Jubiläum

Kantiger Brite mit Lebenserfahrung

Der Range Rover versprüht britisches Understatement und verkörpert seit seiner Geburtsstunde im Jahr 1970 ein unerreicht ikonisches Design. Nun wird der Luxus-SUV der Marke 50 Jahre alt. Alles Gute zum Jubiläum.

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Der Range Rover gilt als der Luxus-SUV der Marke Land Rover. Während sein Kollege Land Rover als robuster Gefährte für anspruchsvolle Unternehmungen ins Gelände positioniert wurde, darf der Range Rover ein wenig mehr britische Noblesse versprühen – und macht dies noch nach 50 Jahren. Nun wird erstmal Jubiläum gefeiert.

Der Range Rover Classic

Eingefleischte Fans der Marke halten an ihren ikonischen Fahrzeugen oft viele Jahre fest. Während aktuelle Fahrzeuge mit allerlei Assistenz- und Sicherheitssystemen ausgestattet sind, war das Fahren zur Geburtsstunde des Range Rover Classic noch ein wahres Abenteuer. Wir schreiben das Jahr 1970 als Land Rover seine eigene Idee eines Luxus-SUVs auf den Markt bringt.

Mittlerweile sind 50 Jahre vergangen und zahlreiche weitere Modellgenerationen dieses Fahrzeugs folgten: von essenziellen technischen Überarbeitungen bis hin zu verhaltenen Facelifts. Sein ikonisches Äußeres hat der SUV mit britischem Touch behalten. Die Palette wurde aber erweitert und es existieren heute Range Rover Evoque, Range Rover Velar, Range Rover Sport und Jubilar Range Rover.

Minimalismus und Geräumigkeit

Obwohl Land Rover seinen Range Rover bis heute als „ersten Luxus-Geländewagen“ auf dem Markt bezeichnet und mit zahlreichen optionalen Extras unter Aufpreis ausstatten lässt, ging es 1970 noch um etwas anderes. Im Vordergrund standen ein minimalistisches Design, Geräumigkeit, Praktikabilität und Vielseitigkeit, mit denen das Fahrzeug potenzielle Käufer überzeugen sollte.

Abenteuertouren im Gelände sollten mit dem kantigen Briten genauso möglich sein, wie ein entspanntes Fahren auf der Landstraße. Dabei stand der Range Rover gegenüber dem Land Rover schon damals für einen Tick mehr Komfort: quasi das richtige Auto für den englischen Gutsbesitzer mit gewachster Barbour-Jacke und Corgi.  

1970 bis 1994

Am 17. Juni 1970 wurde der Range Rover Classic vorgestellt. Er hatte eine Länge von 4,47 Metern, eine Breite und Höhe von 1,78 Metern und verfügte über einen Allradantrieb. Unter der Motorhaube schlummerte ein V8-Motor. Für sein Design wurde der Upper-Class-SUV mehrfach honoriert: So handelte es sich um das erste Automobil, das 1970 im Louvre ausgestellt wurde.

Designt wurde der Ur-Range Rover von Gordon Bashford, Charles Spencer King und David Bache. Schlichtheit und Kanten sollten den Look dominieren. Eine schalenförmige Motorhaube und die großen Fensterflächen ergänzten das Design.

Gerade durch die vielen Fenster erzielten die Ingenieure einen besonderen Effekt: Optisch schien das Autodach fast „zu schweben. Eine erhöhte Sitzposition im Fahrzeug sollte dem Fahrer zudem eine gute Rundumsicht bieten. Der Innenraum zeigte sich reduziert und zurückhaltend.

Es spielten praktische Lösungen und Komfort in der Kabine eine wichtige Rolle. Zum Beispiel entwickelte Land Rover ein schlichtes Armaturenbrett mit eckigen und runden Technikelementen. Eine Neuheit war, dass die Sicherheitsgurte direkt in die Lehnen der Vordersitze integriert wurden.

Im Verlauf Baureihen brachte der Hersteller eine Vielzahl von Verbesserungen und Variationen des Range Rover auf den Markt, darunter 1981 das viertürige Modell. 1989 war er sogar der erste Geländewagen weltweit mit ABS. 1992 knüpfte der Range Rover daran an, indem er die Traktionskontrolle und die elektronisch gesteuerte Luftfederung erstmalig in den 4x4-Markt einführte.

1994 bis 2001

Der spätere Chef-Designer George Thomson und sein Team ließen das äußere Design beim Range Rover Nachfolger nahezu unverändert. Der Wagen behielt seine markanten optischen Eigenschaften. Aber Thomson veränderte im großen Stil das Interieur-Design.

Die neu gestaltete Instrumententafel und die breite Mittelkonsole des Nachfolgers prägten von nun an das Cockpit. Thomson trug dem Luxusanspruch nach hochwertiger Qualität und exklusiven Materialien Rechnung: Es kamen glatte und elegante Oberflächen zum Tragen, Leder und Echtholzfurnier zum Einsatz.

Darüber hinaus steigerte er den Komfort mit noch mehr Platz für Fahrer, Beifahrer und Gepäck. Natürlich wurde auch die Motorenpalette an die Zeit angepasst: Erhältlich waren 2,5-Liter-Diesel und leistungsstarke 3,9- und 4,6-Liter-Varianten des V8-Benziners.

2001 bis 2012

Für das Team von Chef-Designer Geoff Upex bestand die Herausforderung darin, das ikonische Design und seinen einzigartigen Charakter, alles was die Kunden so liebten, authentisch in die Moderne zu führen. Es gab Neuerungen, wie die modifizierten Frontscheinwerfer und Heckleuchten sowie die metallenen Lüftungsschlitze an den vorderen Kotflügeln. Am augenscheinlichsten waren die Veränderungen erneut im Innenraum. Das Interieur bezog sich nun auf exklusive Jachten, edle Möbel oder die Ersten-Klasse-Bestuhlung eines Passagierjets. 

Getan hatte sich zudem etwas im Infotainmentbereich. Es kam zum Beispiel zur Einführung „virtueller“ Instrumente im Jahr 2010. Im Jahr 2006 wurde das „Terrain Response“-System eingeführt. Zur Stärkung der Offroad-Eigenschaften wurden effizientere Motoren eingeführt: 2005 mit dem 4,2-Liter-V8-Kompressor, 2006 mit dem TDV8-Diesel und schließlich 2009 mit einem 5,0-Liter-V8-Kompressor Benzinmotor.

2012 bis heute:

Mit seinem aktuellen Range Rover Modell ist dem Autohersteller JLR die Symbiose zwischen altem und neuem Luxus gelungen. Chef-Designer Gerry McGovern hat das minimalistische Design erhalten. Gleichzeitig führt er die Formensprache, beispielsweise mit den neu abgerundeten Karosseriekanten, in die Moderne.

Die Topmodelle bieten über fünf verschiedene Massagefunktionen eine Sitzflächenverlängerung und Flügelkopfstützen an. Darüber hinaus sichert eine Luft-ionisierung das angenehme Raumklima, und dickere Türscheiben bieten Schutz vor Außenlärm.

https://youtu.be/7luxQ5VAV2s