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Kraftstoff-Überblick: Das sollte in den Tank

Rechnet sich Premiumsprit? Diese Frage lässt sich mit Rechenbeispielen nicht beantworten. ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl stand uns Rede und Antwort in einer schnellen Übersicht.

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Diesel: Premiumdiesel muss genauso wie Standard-Diesel sieben Prozent Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen (in Österreich vorwiegend Raps) enthalten. Bei Premiumdiesel wird aber nicht einfach Raps- oder Fettmethylester beigemengt, sondern erst nach einem weiteren Verfahrensschritt, dem sogenannten Hydrieren, wird HVO (Hydratreated Vegetable Oil; engl.) mindestens im vorgeschriebenen Maß hinzugefügt. Da HVO dem mineralischen Diesel wesentlich ähnlicher ist, sind keine nachteiligen Einflüsse wie Filterverlegung, Wasseraufnahme und Korrosion, unrunder Motorlauf oder verlegte Einspritzkomponenten feststellbar. Die meisten gängigen Motoren sind jedoch für potentielle Verunreinigungen ausgelegt und funktionieren selbst dann noch. 

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Benzin: Bei Benzin sind die Vorteile des Premiumkraftstoffs weniger auffällig, die „Biokomponente“ Ethanol, die derzeit bis zu fünf Prozent ausmachen muss unterscheidet sich meist nicht vom Standardbenzin. Der Herstellungsprozess von Premiumbenzin (sehr oft wird er aus Erdgas synthetisiert) sorgt allerdings für konstantere Qualität und es werden auch wertvollere Additive beigemengt, die dazu beitragen Ablagerungen in Einspritzsystem oder Brennräumen zu verhindern, oder sogar wieder zur reduzieren. Sommer und Winterkraftstoff unterscheiden sich bei Benzin nicht, da Benzin mit tiefen Temperaturen keine Problem hat. Der Energieinhalt kann bei Premiumbenzin bis zu drei Prozent höher ausfallen, es gibt aber nur wenige Motoren, die diesen Umstand in mehr Leistung, eher in einen etwas geringeren Verbrauch umsetzen können. 

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Diesel: Premiumdiesel muss genauso wie Standard-Diesel sieben Prozent Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen (in Österreich vorwiegend Raps) enthalten. Bei Premiumdiesel wird aber nicht einfach Raps- oder Fettmethylester beigemengt, sondern erst nach einem weiteren Verfahrensschritt, dem sogenannten Hydrieren, wird HVO (Hydratreated Vegetable Oil; engl.) mindestens im vorgeschriebenen Maß hinzugefügt. Da HVO dem mineralischen Diesel wesentlich ähnlicher ist, sind keine nachteiligen Einflüsse wie Filterverlegung, Wasseraufnahme und Korrosion, unrunder Motorlauf oder verlegte Einspritzkomponenten feststellbar. Die meisten gängigen Motoren sind jedoch für potentielle Verunreinigungen ausgelegt und funktionieren selbst dann noch. 

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Winterdiesel: Der Premium-Winterdiesel verfügt über ein Merkmal, das bei kalter Witterung einen entscheidenden Vorteil bringen kann. Die meisten Hersteller verlassen sich hier nicht nur auf Additive zur Verbesserung des Fließverhaltens bei tiefen Temperaturen, sondern entfernen große Anteile des Paraffins aus dem Kraftstoff und ersetzen dies durch ein tieftemperaturtaugliches Substitut. Dieser auch in Polarregionen eingesetzte Kraftstoff, zeigt im österreichischen Winter nicht das Verhalten einer Eindickung, sondern bleibt fließ- und zündfähig.

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Premiumsprit mit Vorbehalt: Nimmt man nur den höheren Preis und stellt den marginal geringeren Verbrauch gegenüber, rechnet sich die Sache nicht. Natürlich kann es sein, dass ein Dieselmotor länger hält, wenn er über weite Strecken nur mit Premiumsprit betrieben wird, aber Studien, oder Tests, liegen dem Autofahrerclub ÖAMTC nicht vor. Rechnen kann sich die Sache im Winter bei Dieselmotoren, denn hier sind die Premiumkraftstoffe wesentlich verlässlicher und jede Panne die man vermeiden kann, spart Zeit und Geld.

 

 

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Für Firmenfahrzeuge: Da Flottenfahrzeuge meist recht jung und mit geringer Kilometerleistung abgegeben werden, spielt die Kraftstoffwahl hier keine Rolle, sehr oft wird auch in den Nutzungsvereinbarungen festgehalten nur Standardkraftstoffe zu tanken, das ist aus ökonomischer Sicht auch zu akzeptieren. Nur bei Spezialfahrzeugen, die einen langen Einsatzzeitraum, hohe Betriebsstundenzahlen und hohe Belastungen erreichen, macht es Sinn über den Einsatz von Premiumkraftstoffen nachzudenken.

 

 

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Guter Service-Indikator: Es ist auch durchaus sinnvoll Premiumkraftstoffe als „Medizin“ einzusetzen, wenn Motoren anfangen nicht mehr so rund zu laufen, schwankenden Leerlauf haben oder nicht mehr so gut anspringen. Nicht selten lösen sich Probleme dann von selbst, wenn das Problem bleibt, hat man eine gute Vorwarnung, dass der Motor doch bald zum Service muss. Einen persönlichen Tipp gibt es von ÖAMTC-Techniker Kerbl zum Anschluss noch: "Ich tanke sowohl bei meinen Benzin-Pkw, als auch bei den Diesel Pkw etwa jede vierte Tankladung eine Premiumsorte. In erster Linie, um die Einspritzkomponenten sauber zu halten und den Winter gut zu überstehen.