Elektromobilität

Kremser Mikrochip-Start-up eröffnet Jagd auf Tesla-Technik

Das aus Krems an der Donau stammendes Start-up Eyyes hat eine Sensorik-Technologie für autonomes Fahren entwickelt, welche die gleiche Rechenleistung, wie namhafte US-Konkurrenz bieten soll - aber deutlich sparsamer.

Wenn von einem Tesla-Jäger gesprochen wird, ist meist von einem Fahrzeug die Rede, das ein Start-up auf den Markt gebracht hat und Tesla zumindest in Sachen Optik in Nichts nachsteht. Doch das Tesla jetzt auch Konkurrenz von einem integralen Schaltkreis bekommt, liegt fast in der Natur der Sache. Statt aufwendiger Dieseltechnologie findet sich in modernen E-Autos aufwendige Sensortechnologie, die zugleich Voraussetzung für das automatisierte Fahren ist. 

Das aus Krems an der Donau stammende Start-up "Eyyes" (ehemals AVI-Systems) hat eine Sensorik-Technologie für autonomes Fahren entwickelt, welche die gleiche Rechenleistung wie namhafte US-Konkurrenz bieten soll. Der Clou: 90 Prozent weniger Energie wird verbraucht. Damit ist die Jagd auf die in den Tesla-Fahrzeugen verbaute Chiptechnologie eröffnet. Unterstützung gibt es für die europäische Automobilindustrie, die nun mit Hilfe des energiesparenden Chips der Firma Eyyes den Kaliforniern die Stirn bieten soll. 

Spezialisiert ist das Kremser Start-up übrigens auf intelligente Objekterkennung, Künstliche Intelligenz (KI) und Deep Learning. Verglichen wurden die Daten des Tesla Full Self-Driving (FSD) Computers (Teslas Rechner für autonomes Fahren) mit der von Eyyes entwickelten Deep Learning KI-Box. Diese Technologie kann in Echtzeit Bilder eines Full-HD-Kamerasensors mit nur zwei bis sechs Watt Leistungsverbrauch verarbeiten, was einer Einsparung im Energieverbrauch gegenüber dem Tesla FSD (Full-Self-Driving) von rund 90 Prozent entspricht. 

Dies ist bei batteriebetriebenen Elektroautos ein ganz entscheidender Vorteil. Möglich wird dieser durch die extrem optimierte Art der Rechenleistung und Datenverarbeitung bei Eyyes, die in langjähriger Entwicklungsarbeit mit Unterstützung durch nationale und europäische Forschungsförderung in Deutschland und Österreich entstanden ist. Für eine Integration in ein „autonomes“ Fahrzeug ist eine Umsetzung auf ASICs (applikationsspezifische Chips) vorgesehen. 

Die nachweisbaren Leistungsdaten der aktuellen Implementation des „Generic Neuro Chip“ (GNC) auf FPGA´s (frei programmierbarer Chip), wie sie heute in den Produkten und Applikationen von Eyyes im Echteinsatz bereits erreicht werden, sind mindestens jene Werte, wie sie der Tesla-FSD bietet, allerdings mit lediglich einem Zehntel des Energieverbrauchs. Aktuell kommt eine der Anwendungen der Eyyes-Technologie beim intelligenten Abbiegeassistenzsystem „CarEye Safety Angle“ für Lastwagen zum Einsatz. 

(lk)