Fahrsicherheit

Hat dieses Auto nicht unglaublich traurige Glubschaugen?

Können selbstfahrende Autos durch einen Trick "vermenschlicht" werden? Ingenieure und Psychologen wollen genau das herausfinden.

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Zugegeben, ein wenig Mitleid erregt das autonome Fahrzeug durch seinen traurigen Blick ja schon. 

Wer "glubscht" denn da so schräg von der Fahrbahn rüber? Hierbei handelt es sich jedoch keinesfalls um einen billigen Anmachversuch, der im Vorhinein zum Scheitern verurteil ist, sondern um ein aktuelles Projekt an dem gerade Jaguar Land Rover arbeitet.

Das Unternehmen verpasst seinem automatisierten Testfahrzeug kurzerhand Augen. Interessant ist, was sich hinter ihnen verbirgt. Denn dort befinden sich Kameras, die dem Zweck dienen, mehr über das Verhalten von Fußgängern herauszufinden. Eine Studie geht davon aus, dass sich mehr als 63 Prozent der Fußgänger und Radfahrer darüber Gedanken machen, wie sicher es ist, die Fahrbahn vor einem selbstfahrenden Fahrzeug zu queren.

© Jaguar Land Rover

Ein weiteres Sicherheitselement sind Leuchtstreifen an den Seiten, die etwa bei rot signalisieren, dass das Fahrzeug anhält. 

Die Augen sollen das selbstfahrende Vehikel nicht nur „menschlicher“ und „achtsamer“ wirken lassen, sondern in erster Linie auch nützliche Daten sammeln. Die Tests finden im Rahmen des mit staatlichen Mitteln geförderten Projektes UK Autodrive statt. Als Teil des Projekts wurden auch Psychologen hinzugezogen, die aus dem Verhalten der Fußgänger ablesen sollen, auf welche Weise das mit Augen bestückte Fahrzeug Einfluss auf das Sicherheitsgefühl hat. 

https://youtu.be/7HQvQv8Uvz0

Nach dem Vorbild einer Straße in Coventry wurde im Forschungsprojekt eine Szenerie entworfen, um das Verhalten von Fußgängern zu analysieren, wenn sie auf das Überqueren der Fahrbahn warten. Die Augen der autonomen "Pods" wurden eigens von Entwicklungsingenieuren der Abteilung Future Mobility von Jaguar Land Rover entworfen. Die selbstfahrenden Fahrzeuge auf denen sie befestigt sind stammen wiederum von Entwicklungspartner Aurrigo. An den Tests sollen rund 500 Personen teilnehmen. 

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