Morning Briefing - 04.06.2019

Italien will ebenfalls Jobsicherheit bei Renault-Fiat-Fusion - Wien sieht bis 2050 Senkung der Autoabgase auf null vor - VW will weniger Traton-Anteile auf dem Aktienmarkt platzieren

Das Wichtigste in Kürze zusammengefasst.

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Italien will ebenfalls Jobsicherheit bei Renault-Fiat-Fusion

Wie der Anteilseigner Frankreich beharrt auch Italien bei einem Zusammenschluss des französischen Autokonzerns Renault mit dem italienisch-amerikanischen Konkurrenten Fiat Chrysler (FCA) auf die Sicherung von Arbeitsplätzen. Der parteilose Regierungschef Giuseppe Conte und sein Stellvertreter Matteo Salvini (Lega) forderten am Montag erneut, eine Fusion müsse die Autoindustrie und ihre Arbeitsplätze in Italien sichern. Das rechtpopulistische Lager kritisiert das Verhalten der Regierung Frankreichs und wirft der Europäischen Union Untätigkeit vor. FCA hat Renault einen gut 30 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss vorgeschlagen. An Renault ist der französische Staat mit 15 Prozent beteiligt. Bei einer Fusion würde sich der Anteil auf 7,5 Prozent halbieren. Die Regierung in Paris verlangte deshalb umgehend Job-Zusagen. Insidern zufolge legte FCA kürzlich ein verbessertes Angebot vor mit verbindlicheren Stellengarantien, einer Sonderdividende und der Zusage an Frankreich, einen Posten im Verwaltungsrat zu behalten. Der Konzernsitz soll außerdem in Frankreich sein.

Wien sieht bis 2050 Senkung der Autoabgase auf null vor

Einen höchst ambitionierten Plan verfolgt die Stadt Wien in Sachen CO2-Ausstoß des Verkehrs. Konkret sollen bis 2030 die CO2-Emissionen pro Kopf im Verkehrsbereich um 50 Prozent sinken, bis 2050 um 100 Prozent im Vergleich zum heutigen Stand. Als Hoffnungsträger gelten das öffentliche Verkehrsnetz, Fahrräder oder das Verzichten auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Auch Carsharing-Modelle sollen hier maßgebliche Unterstützung leisten. Aktuell lässt der Verbrenner-Pkw im Verkehrsmix aber nicht locker, der Anteil ist wieder leicht gestiegen. Schuld seien neue, größere Wohngebiete in äußeren Bezirken der Stadt, wo die Auto-Nutzung höher ist als in innerstädtischen Gegenden. Insgesamt, so wurde betont, sei Wien jedoch das einzige Bundesland, in dem der Motorisierungsgrad sinke. Die von den Grünen zur Sprache gebrachte "City-Maut" sei laut Wiener-Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) keine Option. An den Zielen einer "Smart-City-Strategie" wolle man gemeinsam arbeiten. Die Änderungen seien nötig, hieß es, weil etwa die Klimakonferenz von Paris für neue Rahmenbedingungen gesorgt habe. 

VW will weniger Traton-Anteile auf dem Aktienmarkt platzieren

Der Volkswagen-Konzern hält trotz der herrschenden Unsicherheit an den Finanzmärkten am Börsengang seiner Lkw-Sparte Traton fest. Das beabsichtigte öffentliche Angebot für die den Wolfsburgern gehörenden Aktien solle vor der Sommerpause abgeschlossen werden, bekräftigte VW am Montagabend früher getätigte Aussagen. Eine Kapitalerhöhung sei dabei nicht geplant. Volkswagen will die Aktien aus dem eigenen Bestand an die Börse nehmen. Volkswagen hatte die Pläne erst im März auf Eis gelegt, weil die Bedingungen an den Märkten nicht stimmten. Investoren hatten mit Enttäuschung auf den nicht stattgefundenen Gang aufs Börsenparkett reagiert. Zuletzt hatte es angesichts neuerlicher Turbulenzen an den Kapitalmärkten bereits wieder Rückzieher bei Börsengängen gegeben. Für VW-Finanzvorstand Frank Witter ist der Börsengang ein Schritt, um sich im Konzern „auf den Kern unseres Geschäfts zu fokussieren“. Volkswagen hatte in den vergangenen Wochen angedeutet, dass eine Trennung von Randbereichen möglich ist. Im Kern steht die Produktion von Pkw.