Morning Briefing - 13.09.2019

Im August wurden weniger VW-Konzern-Fahrzeuge als im Vorjahresmonat verkauft - Kanzlerin Merkel steht der E-Mobilität nicht im Weg, spart aber auch mit Kritik am Diesel - Bericht: Toyota benutzt den gleichen Batterietypen wie Tesla 

Das Wichtigste in Kürze.

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Im August wurden weniger VW-Konzern-Fahrzeuge als im Vorjahresmonat verkauft 

Der Negativtrend, den die Automobilindustrie zurzeit erfährt, schlägt sich bei den Auslieferungsergebnissen des VW-Konzerns nieder. In Europa wurden 316.500 Fahrzeuge ausgeliefert, das entspricht wie erwartet einem Rückgang um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ein wesentlicher Grund ist auch, dass es im August 2018 durch die damals bevorstehende WLTP-Umstellung zu Vorzugskäufen kam. Somit hatten die Auslieferungen durch die WLTP-Umstellung entsprechend auf erhöhtem Niveau gelegen. Auch im Heimatmarkt Deutschland entwickelten sich die Zahlen im heurigen August rückläufig: Hier wurden 100.300 Konzernfahrzeuge ausgeliefert (-3,6 Prozent). Positiver sah die Entwicklung in Nordamerika aus, wo insgesamt 87.800 Fahrzeuge ausgeliefert wurden (+3,3 Prozent). Treiber dieser Entwicklung waren erneut die USA, wo 61.900 Fahrzeuge in Kundenhand übergingen, ein deutliches Plus von 7,7 Prozent. Die Region Südamerika entwickelte sich ebenfalls positiv. Dort steigerte der Konzern seine Auslieferungen um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 57.200 Fahrzeuge. Die Region Asien-Pazifik verzeichnete einen Rückgang um 4,8 Prozent auf 363.200 ausgelieferte Fahrzeuge. In China, dem größten Einzelmarkt des Konzerns, nahmen 341.100 Kunden ihre Fahrzeuge einer Konzernmarke entgegen (-3,2 Prozent). Trotz rückläufiger Auslieferungen konnte der Konzern seinen Marktanteil in einem rückläufigen Gesamtmarkt deutlich steigern. 

Kanzlerin Merkel steht der E-Mobilität nicht im Weg, spart aber auch mit Kritik am Diesel    

Von einer "Herkulesaufgabe" sprach die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. Der Verkehrssektor müsse schneller klimafreundlich werden, so Merkel bei der offiziellen Eröffnung der Autoshow am Donnerstag. Nichts ist mehr übrig von der vor zwei Jahren noch deutlich formulierten Kritik an den Diesel-Manipulationen, auch die Vorbehalte gegen die beim Kunden erfolgreichen, aber schweren Stadtgeländewagen macht sich die Kanzlerin nicht zu eigen. Die Greenpeace-Proteste gegen angebliche "Klimakiller" an den Ständen von VW und BMW ignoriert die Kanzlerin, fragt die Autobosse nach Batteriereichweiten und nach den verschiedenen Entwicklungsstufen zum autonomen Fahren. "Wir können das schaffen, als Deutschland vorne mit dabei zu sein", sagt Merkel. Bis 2022 soll entlang aller Autobahnen der neue Mobilfunkstandard 5G zur Verfügung stehen, und zwei Jahre später auch entlang der Bundesstraßen. Die Technologie ist wichtig für neue digitale Funktionen in den Autos. Für den Erfolg der Elektromobilität sei die Verlässlichkeit der Ladeinfrastruktur von größter Bedeutung, mahnt die Kanzlerin. 20.000 Ladepunkte seien noch lange nicht ausreichend, befindet sie zur Freude der Hersteller. 

Bericht: Toyota benutzt den gleichen Batterietypen wie Tesla 

Der Autokonzern Toyota greift auf die gleichen Batterien zurück, die Panasonic für Tesla entwickelt hat. Sie sollen einem Bericht zufolge in einigen der in China verkauften Plug-In-Hybride eingesetzt werden. Panasonic benutzt zylindrische Batterien in der neuen Generation des Corolla und Levin, die in diesem Jahr in China auf den Markt gekommen sind. Die Batterien haben die gleiche Größe wie jene, die Panasonic für Tesla macht, aber die Zusammensetzung ist unterschiedlich. Genau wie Tesla, verfolgt Toyota den Plan, den Nachschub an Traktionsbatterien für E-Autos zu sichern. Japans größter Autobauer entwickelte die Batterien gemeinsam mit Panasonic über eine Zeitspanne von mehreren Jahren, während die Auswahl an E-Autos des Konzern weiter wächst. Offiziell wollte sich Toyota diesbezüglich nicht äußern. Neben Panasonic hat Toyota auch eine Partnerschaft mit CATL. Autozulieferer Bosch gab erst vor Kurzem offiziell bekannt, gemeinsam mit CATL eine langfristige Kooperation einzugehen, bei der es um die Entwicklung von Batterien geht. CATL ist einer der größten Produzenten von Batterien weltweit und errichtet aktuell eine Batteriefabrik am Standort Erfurt in Deutschland.