Fahrermangel

Free Now fehlen die Taxilenker - gerade am Wochenende

Großbritannien hat zwar ein weitaus größeres Problem durch fehlende Taxilenker, doch auch in Österreich fehlen die Fahrer. Nachschub befindet sich aber schon in Ausbildung.

Man könne ein Drittel der Anfragen für Taxifahrten, am Wochenende sogar bis zur Hälfte, nicht bedienen, hieß es etwa bei der Plattform Free Now zur Nachrichtenplattform "orf.at". Kunden hätten sich an längere Wartezeiten gewöhnen müssen. Die Zahl der Fahrer habe sich von 1.200 vor der Pandemie auf 600 aktuell halbiert, so General-Manager Alexander Mönch: "In der Corona-Zeit, als die Nachfrage völlig einbrach, haben sich viele Fahrer zurückgezogen, sind teils in Kurzarbeit gegangen oder zu Paket- und Lieferdiensten gewechselt."

Nun sei die Nachfrage zwar wieder angesprungen, bei weitem aber nicht auf Vorkrisenniveau. Klar sei, dass die in Wien sehr wichtige Nachfrage von Geschäftsreisenden nicht im gleichen Ausmaß zurückgekommen ist. Aber im Augenblick sei auch unabsehbar, ob die Coronamaßnahmen die Nachfrage drücken oder womöglich nach dem Motto „jetzt erst recht“ noch anfachen. Das Problem eines Fahrermangels gebe es jedenfalls aber weit verbreitet auch bei anderen Plattformen.

Waren es ursprünglich also eher die Taxis selbst, die gefehlt haben, sind es nun die Fahrerinnen und Fahrer. Dabei könnten sie aktuell bei halbwegs geschickter Einteilung der Fahrzeiten sehr gut verdienen, sagte Mönch. Die Wiener Wirtschaftskammer beruhigte. Insgesamt seien in Wien mittlerweile wieder um die 6.000 Taxis unterwegs, gleich viele wie vor der Pandemie. Und es würden sehr wohl Lenkerinnen und Lenker nachkommen. Denn derzeit werden laut Wirtschaftskammer so viele künftige Taxilenker zu Prüfungen antreten wie noch nie.