Automesse

Hier gibts die IAA-Highlights im Überblick

Trotz eines ungewollten Schrumpfkurses, bietet die 68. Internationale Automobilausstellung (IAA) so allerhand. Von Konzepten bis hin zu handfesten Fahrzeugen gibt es hier die Neuigkeiten im Überblick. Mit Aktualisierung.

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© BMW

BMW zeigt dann das vermutlich schwärzeste Showcar der Welt, mit Sicherheit aber den schwärzesten neuen X6. Dazu wurde der SUV mit "Vantablack" (VBx2-Nanostruktur-Beschichtung) besprüht. Das Einzelstück ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von BMW mit Surrey NanoSystems, den Erfindern der Vantablack-Technologie. 

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Los geht's mit einem neuen SUV. Im November bringt BMW die dritte Generation des BMW X6 auf den Markt. Zuvor gibt es auf der 68. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt von 12. bis 22. September noch ein besonderes Showcar zu sehen. 

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BMW zeigt dann das vermutlich schwärzeste Showcar der Welt, mit Sicherheit aber den schwärzesten neuen X6. Dazu wurde der SUV mit "Vantablack" (VBx2-Nanostruktur-Beschichtung) besprüht. Das Einzelstück ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von BMW mit Surrey NanoSystems, den Erfindern der Vantablack-Technologie. 

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Es soll sich sogar um das weltweit erste und einzige Fahrzeug handeln, das bislang mit Vantablack VBx2 beschichtet wurde - und das hat einen Grund: „Wir haben in der Vergangenheit zahlreiche Anfragen verschiedener Automobilhersteller abgelehnt“, erklärt Ben Jensen, Gründer und Chief Technical Officer von Surrey NanoSystems. „Erst beim BMW X6 mit seinem einzigartigen, expressiven Design konnten wir uns vorstellen, dass es funktioniert.“ 

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Der schwarz gefärbte X6 wirkt auf den ersten Blick fast surreal, als ob er mit einem Grafikprogramm bearbeitet worden wäre. Mit der Aktion möchte der Hersteller auf provokante Weise die Formen des neuen SUV in Szene setzen. Die Ironie: Auf einer mit Vantablack beschichteten Oberfläche sind Strukturen für das menschliche Auge nicht mehr erkennbar, die Objekte wirken zweidimensional. Damit ist diese spezielle Beschichtung für ein Fahrzeug eher ungeeignet, weil sämtliche Design-Details und -Highlights nicht wirklich wahrgenommen werden können. 

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Ursprünglich steht der Name Vantablack für die zugrundeliegende Technologie eines senkrecht angeordneten aus Kohlenstoff bestehenden Nanoröhren-Rasters (engl.: Vertically Aligned Nano Tube Array). Jede dieser Kohlenstoff-Nanoröhren hat eine Länge von 14 bis 50 Mikrometer und misst im Durchmesser 20 Nanometer, ist damit rund 5000-mal dünner als ein menschliches Haar. In der ersten von Surrey NanoSystems vorgestellten Generation absorbierte Vantablack fast bis zu 100 Prozent des Lichts, unterdrückte damit Reflexionen und Streulicht praktisch komplett.

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Einfallendes Licht wird von diesem Röhrensystem fast komplett „geschluckt“ und nicht reflektiert, sondern in Wärme umgewandelt. Der Lack verfügt über eine lediglich einprozentige „Totale Hemisphärische Reflexion“ und gilt so weiterhin als „super-schwarz“, da er aus jedem Blickwinkel betrachtet nur eine geringe Reflexion bietet. 

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Die markanten Nieren und Scheinwerfer des X6 setzen einen Kontrast zu Vantablack. Entwickelt wurde die Technologie für den Einsatz in der Raumfahrt. Auch weil Vantablack bei Temperaturen ab 430 Grad Celsius verarbeitet und so auch auf empfindliche Materialien wie Aluminium aufgetragen werden kann.

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Generell stehen Plug-In-Hybride nach Ansicht vieler Experten als Überbrückungstechnologie gar nicht so schlecht dar. Einige Hersteller funktionieren daher bereits auf dem Markt erhältliche Modelle zu PHEVs (Plug-In Hybrid Electric Vehicle) um. Auf der diesjährigen IAA wird zum Beispiel Seat den Tarraco mit Plug-in-Hybridantrieb präsentieren. 

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Ausgewählt wurde die sportliche Version FR, die nicht nur neu für den SUV ist, sie erhält nun einen 85 kW starken Elektromotor mit einem 13-kWh-Hochvoltspeicher. Der 1.4-Liter-TSI-Benzinmotor leistet 110 kW (150 PS), der Elektromotor steuert noch 85 kW bei. Insgesamt liegt eine Gesamtsystemleistung von 245 PS (180 kW) vor, über die der PHEV-Tarraco verfügen wird. 

