Statistik

In 60 Jahren mehr als 3,5 Millionen Menschen auf Österreichs Straßen verunglückt

Die Unfallstatistik feiert ein trauriges Jubiläum. Seit 1961 verunglückten in Österreich insgesamt rund 3,5 Millionen Menschen im Straßenverkehr. Erfreulich ist aber: Während die Anzahl der in Österreich zugelassenen Kfz kontinuierlich stieg, zeigt die Kurve der Verkehrstoten seit den 1970er-Jahren stetig nach unten.

Seit 1961 erstellt Statistik Austria eine Statistik der Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden. Seither verunglückten in Österreich insgesamt rund 3,5 Millionen Menschen im Straßenverkehr. Dies entspricht etwa der heutigen Einwohnerzahl von Wien und Niederösterreich zusammen. Davon kamen mehr als 85.000 Personen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben. Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten und Verunglückten sank in den vergangenen sechs Jahrzehnten allerdings deutlich: Waren im Rekordjahr 1972 noch knapp 3.000 Personen tödlich verunglückt – das sind mehr als acht Getötete pro Tag –, so waren es im Jahr 2020 344, also erstmals weniger als eine Person pro Tag. Die Zahl der Verunglückten sank in diesem Zeitraum von 205 pro Tag im Jahr 1972 auf etwa die Hälfte (104) im Jahr 2020.

Weniger Verkehrstote trotz steigendem Kfz-Bestand

Anlässlich des Weltgedenktags für Straßenverkehrsopfer am 21. November, hat Statistik Austria die Entwicklung der Getöteten im Vergleich zum Kraftfahrzeugbestand analysiert. Während die Anzahl der in Österreich zugelassenen Kraftfahrzeuge kontinuierlich stieg, zeigt die Kurve der Verkehrstoten seit den 1970er-Jahren stetig nach unten. Verglichen mit dem Rekordjahr 1972 mit 2.948 Verkehrstoten lag die Anzahl im Jahr 2020 mit 344 um 88 Prozent darunter.

Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen, Gurten- und Sturzhelmpflicht, Kindersicherung und die Senkung des Alkohollimits, aber auch Verbesserungen bei der Verkehrs- und Fahrzeugtechnik, der Notfallmedizin und Lenkerausbildung sowie das Beseitigen von Unfallhäufungsstellen bewirkten in Kombination mit verstärkter Überwachung eine Reduktion der Verkehrsunfälle. Gleichzeitig lag die Anzahl zugelassener Kraftfahrzeuge 2020 bei 7,1 Mio. und somit 185% über dem Niveau von 1972 (2,5 Mio.). Besonders stark stieg die Anzahl zugelassener Pkw, welche 1961 bei rund 500.000 lag und 2020 mehr als 5 Millionen betrug, was eine Verzehnfachung bedeutet.

Vor 60 Jahren deutlich mehr getötete Fußgänger

Auch die Aufteilung der Verkehrstoten auf die verschiedenen Verkehrsarten veränderte sich in den vergangenen 60 Jahren erheblich. Im Jahr 1961 waren noch 33% aller Verkehrstoten Fußgängerinnen bzw. Fußgänger (540 Getötete), 30% waren mit einem einspurigen Kraftrad (485 Getötete) und lediglich 23% mit einem Pkw (370 Getötete) unterwegs. Im Gegensatz dazu verunglückten im Jahr 2020 15% Fußgängerinnen und Fußgänger (51 Getötete), 23% mit einspurigen Krafträdern (78 Getötete) sowie 42% Pkw-Insassinnen bzw. -Insassen tödlich (146 Getötete).

Verunglückte Kinder von 240 auf zwei gesunken

Besonders deutlich ist der Rückgang der Verkehrstoten bei den Kindern (bis 14 Jahre) sichtbar. Hier wurde der Höchststand mit 240 getöteten Kindern im Jahr 1968 registriert. Zum Vergleich: 2019 kamen auf Österreichs Straßen 16 Kinder ums Leben. 2020 erreichte die Zahl mit zwei getöteten Kindern ihren Tiefststand, wobei bereits 2018 mit drei tödlich verunglückten Kindern ein ähnlich geringer Wert verzeichnet wurde. Somit ging diese Zahl innerhalb von etwas mehr als 50 Jahren um 99 Prozent zurück.