiederherzustellen. Dazu wurden in mühevoller, detailgenauer Handarbeit fehlende Komponenten neu gefertigt. 

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"Der abgeblätterte Lack sieht zwar nicht danach aus, als ob das Fahrzeug Gegenstand einer jahrelangen Restaurationsarbeit gewesen wäre, aber das Ziel war es vielmehr, die Patina dieses besonderen Land Rovers zu erhalten", sagt Michael Bishop, Ingenieur bei Land Rover Classic. Kleine Überarbeitungen wurden gemacht, um scharfe Kanten am Material zu glätten. Neue Verkleidungen wurden in zwei Millimeter dickem Aluminium gefertigt und mit originalem leichten Grünton bemalt. 

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Ohne die Fülle an Originalzeichnungen hätte sich das Expertenteam von Land Rover Classic schwer getan, dem aus dem Jahr 1948 stammenden Geländewagen wieder Leben einzuhauchen. Eine nette, kleine Anekdote haben die Restaurateure zu Ende ihrer Arbeit noch zu erzählen: Beim Auseinandernehmen des Fahrzeugs fanden sie ein originales King George V. Sixpencestück aus dem Jahre 1943.