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In Design-Fragen wurde der Tarraco ebenfalls verschärft: Breitere Radkästen, FR-spezifische 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, optional wird es auch 20 Zoll große Räder geben. Nebenbei gibt es den aufgepimpten Tarraco auch in der neuen Farbe: Fura Grau. 

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Das aktuellste Infotainmentsystem mit neuem Navi und 9.2-Zoll-Touchscreen ziert die Mittelkonsole. Designed wurde der Tarraco FR Hybrid zwar im spanischen Martorell, produziert wird er aber in Wolfsburg, wo auch der Tiguan gebaut wird. 

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Die elektrische Reichweite soll nach WLTP-Messung bei über 50 Kilometern liegen. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, da der Wagen noch nicht für den Straßenverkehr freigegeben ist. Den Tarraco FR mit Hybrid-Antriebsstrang wird es ab dem kommenden Jahr geben. Insgesamt will die VW-Tochter bis Anfang 2021 sechs Elektro- beziehungsweise PHEV-Modelle der Marken Seat und Cupra anbieten. 

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Die Elektromobilität wird das zentrale Thema des Volkswagen Messeauftritts auf der diesjährigen IAA. Kein anderes Modell wie der ID.3 prägt in vergleichbarer Stärke den Wandel des deutschen Auto-Riesens. In nur wenigen Tagen feiert der erste Stromer der neuen vollelektrischen ID.-Familie seine Weltpremiere in Frankfurt. 

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Doch nicht nur der ID.3, sondern auch Studien zu weiteren Modellen der ID.-Familie sind Teil der Ausstellung. Sie sollen nach Angaben Volkswagens in kurzen Abständen folgen. Der Basispreis des ersten ID.3-Serienmodells soll in Deutschland bei unter 30.000 Euro liegen. Die Produktion des ID.3 startet wie geplant Ende 2019, die ersten Fahrzeuge werden Mitte 2020 ausgeliefert. Neben dem voll elektrischen ID.3 wird Volkswagen auf der IAA auch das neue Logo präsentieren. 

© Seat

Auf der IAA wird Seat eine weiteres Fahrzeug enthüllen, wie jetzt bekannt wurde: den vollelektrischen Crossover-SUV Cupra Tavascan. Das vollektrische Konzept-SUV-Coupé soll eine Systemleistung von stolzen 225 kW (306 PS) bieten. Diese kommen von zwei Elektromotoren, die sich an der Vorder- und Hinterachse befinden. Namensgeber des Tavascan ist ein idyllisch gelegenes Dorf in den Pyrenäen, das mit seiner atemberaubenden Landschaft und der umgebenden Natur einzigartig ist. 

© Seat

Unter seinen markanten Radkästen finden 22 Zoll große Leichtmetallräder im Turbinen-Design Platz, die für einen sauber abgeleiteten Luftstrom und einen verbesserten Luftwiderstand sorgen. Im Heck sorgt der Diffusor für optimale Aerodynamik und erzeugt zugleich eine ausdrucksstark-sportliche wie gleichermaßen elegante Optik.

© Seat

Das tiefsitzende, beleuchtete Logo soll Blicke auf sich ziehen. Das durchgehende, in das beleuchtete Logo mündende Leuchtband unterstreicht den markanten Charakter des Tavascan zusätzlich. Die Luftschlitze sind keineswegs nur Show: Sie erhöhen die Effizienz, indem sie die Luft gleichmäßig über die Karosserie strömen lassen oder sie zur Kühlung der Batterie nach innen leiten.

© Seat

Die Außenhaut des Konzeptautos soll mit seinem Lackfinish an flüssiges Metall erinnern. Kohlenstofffaser-Elemente in Wagenfarbe und feine Kupferdetails verstärken den expressiven Look. 

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Die Vision des Innenraums setzt auf Klare Strukturen: Durch die Verschmelzung von hochwertigen Materialien und neuer Technologie wird ein Interieur mit Ambiente geschaffen. Beim Öffnen der Türen werden die Insassen mit weicher LED-Innenbeleuchtung empfangen. Zum Einsatz kommen Elemente aus Leder, Carbon und Alcantara. 

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Der Fahrer erhält alle benötigten Informationen über ein volldigitales 12,3-Zoll-Display, das durch ein weiteres 13-Zoll-Infotainmentdisplay ergänzt wird. Bei Bedarf passt sich die Innenausstattung des Konzeptfahrzeugs sogar an: So kann sich der größere Bildschirm zum Beifahrer drehen. 

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Der Tavascan würde nach Erhalt seiner Serienreife in weniger als 6,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Seine Lithium-Ionen-Batterie soll mit 77 kWh genug Energie für eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern speichern. 

© Michelin

Kein Auto, aber einen besonderen Reifen, wird Michelin auf der New Mobility World im Rahmen der IAA vorstellen. Dabei handelt es sich zwar noch um ein Konzept, doch der Uptis von Michelin soll bereits in diesem Jahr erste Praxistests auf der Straße durchleben. Bis zum Verkaufsstart muss man sich aber noch ein wenig gedulden: dieser ist erst 2024 geplant.