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„Lage des Autohandels noch schwieriger als zu Corona-Zeiten“

Der österreichische Autohandel befindet sich gegenwärtig in einer schwierigen Situation, betont Komm.Rat Klaus Edelsbrunner, Bundesgremiumvorsteher Autohandel.

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„Aufgrund der Halbleiterproblematik ist bei den meisten Marken die Lieferfähigkeit in den nächsten Monaten schlecht, wodurch es den Kfz-Betrieben an Umsätzen fehlt. Die Fixkosten bleiben aber, Stundungen gehen zu Ende, sodass viele Autohandelsbetriebe in eine Schieflage geraten. Auch beim Gebrauchtwagenhandel gibt es keine Entlastung da gegenwärtig mehr denn je die Ware fehlt, was durch die mangelnde Lieferfähigkeit bei Neuwagen noch verschärft wurde. Hinzu kommt, dass durch Lockdown und sinkende Kilometerleistungen bei Firmenfahrzeugen viele Unternehmen Leasingverträge um ein Jahr verlängert haben, sodass Fahrzeugbedarf vor allem im Fuhrparkbereich fehlt. Die Lage des Autohandels ist somit noch schwieriger als zu Corona-Zeiten. Ich denke, dass bis Jahresende 10% der Autohandelsbetriebe in Österreich noch insolvent werden“, malt der Branchenvertreter ein düsteres Bild.

Hinzu kommt, dass die Investitionsprämie am 28. Februar dieses Jahres auslief, Edelsbrunner fordert deshalb eine ähnliche neue Förderungsmaßnahme für die österreichische Wirtschaft. Durch die Verschiebung der Erneuerung des Fuhrparks werden die Fahrzeuge nun länger und intensiver genutzt, wodurch die Auslastung in den Kfz-Werkstätten wiederum sehr gut ist. Allerdings macht sich auch hier immer wieder die Lieferproblematik bei elektronischen Bauteilen bemerkbar. Mitunter sind auch durchaus gängige Teile, wie zum Beispiel Kabelsätze für Anhängevorrichtungen, kaum verfügbar, wie der Grazer Autohändler anmerkt. Bis Oktober sind viele Autohandelsbetriebe vor allem mit der Auslieferung der im 1. Halbjahr in großem Umfang verkauften Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren beschäftigt.