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Klimaprotest

Greta bekommt einen Tesla - und die Gegner regen sich furchtbar auf

Das kleine Mädchen Greta Thunberg ist zum Objekt von Polarisierungen geworden. Öko-Hardliner bekommen sich wegen ihr mit Diesel-Fetischisten in die Haare. Doch auch ein Stromer kann die Wogen nicht glätten.

Dass Greta Thunberg nun ausgerechnet einen Tesla von Arnold Schwarzenegger "geschenkt" bekommen hat, spielt den Kritikern der jungen Klimaaktivistin wieder gekonnt in die Hände. Welches andere Geschenk hätte der ehemalige Gouverneur - oder besser "Governator" - des vergleichsweise liberalen US-Bundesstaates Kalifornien ihr auch machen können? Die Heimreise mit einem Segelboot über den Atlantik wohl eher nicht. Zu wichtig wird Schwarzenegger die klimaaktivistische Arbeit von Greta in "Trumps-Amerika" erscheinen. Dass die Wahl auf einen Tesla fiel, kommt wahrscheinlich auch daher, dass der für Furore sorgende E-Autobauer seinen Firmensitz im  Silicon Valley hat: ein Fahrzeug „Made in California“ sozusagen. Aus Arnis eigenem Fuhrpark stammt das Model 3 jedenfalls nicht. Zu weit sei die Distanz zwischen ihm an der Westküste und Greta an der Ostküste, um schnell einen Stromer vorbeizuschicken, sagte er gegenüber der Zeitschrift „Car and Driver“. Überhaupt setzt Schwarzenegger selbst lieber auf schwere Gefährte. Seine persönliche Wahl ist ein umgebauter Hummer mit Elektroantrieb der Firma Kreisel aus dem oberösterreichischen Mühlkreis.

Kritiker monieren, dass die Wahl eines Stromers - und dann noch der Griff zu einem Tesla - aufgesetzt wirkt. Wäre ein Renault Zoe weniger gekünstelt rübergekommen? Ich weiß es nicht. Ein vielzitierter Fakt ist jedenfalls, dass E-Autos in Sachen Ökobilanz ebenfalls keine reine Weste haben: Sei es durch die Produktion der notwendigen Lithium-Ionen-Akkus oder durch den Strombezug aus nicht nachhaltigen Energiequellen. Bei einem Verzicht auf den Stromer wäre dann wohl nur mehr Zug übrig geblieben. Ganz nebenbei: Wer schaut einem geschenkten Gaul schon ins Maul? Was die hitzigen Gemüter wieder beruhigen könnte, ist der Umstand, dass Greta das E-Auto nur vorübergehend besitzt: Nämlich so lange, bis sie ihre Protestreise durch die USA und Kanada wieder beendet hat. Selbst wird Greta ohnehin nicht in den Genuss der stufenlosen Beschleunigung eines Stromers kommen - sie selbst darf sich ohne Führerschein freilich nicht hinters Steuer setzen.